Erstmals in der Geschichte der deutsch-französischen Brigade ist gestern bei einem Appell in der Immendinger Ortsmitte ein Kontingent französischer Rekruten ins dritte Husarenregiment aufgenommen worden, das eine gemeinsame Grundausbildung mit Soldaten des deutschen Artilleriebataillons 295 absolviert hat. Kommandeur Colonel Benoit Paris betonte die Bedeutung dieser Zeremonie für die binationale Freundschaft.
Immendingen – Es waren in mehrfacher Hinsicht symbolträchtige Momente, die sich gestern Nachmittag auf der Wiese zwischen dem Immendinger Rathaus und der Donauhalle abspielten. Für die jungen französischen Soldaten bedeutete der Appell mit ihrer Vorstellung gegenüber der Standarte des Regiments und der Übergabe ihrer Kopfbedeckung – des „Képi“ – das Ende ihrer Grundausbildung und den offiziellen Beginn ihres Diensts an Frankreich innerhalb der Esterhazy-Husaren. Dass die jungen Franzosen als erste gemeinsam mit Rekruten des Artilleriebataillons 295 ihre Grundausbildung abgelegt hatten, war zugleich eine weitere Stärkung der binationalen militärischen Zusammenarbeit und des deutsch-französischen Gedankens. Der neue Kommandeur des dritten französischen Husarenregiments, Colonel Benoit Paris, erklärte in seiner Ansprache, die Feier erhalte zudem einen „ganz besonderen Charakter“, weil eine deutsche Gemeinde die französischen Soldaten zu der Zeremonie empfange. Benoit Paris weiter: „Diese erste gemeinsame Grundausbildung war ein Erfolg, da sie von Beginn an die Besonderheit des Diensts in der deutsch-französischen Brigade festlegte, in der es um Offenheit, deutsch-französische Kameradschaft und den Verbund der Einsatzfähigkeit beider Einheiten geht.“ Die französischen Rekruten, denen diese Grundsätze vor ihrer Verpflichtung noch fremd waren, hätten trotz Sprachbarriere mit ihren deutschen Kameraden Kontakte geknüpft, so Paris. Umgekehrt erlebten dann gestern neben dem Zug deutscher Rekruten des Artilleriebataillons bei strömendem Regen auch Zuschauer aus der Garnisonsgemeinde Immendingen den Ablauf der französischen Verpflichtungszeremonie.
Dazu gehörte zu Beginn die „Vorstellung“ der neuen Soldaten gegenüber der Standarte des Regiments, die neben den drei französischen Nationalfarben auch eine Zusammenfassung über die vom Husarenregiment bewältigten Schlachten und Feldzüge in Europa und Afrika zeigt. „Nach der Vorstellung habt ihr die Ehre, euren Képi aufzusetzen“, erläuterte Colonel Paris den weiteren Ablauf der Feier. Der Képi ist ein Symbol der Verpflichtung in die französische Armee. Die Kopfbedeckung wurde bereits 1861 eingeführt. Symbolik beinhalten auch die Farben des Képi, dessen Rot an das vergossene Blut erinnert und dessen Hellblau für die Kavallerie steht.