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Löffingen Carola Hannes kündigt ihren Rücktritt an

Löffingens Tierschutzchefin will 2016 aufhören. Finanzlücke für einen Tierpfleger kann Stadt nicht übernehmen

Der Tierschutzverein Löffingen ist fest mit dem Namen Carola Hannes verknüpft. Ihr Engagement für die Tiere bekam sie schon von ihrer Mutter in die Wiege gelegt. So war es für sie selbstverständlich, sich im Tierschutzverein einzubringen. Am 26. Januar 1985 übernahm sie als Vorsitzende den Verein, der heute in der gesamten Region nicht mehr wegzudenken ist. Ob in der Organisation, Arztfahrten, im Tierheim, bei den Flohmärkten – Carola Hannes ist überall und zu jeder Zeit für die Tiere da. Doch nun soll Schluss sein. Schon mehrfach hatte sie ihren Rücktritt angekündigt. „Dieser wird im kommenden Jahr endgültig folgen“, so Carola Hannes bei der Hauptversammlung.

Doch wie geht es dann weiter? Eine bange Frage, mit der nun auch Bürgermeister Tobias Link konfrontiert wurde. Die 2200 ehrenamtlichen Stunden, welche die Vorsitzende im vergangenen Jahr geleistet hat, können von einer ehrenamtlichen Person nicht aufgefangen werden. Die Stadt könne die Finanzierungslücke für einen hauptberuflichen Tierpfleger (jährliche Kosten um 25 000 Euro) nicht leisten, und seitens der Nachbargemeinden gab es keine erkennbare Zustimmung, sich hier mit einzubringen, so der Bürgermeister. Deshalb appellierte er, ebenso wie Hubert Katla, die Aufgaben zuerst einmal zu sondieren und dann so zu schnüren, dass sie auf mehrere Schultern verteilt werden könnten. Den Vorwurf, der Gemeinderat würde nicht hinter dem Tierschutzverein stehen, wollte Link so nicht stehen lassen. Er schätze und wisse die wertvolle Arbeit, die im Tierschutzverein geleistet werde.

167 Katzen, zwölf Hunde, 20 Kleintiere wie Igel, Hasen, Kaninchen oder Schildkröte, dazu zahlreiche Vögel, wurden im vergangenen Jahr im Löffinger Tierheim aufgenommen. Über 60 Tiere kamen aus Bonndorf. Vor allem die Katzenschwemme, so Schriftführerin Barbara Renkel, mache dem Verein große Sorgen. Hier helfe nur Kastration. 14 500 Euro musste der Verein für Tierarztkosten aufbringen, für Futter 1.340 Euro.

So sind die Mitglieder gefordert, ständig Geld aufzubringen, etwa durch Flohmärkte (alles von Damen zwischen 70 und 80 Jahren). Glücklicherweise gibt es Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen oder den Verein mittels Spenden unterstützen. Alleine für die Flohmärkte wurden 700 Stunden aufgebracht. Die ehrenamtlichen Stunden im Tierheim, vor allem auch im Tierauffanglager, belaufen sich auf über 6000 Stunden. Lediglich die 1700 Stunden der fest angestellten Kraft und einer 450-Euro-Helferin werden hier bezahlt. 848 Stunden wurden von Praktikanten geleistet.

„Wir sind ein Bringverein“, beurteilte Carola Hannes den Tierschutzverein. „Wir kommen an unsere Grenzen“, so der Appell. Erfreulicherweise sei die Unterstützung in der Bevölkerung sehr groß, was auch die Spenden zeigten. Doch wenn diese, oder die Mitgliedsbeiträge wegfallen, sei das Tierheim in seiner Existenz gefährdet. Deshalb forderte Hubert Katla einen deutlich größeren Landeszuschuss.

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