Löffingen Blick auf Adelsgeschlecht
Der Löffinger Brauchtums- und Heimatforscher Rudolf Gwinner erforscht die Geschichte der „edlen Herren von Blumegg“. Bild: Bild: Gerold Bächle
Für den Realschullehrer eine Herausforderung und so kamen nach zwei Jahren der intensiven Forschung nun interessante Informationen über die „die Edlen von Blumegg“ zusammen.
„Eigentlich schade, dass sie so in Vergessenheit geraten sind, denn sie waren für die Region von großer Bedeutung und haben selbst den Fürstenbergern einst aus einer finanziellen Krise geholfen“, informiert Rudolf Gwinner. Bereits im zehnten Jahrhundert erscheint der Name Blumegg in Aufzeichnungen über Waffenspiele. Historisch greifbar ist das Adelgeschlecht ab 1202 mit Burghard von Blumegg. Die Stammburg liegt in den Wutachflühen bei Fützen. „Leider erinnern heute nur noch geringe Mauerreste an diese geschichtsträchtige Burg“, bedauert Gwinner. Im Jahr 1292 taucht Heinrich von Blumegg auf, der die Herrschaft über Blumberg, Blumegg und Lenzkirch innehatte. Das Haus Stallegg wurde erstmals 1252 urkundlich erwähnt. „Die Herrschaft wohnte allerdings wohl nicht wie vermutet auf der Burg Stallegg, sondern im heutigen Hofgut Stallegg“, so der Heimatforscher. Dazu auch in Neublumberg, dem bekannten Räuberschlössle. Die Blumegger waren auch die Ortsherren von Bonndorf (1290 bis 1380), später im Besitz des Badhauses Bad Boll. Um 1300 gehörte die Schattenmühle vermutlich zum Hause Blumegg. Auch die Orte Reiselfingen, Dittishausen und Döggingen sind aktenkundig. Die Herrschaft Lenzkirch lässt sich bis 1300 zurückverfolgen. Der Ort Göschweiler gehörte hier ebenfalls dazu und war somit im Besitz des Hauses Blumegg. „1364 wird das Haus Blumegg mit Besitz in Löffingen erwähnt.
Durch Verkauf der Herrschaft Lenzkirch 1491 kam auch Göschweiler an das Haus Fürstenberg“, berichtet Gwinner. Vogtei und Zehntrechte hatten sie auch im Bereich der heutigen Gemeinden Titisee-Neustadt, Breitnau im Breisgau, Markgräflerland, Kinzigtal, Kaiserstuhl, des Schwarzwaldes und der Baar. Zur ursprünglichen Herrschaft Blumegg gehörten Burg und Dorf Blumegg, Turm Dillendorf, Fützen, Lausheim, Grimmelshofen, Aselfingen, Opferdingen und Eschbach. Im 14. Jahrhundert bauten die Herren von Blumegg Schloss Urach bei Lenzkirch zu ihrem Herrschaftssitz aus. Der Name der Herren Blumegg taucht auch in Waldhausen, Hüfingen, Mundelfingen, Neudingen, Riedböhringen, Sumpfohren, Aasen und Villingen auf. Erwähnt wird auch ein Nutzrecht der Blumegger in den Kelnhöfen von Donaueschingen und Bräunlingen, die in Besitz des Kloster Reichenau waren. Dazu kamen viele Burgen und Schlösser.
„Interessant ist auch das Verwandtschaftsverhältnis mit anderen Adelfamilien. Nicht alleine durch diese vielen Besitztümer, sondern auch durch ihre Ämter und Funktionen waren die Herren von Blumegg ein angesehenes und erfolgreiches Geschlecht. So standen sie im Dienste verschiedener Klöster und Herrschaften“, weiß Gwinner. „Spannendes ist in der Chronik der Herren von Zimmern zu lesen. Im Jahr 1366 rettete Heinrich von Blumegg das Haus Fürstenberg vor dem finanziellen Ruin durch den Verkauf der Herrschaft Blumegg“, so Gwinner weiter.
In Freiburg und in Straßburg hatten sie Bürgerrechte. Im Freiburger Münster findet man eine „Blumegg Kapelle“, die Sebastian von Blumegg errichten ließ. Auch in einem Hochfenster ist das Wappen derer von Blumegg zu erkennen. Die Blumegger wohnten in Freiburg an der Salzstrasse 5, das spätere Palais Kageneck. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass das Haus Blumegg sich nach den Wirren des Bauernkrieges 1524/25 für eine milde Behandlung der Bauern eingesetzt hatte.
„Das Adelsgeschlecht starb mit Gaudenz von Blumegg 1577 aus, er bewohnte das Schoß Dachswangen bei Gottenheim. Heute erinnert nur noch wenig an dieses Haus“, sagt Gwinner.
