Der Bus stürzte eine etwa zwei Meter hohe Böschung hinunter und kam erst rund 50 Meter weiter auf der rechten Seite zu liegen.
Bei den beiden Todesopfern handelt es sich um eine 77-jährige Frau und einen 78-jährigen Mann, beide aus Offenburg, wie die Polizei Sonntagabend mitteilte. Zudem erlitt eine 53-jährige Frau aus Rastatt bei dem Unglück so schwere Verletzungen, dass sie in Lebensgefahr schwebt.
Für die Rettungskräfte bedeutete der Busunfall Großalarm: Die Schwerverletzten wurden mit insgesamt neun Rettungshubschraubern in verschiedene Krankenhäuser in Bayern und Baden Württemberg, darunter nach Ulm, Ravensburg, Kempten und Regensburg geflogen. Ärzte und Sanitäter behandelten die leichter verletzten Menschen zunächst an der nahe gelegenen Rastanlage Seligweiler. 150 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Autobahn blieb zunächst zwei Stunden voll gesperrt. Danach wurde die Fahrbahn nach Stuttgart wieder geöffnet. Richtung München konnte der Verkehr dagegen erst sieben Stunden nach dem Unfall wieder frei fließen.
Warum der Doppeldeckerbus der Firma Rapp aus Königsfeld im Schwarzwald plötzlich die Böschung hinunterstürzte, konnte die Polizei noch nicht mit Sicherheit sagen. Sie ging von einem Fahrfehler des 37-jährigen Busfahrers aus. Andere Fahrzeuge seien nicht in den Unfall verwickelt gewesen, die Straßenverhältnisse waren gut, der fragliche Streckenabschnitt der Autobahn ist gerade und übersichtlich. Nach bisherigen Erkenntnissen lag auch kein technischer Defekt an dem Reisebus vor. Das Fahrzeug war erst seit drei Jahren im Dienst.
Möglicherweise, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Nord, wurde der Fahrer durch den Hustenanfall eines Fahrgastes stark abgelenkt, doch dazu lagen gestern noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Der Fahrer aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis und sein Ersatzmann hatten den Unfall mit leichteren Verletzungen überstanden.
Der Bus war am Sonntagmorgen in Königsfeld zunächst ohne Passagiere gestartet. Er fuhr im Auftrag eines anderen Unternehmens. Außerhalb des Schwarzwald-Baar-Kreises stiegen die Urlauber unterwegs an mehreren Orten zu. Die Reisegruppe bestand vornehmlich aus älteren Fahrgästen im Alter von bis zu 88 Jahren.
Das Bus- und Speditionsunternehmen Rapp stand gestern unter Schock. Es sei der erste derart schlimme Unfall und „der schwerste Schlag“ in der fast fünfzigjährigen Geschichte des Traditionsunternehmens aus dem Schwarzwald, sagte Junior-Chef Stefan Rapp dem SÜDKURIER. Firmenchef Wolfgang Rapp wurde kurz nach dem Unfall informiert und eilte sofort zur Unglücksstelle, um dort die Betreuung der Unfallopfer zu unterstützen. Junior-Chef Rapp hoffte gestern auf eine schnelle Aufklärung der Ursache.
Für Angehörige ist bei der Autobahnpolizeistation Günzburg ein Auskunftstelefon geschaltet unter der Nummer 08221/919-315.
