Im Neubaugebiet „Am Tonishof“ wird die Erschließungsstraße nach dem Buchenberger Uhrenschildmaler benannt
Der erste Straßenname im Neubaugebiet „Am Tonishof“ steht fest. Die Erschließungsstraße auf Buchenberger Gemarkung soll den Namen „Jakob-Maier-Weg“ tragen. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Buchenbergs Ortsvorsteher Peter Hase. Einen Gewann-Namen habe man nicht wählen können, da es dort keinen gebe. Auch habe man einige Ideen wieder verwerfen müssen, da die Verwechslungsgefahr zu anderen Königsfelder Straßen zu groß gewesen sei.
Bei Jakob Maier handelt es sich um einen Buchenberger Bürger, der von 1822 bis 1899 auf der „Mönchhofer Halde“ wohnte. Bruno Mößner hat ausführlich recherchiert. Der einzige Sohn eines Tagelöhners und Schuhmachers habe ein „ausgeprägtes künstlerisches Talent“ gehabt. Für seine spätere Tätigkeit habe er früh Anregung bei Handwerkern in unmittelbarer Nachbarschaft auf der Halde, dem Siehdichfür und dem Brogen erhalten. Damals gab es dort neben Schuhmachern, Schneidern und Schreinern auch Uhrenkastenmacher und Uhrenschildermaler.
Das Arbeitsgebiet von Jakob Maier war breit gefächert. Dies ist dokumentiert durch ein Musterbuch, das erhalten geblieben ist. Viele Motive sind darin zu finden – doch eines sticht heraus: die blaue Rose. Diese kann als sein Markenzeichen angesehen werden. Neben Uhrenschildern sind die Malereien von Jakob Maier auch auf vielen anderen Objekten zu finden: Tauf- und Konfirmationsbriefe, Stubentafeln und auch Bücher wie Gesangsbücher und Hausbibeln werden von seinen Werken geschmückt. Auch Schränke, Truhen und Kappentrögchen hat er verziert.
Laut den Forschungen von Bruno Mößner war Jakob Maier in Buchenberg ein geachteter Bürger. Man habe ihm 1855, als er erst 33 Jahre alt war, das Ehrenamt des Heiligenpflegers übertragen. Damit habe er die traditionelle Aufgabe übernommen, das Kirchengut der Gemeinde zu verwalten. Maier wurde in Buchenberg beerdigt. Der Grabstein wurde vor einigen Jahren im Wald unterhalb des Friedhofes gefunden. Er wird im Archiv des Dorfmuseums aufbewahrt.