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Königsfeld Königsfeld erhählt keine EU-Zuschüsse

11.02.2012


Die Gemeinde muss beim Umbau der Bücherei und der Einrichtung ihres Bürgerbüros auf die Fördermittel aus dem Leader-Programm verzichten. Deswegen wird jetzt bei den Baumaßnahmen und Möbeln kräftig gekürzt.

– Mitte Dezember kam die schlechte Nachricht per Post: Eine Förderung der Bibliothek und des Netzwerkbüro „Bürger aktiv“ aus den Mitteln des Leader-Programms der Europäischen Union ist nicht möglich. Der Grund: Das Gebäude in der Friedrichstraße, in dem die Einrichtungen untergebracht sind, liegt im Gebiet des Städtebauförderungsprogramms. Eine Doppelförderung ist laut Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz nicht möglich. Statt der Leader-Förderung in Höhe von 65 000 Euro stehen der Gemeinde für den Umbau der Bücherei und der Einrichtung des Netzwerksbüros nur 10 700 Euro zur Verfügung.

„Es ist ein Widerspruch, weil die Einrichtung der Bibliothek nichts mit der städtebaulichen Sanierung zu tun hat“, machte Bürgermeister Fritz Link in der Gemeinderatssitzung seinem Ärger Luft. Ohne Geld vom Land muss die Gemeinde die bisher geplanten Ausgaben deutlich reduzieren, um den Eigenanteil von 36 950 Euro nicht zu überschreiten. „Es sind nur Nuancen, damit wir in den wichtigsten Bereichen keine Abstriche machen müssen“, sagte Hauptamtsleiter Martin Laufer.

An der Aktualisierung des Medienbestandes und der Einführung der computergestützten Ausleihe wird kaum gespart. Kräftige Einschnitte plant die Gemeinde hingegen bei der Möblierung. Statt neuer Regale und Möbel, wird der alte Bestand weitestgehend integriert. Bei den baulichen Vorhaben werden die Ausgaben von geplanten 30 400 Euro auf 14 500 Euro reduziert. Statt eine neue Rollstuhlrampe aus Granit einzubauen, bleibt die bisherige Rampe bestehen. Auch das Entfernen einer Wand und der Einbau einer mobilen Trennwand fallen dem Rotstift zum Opfer. Diese war geplant um die Räume flexibel für Veranstaltungen zu nutzen.

Die Gemeinde verabschiedet sich außerdem von dem Vorhaben, rollstuhlgerechte Türen einzubauen. „Ich bin mit allen Kürzungen einverstanden, aber warum verzichten wir auf die rollstuhlgerechten Türen?“, wollte Gemeinderätin Beate Berg-Haller (Bündnis 90/Die Grünen) wissen. Bürgermeister Link erklärte, dass die jetzigen Türen für Rollstuhlfahrer ohne Probleme zugänglich sind. Geplant war, breitere Türen einzubauen, um so einer weiteren Person den Durchgang zu ermöglichen. Durch die Einsparungen reduzieren sich die Kosten von 64 849 Euro auf 36 500 Euro.

Beim Netzwerkbüro „Bürger Aktiv“ muss die Gemeinde die Ausgaben von 37 100 Euro auf 11 500 Euro senken. Dies geschieht größtenteils durch Einsparungen an den Möbeln. „Der Bestand an Stühlen wird übernommen“, berichtet Martin Laufer. Zudem wird nicht mehr so viel umgebaut, wie ursprünglich angedacht.

„Wir können gut mit Reduzierungen leben, wir hatten ja alles großzügig geplant“, sagt Fritz Link. Für ihn war es besonders wichtig, bei den Kürzungen nicht an den Büchern zu sparen. „Wir legen viel Wert auf einen guten Bestand an Medien“, erläuterte Fritz Link. Neben den Kürzungen und Einsparungen konnte der Bürgermeister noch etwas Positives vermelden: Zu den Neuanschaffungen bekommt die Gemeinde- und Kurbibliothek die Bücher-Sammlung des Albert-Schweitzer-Studienkreises, die aktuell im Albert-Schweitzer-Haus stehen. „Die rund 200 Bücher werden in das Verleihsystem integriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht“, erläuterte Link.

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