Mein
29.03.2011  |  7 Kommentare

Kreis Tuttlingen Polizei: Wodka-Tampons unwirksam aber gefährlich

Kreis Tuttlingen -  Auch im Kreis Tuttlingen tauchen Gerüchte um einen Wodka-Tampon-Trend auf. Die Kriminalpolizei Tuttlingen hat den Fall einer 14-Jährigen mit Alkoholvergiftung untersucht. Ergebnis: Ein Tampon war nicht im Spiel. Wodka-Tampons seien unwirksam, so die Polizei.

Wodka-Tampon – ein gefährlicher Trend.



„Den Jugendlichen fehlen die Grenzen“
Während den Fastnachtstagen musste sich die Polizeidirektion Tuttlingen mit einem nicht älltäglichen Fall befassen. Ihr wurde bekannt, dass während einer Fastnachtsveranstaltung Anfang Februar in einer Landkreisgemeinde ein 14 Jahre altes Mädchen wegen des Verdachts einer Alkoholvergiftung in die Kreisklinik eingeliefert werden musste.

Das Mädchen sei zuvor ohne Bewusstsein am Boden liegend aufgefunden worden. In der Klinik hätten die Ärzte zwei Promille Alkohol im Blut festgestellt. Dies konnten sich die Mediziner aber nicht erklären, weil der Magen beim Auspumpen völlig leer gewesen sei.


Bei der Befragungen der Bevölkerung habe sich herausgestellt, dass das Mädchen Alkohol über einen mit Wodka getränkten Tampon vaginal zugeführt habe. Die Meldung machte im Landkreis schnell die Runde und verunsicherte etliche Eltern, die sich um ihre Töchter sorgten.

Polizei informiert sich im Netz

Die Polizeidirektion ging dem Fall schnell nach, um zu erfahren, ob eine vaginale Zuführung von Alkohol mittels eines mit Wodka getränkten Tampons überhaupt möglich ist und welche Folgen dies haben kann. Nur mit diesem Wissen könne man dem angeblichen Trend so schnell wie möglich präventiv begegnen.

Eine Recherche im Internet führte die Ermittler zu der Erkenntnis, dass in mehreren speziellen Mädchenforen über die Aufnahme von Alkohol mittels Tampon heftig diskutiert und als eine Möglichkeit dargestellt wird, sich unbeobachtet aufzupuschen und „vorzuglühen“, ohne dass die Atemluft nach Alkohol riecht.

Kein Wodka-Tampon benutzt

Die Kriminalpolizei Tuttlingen hat daraufhin das 14-jährige Mädchen ausfindig gemacht, welches sich mit einem Wodka getränkten Tampon in einen Rauschzustand versetzt haben soll.

Entgegen dem Gerücht stellte sich heraus, dass das Mädchen im Verlauf einer Fastnachtsveranstaltung zu viel getrunken hatte. Ein Tampon war nicht im Spiel.

Die Angaben deckten sich auch mit denen aus der Klinik.

"Wodka-Tampons sind unwirksam"

Ungeachtet dieser Feststellung war für die Polizei der angebliche Modetrend bei Mädchen damit noch nicht aus der Welt geschaffen. Um noch mehr Klarheit in der Angelegenheit zu bekommen und zu prüfen, ob die Alkoholaufnahme in dieser Form überhaupt möglich ist, hat sich die Kriminalpolizei Tuttlingen sowohl mit der Rechtsmedizin, als auch mit Diplomchemikern des Kriminaltechnischen Instituts beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg in Verbindung gesetzt.

Von beiden Seiten, so die Polizei Tuttlingen, wurde die Möglichkeit sich mittels eines alkoholgetränkten Tampons in einen Rausch zu versetzen aus medizinischer, biologischer und chemischer Sicht eindeutig und unabhängig voneinander verneint.

Landesweit keine Fälle bekannt

Zudem hat die Polizei Tuttlingen landesweit nachgeforscht, ob ein ähnlicher Fall bereits bekannt geworden ist. Dies sei nicht der Fal so die Beamten. Auch diese Feststellung bekräftige die Aussagen der Wissenschaftler.

