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Königsfeld Königsfelder sind eng am Haus der Religionen beteiligt

Ehepaar Haas engagiert sich in neuer Heimat Bern. Bei Projekt arbeiten viele Glaubensrichtungen zusammen. Schwarzwälder Delegation fährt im März zu Besuch hin.

Während anderswo auf der Welt der Name Gottes respektive Allahs für Folter und Mord missbraucht wird, sitzen im „Haus der Religionen“ in Bern Muslime, Christen, Buddhisten und Angehörige weiterer Glaubensgemeinschaften friedlich an einem Tisch, essen, beten, diskutieren zusammen. Am ersten Frühlingssamstag, 21. März, fährt eine Gruppe aus Königsfeld in die Schweizer Hauptstadt. Die Bezüge zum „Haus der Religionen“ sind eng: Hartmut Haas und Friederike Kronbach-Haas sind gebürtige Königsfelder und maßgeblich am interreligiösen Modell-Projekt beteiligt.

„Das Thema ist hochaktuell“, sagt Hans-Beat Motel, der die Busfahrt aus dem Schwarzwald nach Bern organisiert hat. Die Plätze sind bereits vergeben, ein Indiz für das große Interesse am Haus der Religionen. Am 14. Dezember vergangenen Jahres wurde es nach gut zehnjähriger Vorbereitungszeit eröffnet. Der Neubau auf dem Europa-Platz in Bern beinhaltet auf 3000 Quadratmetern und zwei Stockwerken Moschee, Hindutempel, Kirche, Alevtisches Dergah, und buddhistisches Zentrum; weitere Gesprächspartner sind Baha'i, Juden und Sikh. Die Sinngebung des Hauses beschreibt sein Untertitel: Es geht um den „Dialog der Kulturen“, für den öffentliche Gemeinschaftsräume zur Verfügung stehen.

Zur ökumenischen Gemeinschaft christlicher Kirchen gehört auch die kleine Herrnhuter Brüdergemeine, der bei Planung, baulicher Realisierung und inhaltlicher Konzeption eine Schlüsselrolle zukommt. Hartmut Haas ist Pfarrer der Brüdergemeine in Bern und wurde von der Unität für das Haus der Religionen frei gestellt. Er hatte sich mit Ehefrau Friederike bereits seit Jahren an der Vorgängerinstitution „Runder Tisch der Religionen“ engagiert und in Gremien, Behörden und in der Öffentlichkeit unermüdlich für die Idee geworben.

Ein Zeichen für Frieden

2002 wurde ein Verein gegründet, der wiederum eine Stiftung ins Leben rief, die als Bauherrin auftritt. In seinem Bemühen, eine breite Bevölkerung zu sensibilisieren und Entscheidungsträger zu überzeugen, bezog sich Hartmut Haas eng auf die Gedanken von Johann Amos Comenius (1592 bis 1670). Er war der letzte Bischof der Böhmischen Brüder, die im 30-jährigen Krieg wegen ihres unerschütterlichen Pazifismus verfolgt wurden.Ihre „alte“ Brüderunität, die „Unitas Fratrum“, ging unter und wurde 200 Jahre später als Herrnhuter Brüdergemeine neu gegründet. Comenius hatte im kriegerischen Europa eine Verbesserung der menschlichen Dinge gefordert, welches Postulat beängstigend aktuell ist.Der Königsfelder Hartmut Haas ist Geschäftsleiter im Haus der Religionen, seine Frau Friederike Kronbach-Haas verantwortlich für den Bereich Integration. Im Haus werden alevitische, christliche, islamische, buddhistische und hinduististische Glaubenstraditionen kultiviert und enge Kontakte zur jüdischen Gemeinde und weiteren Religionsgemeinschaften gepflegt. Das Haus der Religionen nehme zu den brennenden Konflikten der Gegenwart Stellung, unterstütze weltweite Friedensarbeit und initiiere eigene Projekte, erklärt die Initiative.

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