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Lenzkirch Unfallrettung wird sicherer

19.11.2011
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Lenzkirch – Verkehrsunfall. Der verunglückte Fahrer ist schwerverletzt in seinem Fahrzeug eingeklemmt.

Jetzt zählt jede Sekunde, die Rettungskräfte der Feuerwehr müssen den Verletzten schnell bergen. Dafür benötigen die Feuerwehrleute möglichst zeitnah die technischen Informationen über das Unfallfahrzeug. Ein neues internetgestütztes Verfahren der Firma „Platerescue“ aus Lenzkirch sorgt für den schnellen Informationsfluss zu den Rettungskräften. Das System hat seine praktische Bewährungsprobe bei mehreren Feuerwehren bereits bestanden.

„Die Konstruktion und technische Ausstattung moderner Autos stellt die Rettungskräfte zunehmend vor Probleme. Stabilere Fahrzeugstrukturen sorgen dafür, dass die gängigen Rettungsscheren den für die Karosserie verwendeten Stahl nicht mehr an jeder beliebigen Stelle durchtrennen können“, erklärt Enrico Becker. Zudem, so der 31-jährige Projektentwickler und Programmierer, stellten nicht ausgelöste Airbags, Batterie, elektrische Leitungen oder Druckbehälter Gefahrenquellen für Retter und Verletzte dar. Die Rettungskräfte benötigen also möglichst schnell die technischen Spezifikationen für das Fahrzeug.

Dazu gibt es Rettungsdatenblätter, die Informationen zu den genauen Schnittpositionen, den Druckpunkten zur Erweiterung des Fußraumes und den Positionen der Airbags, der Batterien, des Kraftstofftanks, Versteifungen, Steuergeräten und weiterer technischer Ausstattung geben, über die das jeweilige Fahrzeug verfügt. „Um jedoch das jeweils einschlägige Rettungsdatenblatt zu ermitteln, ist die Kenntnis des betroffenen Fahrzeugtyps und Modells sowie eventueller technischer Änderungen, wie eine Umrüstung auf Gasantrieb, erforderlich. An dieser Stelle setzt unser neues System an“, so Martin Ganz von Platerescue.

„Unsere Software stellt eine internetgestützte Schnittstelle für die Kennzeichenabfrage durch die Rettungsleitstellen her. Die Schnittstelle bedient sich aus den Zulassungsdaten des Zentralen Fahrzeugregisters (ZFZR) des Kraftfahrtbundesamtes. Die Rettungskräfte fragen das Kennzeichen oder die Fahrzeugidentifikationsnummer des verunfallten Fahrzeuges per Funk bei der zuständigen Leitstelle an, die Leitstelle fragt das Kennzeichen über Platerescue ab und erhält eine eindeutige Nummer, des zum Fahrzeug gehörenden Rettungsdatenblattes“, erläutert Platerescue-Geschäftsführer Wolf Dieter Reichwein. Eine Änderung des Straßenverkehrsgesetzes, so der 52-jährige Rechtsanwalt, ermögliche diesen Datenzugriff.

„Im praktischen Einsatz, etwa bei der Freiwilligen Feuerwehr Titisee-Neustadt, verkürzte sich die Zeit für die eindeutige Fahrzeugidentifizierung von rund 18 Minuten auf 90 Sekunden“, berichtet Enrico Becker.

Informationen im Internet:

www.retterakte.de

Schneller Informationsfluss an die Rettungskräfte
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