Deswegen ist es nötig, die Straße zeitweise zu sperren, während die Arbeiter mit Fällen beschäftigt sind. Eine Ampel soll verhindern, dass irgendjemand zu Schaden kommt. Zwischen drei und fünf Minuten wird die Rotphase dauern. „Es können auch vereinzelt zehn Minuten sein“, sagt Revierleiter Matthias Breithaupt. Sobald die Arbeiter den Baum gefällt haben, wird per Funk Bescheid gesagt und der Verkehr kann wieder fließen.
Zwar werden die Bäume immer in Richtung des Waldes gefällt – die Straßensperrung ist trotzdem nötig. „Theoretisch fällt kein Baum auf die Straße, aber in der Praxis kann das auch anders kommen“, erklärt Breithaupt. So kann beispielsweise ein Windstoß die Fallrichtung eines Baumes ändern. Schlichtweg geht es um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer: So könnte es auch beispielsweise sein, dass ein Autofahrer durch die Fallarbeiten erschrickt und das Steuer seines Fahrzeuges verreißt. „Wir wollen niemanden ärgern“, sagt Bernhard Hake, stellvertretender Forstamtsleiter. Es werde versucht, die Belastung für die Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten.
Unverständnis zeigen Hake, Breithaupt und auch die zuständigen Waldarbeiter über die Ungeduld der Verkehrsteilnehmer. „Es gibt echt Leute, die das Signal ignorieren und sich so in absolute Lebensgefahr begeben“, kritisiert der stellvertretende Forstamtsleiter. Das sei nicht nur bei Autofahrern der Fall: Auch Radfahrer würden das rote Licht der Ampel ignorieren. „Die Leute, die an der Säge arbeiten, müssen sich absolut darauf verlassen können, dass niemand auf der Straße unterwegs ist“, so Hake. Aus diesem Grund sind die Waldarbeiter auch angehalten, jedes Kennzeichen zu notieren und den Vorfall anzuzeigen. Auf den Verkehrssünder warten harte Strafen. „Es handelt sich um ein offizielles Verkehrszeichen.“ 200 Euro Bußgeld, vier Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot erhält man mindestens.
Die Fällarbeiten seien jedoch nötig: Danach ist es auf der Straße gerade bei Sturm wieder sicherer, denn der geplante Einschlag, der rund 1000 Festmeter betragen soll, wurde unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit ausgewählt. Bei diesen Bäumen besteht die Gefahr, dass sie beim nächsten Sturm auf die Straße stürzen. „Wir handeln nicht nur bei akuter Gefahr, sondern auch präventiv“, sagt Hake. Gerade bei der L 177 seien bei den Weihnachtsstürmen Bäume umgestürzt.
