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Kreis Tuttlingen Polizei: Wodka-Tampons unwirksam aber gefährlich

Auch im Kreis Tuttlingen tauchen Gerüchte um einen Wodka-Tampon-Trend auf. Die Kriminalpolizei Tuttlingen hat den Fall einer 14-Jährigen mit Alkoholvergiftung untersucht. Ergebnis: Ein Tampon war nicht im Spiel. Wodka-Tampons seien unwirksam, so die Polizei.

Wodka-Tampon – ein gefährlicher Trend.
Wodka-Tampon – ein gefährlicher Trend. Bild:
Während den Fastnachtstagen musste sich die Polizeidirektion Tuttlingen mit einem nicht älltäglichen Fall befassen. Ihr wurde bekannt, dass während einer Fastnachtsveranstaltung Anfang Februar in einer Landkreisgemeinde ein 14 Jahre altes Mädchen wegen des Verdachts einer Alkoholvergiftung in die Kreisklinik eingeliefert werden musste.

Das Mädchen sei zuvor ohne Bewusstsein am Boden liegend aufgefunden worden. In der Klinik hätten die Ärzte zwei Promille Alkohol im Blut festgestellt. Dies konnten sich die Mediziner aber nicht erklären, weil der Magen beim Auspumpen völlig leer gewesen sei.


Bei der Befragungen der Bevölkerung habe sich herausgestellt, dass das Mädchen Alkohol über einen mit Wodka getränkten Tampon vaginal zugeführt habe. Die Meldung machte im Landkreis schnell die Runde und verunsicherte etliche Eltern, die sich um ihre Töchter sorgten.

Polizei informiert sich im Netz

Die Polizeidirektion ging dem Fall schnell nach, um zu erfahren, ob eine vaginale Zuführung von Alkohol mittels eines mit Wodka getränkten Tampons überhaupt möglich ist und welche Folgen dies haben kann. Nur mit diesem Wissen könne man dem angeblichen Trend so schnell wie möglich präventiv begegnen.

Eine Recherche im Internet führte die Ermittler zu der Erkenntnis, dass in mehreren speziellen Mädchenforen über die Aufnahme von Alkohol mittels Tampon heftig diskutiert und als eine Möglichkeit dargestellt wird, sich unbeobachtet aufzupuschen und „vorzuglühen“, ohne dass die Atemluft nach Alkohol riecht.

Kein Wodka-Tampon benutzt

Die Kriminalpolizei Tuttlingen hat daraufhin das 14-jährige Mädchen ausfindig gemacht, welches sich mit einem Wodka getränkten Tampon in einen Rauschzustand versetzt haben soll.

Entgegen dem Gerücht stellte sich heraus, dass das Mädchen im Verlauf einer Fastnachtsveranstaltung zu viel getrunken hatte. Ein Tampon war nicht im Spiel.

Die Angaben deckten sich auch mit denen aus der Klinik.

"Wodka-Tampons sind unwirksam"

Ungeachtet dieser Feststellung war für die Polizei der angebliche Modetrend bei Mädchen damit noch nicht aus der Welt geschaffen. Um noch mehr Klarheit in der Angelegenheit zu bekommen und zu prüfen, ob die Alkoholaufnahme in dieser Form überhaupt möglich ist, hat sich die Kriminalpolizei Tuttlingen sowohl mit der Rechtsmedizin, als auch mit Diplomchemikern des Kriminaltechnischen Instituts beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg in Verbindung gesetzt.

Von beiden Seiten, so die Polizei Tuttlingen, wurde die Möglichkeit sich mittels eines alkoholgetränkten Tampons in einen Rausch zu versetzen aus medizinischer, biologischer und chemischer Sicht eindeutig und unabhängig voneinander verneint.

Landesweit keine Fälle bekannt

Zudem hat die Polizei Tuttlingen landesweit nachgeforscht, ob ein ähnlicher Fall bereits bekannt geworden ist. Dies sei nicht der Fal so die Beamten. Auch diese Feststellung bekräftige die Aussagen der Wissenschaftler.

Demnach ist es für die Polizeidirektion Tuttlingen bestätigt, dass es sich bei der Wirksamkeit von Wodka-Tampons um ein Gerücht handle, welches sich über das Internet unkontrolliert schnell verbreitet habe und sich lange halte.

Mediziner warnen

Dennoch warnen Mediziner vor diesem gefährlichen Trend. Alkohol schädige beim Versuch sich auf diese Weise aufzupuschen die Scheidenflora und Scheidenwand der Konsumentinnen erheblich.





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