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Königsfeld Acker wird zur Bienenweide

Königsfeld – An warmen, sonnigen Tagen ist das gemütliche Summen und Brummen so laut im Feld, dass die Freude von Bienen, Hummeln und Co regelrecht hörbar ist. Und zu sehen: Auf jeder Blüte machen sich gleich mehrere Nektar- und Pollensammlerinnen emsig zu schaffen.

Tischleindeckdich für die Bienen und Augenweide für Menschen: Katja und Bernd Hummel in ihrer Bienenweide in Neuhausen.
Tischleindeckdich für die Bienen und Augenweide für Menschen: Katja und Bernd Hummel in ihrer Bienenweide in Neuhausen. | Bild: Bild: Nack

Das Feld hinter dem Hof von Landwirt Bernd Hummel in Neuhausen wurde in diesem Frühjahr nicht mit Getreide bestellt, sondern mit einer speziellen Saatmischung, die es in eine Bienenweide verwandelt hat.

Für Bienen ist das rund vier Hektar große Areal das reinste Tischleindeckdich, für die zweibeinigen Betrachter ein Augenschmaus. Zur Zeit dominieren prachtvolle Sonnenblumen, zu deren Füßen sich unter anderem fröhliche Ringelblumen, Kornblumen, Borretsch und diverse Kleesorten ausbreiten. Das Saatgut gibt es in Varianten (etwa mit oder ohne Kreuzblütler), so dass die Landwirte ihre Bienenweide auf die jeweils angebrachte Fruchtfolge abstimmen können. Die Saatmischungen wurden vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg in Abstimmung mit der Landesanstalt für Bienenkunde zusammengestellt und können in den Raiffeisen-Zentralgenossenschaften erworben werden.

Der gezielte Anbau von Bienenweiden gehört seit diesem Frühjahr zum Programm für Marktentlastung und Kulturausgleich (MEKA) und wird mit Fördermitteln der Europäischen Union (EU) unterstützt. Bauern, die dabei mitmachen, müssen das spezielle Saatgut verwenden, die Bienenweiden dürfen nicht gedüngt und müssen bis zum Spätherbst überhaupt in Ruhe gelassen werden. Erst dann werden die Flächen gemäht und mit dem gehäckselten Schnittgut von Blumen und Kräutern gemulcht. 500 Euro pro Hektar erhalten die Landwirte für die Anlage von Bienenweiden, rund 100 Euro davon müssen sie pro Hektar an Kosten für das Saatgut kalkulieren.

„Viel verdient ist daran nicht“, stellt Bernd Hummel fest, der als Vorsitzender des Königsfelder Ortsvereins im Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) gleichwohl kräftig Werbung für die Anlage der bunten Wiesen macht. Rund 80 Landwirte aus Kernort und Teilorten gehören zum Verein. Die meisten wirtschaften nur noch im Nebenerwerb, weil die bäuerliche Produktion nicht mehr existenzsichernd ist. Die Kollegen seien sich des Spagats zwischen ökonomischen Zwängen und ökologischen Notwendigkeiten bewusst, sagt Bernd Hummel und betont: „Wir Landwirte sind naturverbunden.“ Deshalb begrüßt und unterstützt der Bauernverband die Bienenweiden. Er stellt kostenlos Schilder zur Verfügung, die am Feldrand aufgestellt werden können, Auskunft über die Pflanzen geben und über den Hintergrund der Aktion informieren.

Das ist der Hunger der Bienen. Heutzutage mähen Bauern ihre Wiesen früher und öfter, weil sie kein Heu, sondern Silo gewinnen wollen. Wenn aber die Wiesenblumen gar nicht erst zur Blüte kommen, fliegen die Bienen hungrig heim in ihren Stock. „Eine eintönig grüne Wiese ist für Bienen eine Wüste“, stellt Bernd Möller fest, „Bienen brauchen es bunt.“ Der Königsfelder ist Vorsitzender des Bezirksvereins Villingen und hat einige seiner Völker auf landwirtschaftlichen Flächen der Familie Hummel platziert. Auch er freut sich über das neue Bienen-Programm und die Aufgeschlossenheit der Bauern; durch die Aktion seien viele sensibler für die Bedürfnisse der Honigmacherinnen geworden.

Auch Katja Hummel, Ehefrau des Landwirts, hat ihre Freude am Paradies vor der Haustür. Ein farbenprächtiges Schauspiel sei die Blüte des knallroten Klatschmohns gewesen, die ein wunderschöner Kontrast zum zarten Blau von Lein und Borretsch gewesen sei.

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