Demnach ist es für die Polizeidirektion Tuttlingen bestätigt, dass es sich bei der Wirksamkeit von Wodka-Tampons um ein Gerücht handle, welches sich über das Internet unkontrolliert schnell verbreitet habe und sich lange halte.

Mediziner warnen

Dennoch warnen Mediziner vor diesem gefährlichen Trend. Alkohol schädige beim Versuch sich auf diese Weise aufzupuschen die Scheidenflora und Scheidenwand der Konsumentinnen erheblich.


Bildergalerie
Kiffen ist out? SÜDKURIER Online hat die gefährlichsten Modedrogen unter die Lupe genommen.
Lachgas besteht aus Stickstoff und wird vor allem in der Medizin und Industrie verwendet. Da es frei verkäuflich ist, wird es immer häufiger als Partydroge missbraucht. Jugendliche inhalieren es - meist in einem Ballon gefüllt. Wirkung: Die Stimmung hebt sich. Nebenwirkung: Schwindel, Erbrechen. Wenn das Gas verunreinigt ist,kann es lebensbedrohlich werden.
Kräutermischungen wie "Lava Red" ersetzen mittlerweile häufig Haschisch, da sie einfacher zu besorgen sind. Eigentlich sind die Kräuter als Meditationsmischung zum Räuchern gedacht. Sie werden aber häufig auch als Joint oder in der Wasserpfeife geraucht. Die Inhaltstoffe sind noch kaum erforscht. Wirkung: High-Gefühl. Nebenwirkungen: Herzrasen, Ohrensausen, Schweißausbrüche, Mundtrockenheit, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen und Bewusstseinsstörungen bis hin zur Ohnmacht.
Wodka, Tequila, Rum - Alkohol wird nicht mehr nur getrunken, sondern auch inhaliert, geschnupft und sogar gespritzt. Auch in Nasenspray-Fläschen wird Hochprozentiges gefüllt und inhaliert. Wirkung: Der Alkohol gelangt duch die Schleimhäute schneller ins Blut. Nebenwirkung: Verätzte Schleimhäute, schwere Alkoholvergiftung, im schlimmsten Fall Tod.
Kreis Konstanz  Gefährliche Drogen-Trends



Aktuelle Polizeimeldungen, Bilder und Videos aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg.

Korrektur-Hinweis Korrektur-Hinweis melden Korrektur-Hinweis
7 Kommentare
Schmarn!
Aber lustig.
Vor allem wenn ein Mann probiert, was wohl an den Tampons mit Alkohol (kurz: Tampohol) dran ist.
http://www.crap-magazine.com/post/tampohol
Re: Na ja....
Wenn das Mädchen nichts gegessen und nur Wodka getrunken hatte, dann kann auch nicht viel im Magen sein. Flüssigkeiten sind bekanntlich nach 20 min nicht mehr im Magen. Etwas länger braucht auch eine größere Menge getrunkenen Alkohol um die ganze Wirkung zu erreichen.

Das Ganze ist wohl wirklich nur eine PR-Aktion der Konservativen gewesen... Hat ja soweit schon fast funktioniert.
Die Wahl aber trotzdem mehr oder weniger verloren.

Ich verstehe aber nicht wie man eine solche Geschichte glauben kann? Vor allem wegen 2 Promille. Und diese Sache mit 50ml Saugleistung vom Tampon. Wie viel bleibt denn davon übrig, wenn man das Ding da wieder rein schiebt? Und dann soll das ganze noch ins Blut? Doch höchstens ein ganz kleiner Teil davon. Ich glaube kaum, dass man bzw. Frau so überhaupt irgendeine Wirkung (außer brennende Schmerzen) bemerkt.
Mal abstimmen.....
....mit der Konstanzer Redaktion!

Und dann verbindlich mal äußern was Sache ist.
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
 Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln

Jetzt Newsletter anfordern:
© SÜDKURIER GmbH 2014