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Königsfeld Sie wollen den Handel voranbringen

08.02.2012
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Der Wochenmarkt in Königsfeld soll attraktiver gestaltet werden. Gleichzeitig soll ein Arbeitskreis neue Ideen für den Einzelhandel bringen.

– Nicht jammern sondern neue Ideen umsetzen: Das ist das Motto von Sigrid Gnädig. „Wir ziehen alle an einem Strang. Wenn wir das nicht tun, können wir wirklich eines Tages alle den Schlüssel bei unseren Geschäften umdrehen und schließen“, sagt die Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins. Drei große Themen gab es bei der Jahreshauptversammlung: der Wochenmarkt, die Situation des Einzelhandels in Königsfeld und im Besonderen das leerstehende Geschäft an der Ecke Mönchweiler/Steilwaldstraße, wo bis zum Jahresende noch die Augenweide zu finden war.

Dem Wochenmarkt fehlen Kunden Es mag nicht nur an der aktuellen Baustelle des Zentrums für Komplementärmedizin (ZKM) und dem daraus resultierenden Parkplatzproblem liegen, dass nicht mehr so viele Kunden auf dem Königsfelder Wochenmarkt einkaufen. „In den vergangenen drei Jahren waren die Zahlen rückläufig“, sagt Christa Obergfell aus Deißlingen, die Gemüse aus eigenem Anbau auf dem Markt verkauft. Immer weniger junge Frauen würden freitags auf den Markt kommen, um dort ihre Wocheneinkäufe zu erledigen. „Die jungen Familien ziehen weg und es kommt niemand nach“, sagt die Landwirtin.

Dezente Kritik an den Marktbeschickern übte Bürgermeister Fritz Link: Jetzt habe die Gemeinde schon die Standgebühren erlassen, damit die Händler dieses Geld in Werbung investieren können und geschehen sei nichts. Mit der Fertigstellung des ZKM und der Umgestaltung des Rathausplatzes sollen nicht nur mehr Parkplätze für die Marktgänger zur Verfügung stehen. Es soll auch das ganze Konzept überarbeitet werden. „Die Händler haben dann auch mehr Platz, sich großzügiger aufzustellen“, sagte Fritz Link und versprach gleichzeitig ein „verbessertes Ambiente“ für den Wochenmarkt. Außerdem soll der Standplan überarbeitet werden.

Welche wichtige Säule die Werbung für den Wochenmarkt werden könnte, machte Berthold Müller deutlich. „Ich weiß gar nicht, was es auf unserem Markt alles gibt“, sagte er. Sein Vorschlag: Immer wieder müsste bei den Bürgern in Erinnerung gerufen werden, dass es den Wochenmarkt gibt und vor allem, was es dort gibt. Auch die Öffnungszeiten wurden thematisiert: „Ich würde ja gern auf dem Wochenmarkt einkaufen. Aber zeitlich reicht das mir selten“, gestand Sigrid Gnädig. So wie ihr würde es bestimmt einigen berufstätigen Müttern gehen, die beispielsweise um 13 Uhr ihre Kinder von der Schule abholen. „Da wird auf dem Markt aber immer schon abgebaut.“

Viele Ideen kamen in der Diskussion auf: regelmäßige Werbung, Themenwochen und die Verlängerung der Marktzeiten. Auch neue Händler sollen gewonnen werden und über eine Zusammenarbeit zwischen Markt- und Einzelhändlern beispielsweise durch Rabattaktionen soll nachgedacht werden. Für ein ausgearbeitetes Konzept wollen sich Marktbeschicker und der Handels- und Gewerbeverein nochmals zusammensetzen. „Wir sind keine Konkurrenz. Wir sind ein Miteinander“, sagte die Vorsitzende.

Arbeitskreis für Einzelhandel Auch die Situation des Königsfelder Handels wurde angesprochen. „Wir haben 60 Einzelhändler, Dienstleister und Gastronome in einem Radius von 250 Metern und das in einer 6000-Einwohner-Gemeinde“, sagte Bürgermeister Fritz Link. Die Königsfelder Händler selbst hatten sich jedoch in einem SÜDKURIER-Artikel besorgt über die Situation geäußert. „Tatsächliche Schließungen“ habe es in den vergangenen fünf Jahren laut Bürgermeister sieben Stück gegeben. Seither gibt es in Königsfeld keine Geschäfte für Sportartikel, Schmuck, Antiquitäten und Kunsthandwerk mehr. Auch das chinesische Restaurant sei nicht ersetzt worden.

Neue Geschäfte sollten entweder die Lücken schließen oder ein ganz neues Angebot mitbringen. „Es hilft uns nichts, wenn wir Konkurrenz aufbauen“, sagte Fritz Link. Was er sich in Königsfeld gut vorstellen könne, wäre ein Gemeinschaftsladen der Künstler. „Das ist das, was Königsfeld ausmacht und was die Leute hier auch suchen.“ Unter der Regie der Gemeinde soll nun ein Arbeitskreis gegründet werden. In ihr sollen auch Bürger beteiligt werden. Link regte außerdem an, den Ortsmarke- tingreport noch einmal aus der Schublade zu holen und wieder mehr auf die Marke „Eigenzeitort“ zu setzen.

Augenweide soll nicht leer stehen Der Leerstand der ehemaligen „Augenweide“ beschäftigt den Verein. Wilhelm Dietz schlug vor, die leerstehenden Räume anzumieten und dann als Repräsentationsort für die Mitglieder des Handels- und Gewerbevereins zu nutzen. Er könne sich beispielsweise vorstellen, in den Fenstern Werbung anzubringen, die auf Geschäfte im Außenbereich hinweisen soll. „In Irland hat so etwas sehr viel Erfolg“, sagte Dietz. Der Großteil der Mitglieder wünscht sich jedoch wieder einen Einzelhändler in den Räumen. Vorschläge gab es einige: vom Spezialladen für Kaffee, über einen Bio-Laden bis hin zum Teegeschäft.

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