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Königsfeld „Das Miteinander hat eine gute Kultur in Königsfeld“

27.08.2011


Königsfeld – Sie sind zwar im Rentenalter, aber viel zu jung, fit und munter, um sich in den Ruhestand zu begeben. „Wir wollen gestalten, uns einmischen und etwas für jene tun, die nicht in der Lage sind, sich immer um alle Lebensbelange selbst zu kümmern.“ So fassen Klaus Schirm, Jutta Gnädig und Mechthilde Koger ihre Motivation zusammen, sich für das neue Netzwerk „Bürger aktiv“ zu engagieren.

Die drei bilden zusammen mit Jürgen Lieberum den organisatorischen Kern der ehrenamtlichen Initiative, zu der inzwischen sieben eigenständige Arbeitsgemeinschaften gehören. Wichtig ist den Machern, dass mit dem neuen Service keineswegs nur Senioren angesprochen werden, sondern auch die Jugend einbezogen werden soll.

Computerkurse mit guter Resonanz

Alles begann mit dem Angebot „Internet goes Ländle“, das sich an ältere Computerneulinge richtet und in Königsfeld wegen der guten Resonanz fortgesetzt werden soll. Die Gemeinde hatte darauf aufmerksam gemacht und ehrenamtliche Internet-Lehrer gesucht. Die drei späteren Orga-Protagonisten lasen den Aufruf, fühlten sich spontan angesprochen und bewährten sich als Computer-Trainer. So kam der Stein ins Rollen, der ständig weitere Kreise zog.

„In Königsfeld gibt es zwar eine breite Angebotspalette für und mit Senioren, wir haben aber Defizite entdeckt, etwa bei kleineren Dienstleistungen“, beschreibt Klaus Schirm den Hintergrund. Der frühere Maschinenbauingenieur ging Ende 2000 in den theoretischen Ruhestand. Er wohnt in Weiler, wo er sich mit seinem Organisations- und graphischem Gestaltungstalent bereits mehrschichtig engagiert. Er ist auch maßgeblich für den Flyer verantwortlich, der mit Hilfe der Gemeinde in einer Auflage von 500 Stück gedruckt und unter Senioren der Gesamtgemeinde verteilt wurde.

Im Januar kam das Team zum ersten Mal zusammen und trifft sich seither einmal im Monat mit verlässlich guter Resonanz. Die Zahl potenzieller Helfer mit unterschiedlichen Kompetenzen ist auf 40 angewachsen, unter ihnen ist auch Jutta Gnädig.

Im November 2010 zog die Witwe von Villingen nach Königsfeld. Sie ist vielseitig interessiert und engagiert sich ebenfalls gern: „Ich lerne dabei und profitiere selbst von neuen Kontakten.“ Ihr Enkel führte sie in die Computer-Welt ein, welches Wissen sie beim Internet-Kurs als Trainerin weitergab. Jetzt ist sie ebenfalls Ansprechpartnerin zur Kontaktvermittlung: „Wir koordinieren die Experten-suche und bringen Hilfsbedürftige und Hilfe Gebende zueinander.“

Mechthilde Koger liegt der integrative Charakter von „Bürger aktiv“ besonders am Herzen. Das Netzwerk richte sich an alle Generationen und an Bürger aller Ortsteile. „Das Miteinander von Alter und Jugend hat eine gute Kultur in Königsfeld“, sagt Klaus Schirm, „darauf wollen wir aufbauen.“ Der neue Service müsse langsam wachsen und habe seine klar definierten Grenzen. „Wir ersetzen keine Profis und bieten keine dauerhaften Einsätze.“ Es gehe vielmehr um praktische und punktuelle Hilfe im Notfall.

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