Immendingen Riesige Maschine baut Nordkurve für Immendinger Daimler Prüfzentrum

Spezieller Brückenfertiger realisiert überhöhte Fahrbahnen. Ovalrundkurs des Prüfzentrums nimmt Form an.

Der Ovalrundkurs, Kernstück aller Teststrecken des Daimler-Prüf- und Technologiezentrums, nimmt Formen an. Eine riesige Spezialmaschine, wie es sie nur zwei Mal auf der Welt gibt, ist derzeit dabei, die überhöhten Kurven des 4,1 Kilometer langen Rundkurses zu bauen. Der sogenannte Brückenfertiger schafft es, eine 12,50 Meter breite, schräg geneigte Fahrbahn nahtlos zu asphaltieren. Allein der Bau der beiden überhöhten Kurven dauert von März bis September. Die beiden Geraden des Ovalrundkurses werden bis zum kommenden Jahr fertiggestellt. Auf der Endlos-Strecke will Daimler vor allem Autobahnfahrten simulieren, was unter anderem auch für autonom fahrende Autos wichtig ist.

  • Auftrag im Herbst: Für den Einsatz der ZeMaschine hat die "SMB Construction", ein Konsortium aus den Firmen Strabag und Max Bögl, den Auftrag bereits ein halbes Jahr vor Baubeginn erhalten. "Daimler hat uns im letzten Herbst mit dem Bau beauftragt", so der Projektleiter des Konsortiums, Thomas Neumann. Einer der beiden speziellen Brückenfertiger des Unternehmens ist in Europa stationiert, ein weiterer in China. "Die Maschine wurde für den Bau der überhöhten Fahrbahnen im Immendinger Daimler-Prüfzentrum speziell ausgerichtet und in Köln schon einmal zusammengebaut", berichtet Daimler-Bauprojektleiter Conni Kahlert.
    An einer Referenzschiene (im Vordergrund) holt sich der Brückenfertiger per Ultraschallsensor die Daten für seine Arbeit.
    An einer Referenzschiene (im Vordergrund) holt sich der Brückenfertiger per Ultraschallsensor die Daten für seine Arbeit.
    Danach wurden die Einzelteile des riesigen Brückenfertigers in 30 Transporten zur Baustelle des Prüfzentrums gebracht.
  • Baubeginn im März: Nach einigen Vorbereitungen durch die Baufirmen vor Ort begann SMB im März mit dem Bau der ersten hydraulisch verfestigten Tragschicht. Insgesamt drei solche Tragschichten bilden den Unterbau der überhöhten Fahrbahn der kleineren Nordkurve des Ovalrundkurses. Derzeit folgen nun die neun Zentimeter dicke Asphalttragschicht, der fünf Zentimeter dicke Asphaltbinder und schließlich die vier Zentimeter dicke Asphaltdeckschicht. "Die Herausforderung ist, dass die Fahrbahnen der Daimler-Teststrecke anders als Autobahnen nahtlos asphaltiert werden müssen", so Thomas Neumann. Der Brückenfertiger schafft das bei den überhöhten Kurven des Ovalrundkurses auf eine Breite von 12,50 Metern. Gelenkt wird er über eine zuvor errichtete Referenzschiene, die er per Ultraschallsensor abtastet. Zwei extra für das Projekt ausgerichtete Walzen vollenden die Arbeit der Spezialmaschine.
  • Fast 20 Mann Personal: Bedient wird der Brückenfertiger von zwölf bis 13 Mann, fünf bis sechs weitere Bauarbeiter kümmern sich um Vor- und Nacharbeiten. Der notwendige Asphalt, 800 bis 900 Tonnen pro Tag, wird über thermo-isolierte Lastwagen angeliefert, die je 26 Tonnen transportieren können. Ein einziges, auf dem Gelände befindliches Asphaltwerk reicht aus, um den täglichen Asphaltbedarf des Brückenfertigers zu decken, der etwa 30 Meter Asphalttragschicht pro Stunde schafft.
  • Regen stoppt Maschine: Die Projektleiterin des Prüfzentrums, Caroline Anstett, und der technische Projektleiter Andreas Jauer, Stellvertreter von Reiner Imdahl, machten sich am Montag einen Eindruck vom Fortschritt der Bauarbeiten an der Nordkurve. Unerlässlich für die Asphaltierung ist trockenes Wetter. Thomas Neumann: "Gibt es eine Regenwahrscheinlichkeit wird gar nicht erst angefangen." Dennoch geht Neumann davon aus, dass der Bau der überhöhten Kurven termingerecht zum September fertig wird.

Ovalrundkurs

Der Ovalrundkurs ist die zentrale Teststrecke des Prüfzentrums, in deren Innerem sich weitere Prüfanlagen befinden. Er hat eine Länge von 4,1 Kilometern. Die Fahrbahnen sind bis zu 16 Meter breit. Die beiden Geraden des Rundkurses sind 1,2 Kilometer lang. Die Nordkurve hat einen Kurvenradius von 160 Metern, die Südkurve von 235 Metern. Die Besonderheiten des Ovalrundkurses sind die überhöhten Fahrbahnen der beiden Kurven, bewässerte Streckenabschnitte und eine Wasserdurchfahrt. Auf der Strecke werden Autobahnfahrten simuliert. (feu)

Ihre Meinung ist uns wichtig
Mehr zum Thema
Daimler Prüf- und Technologiezentrum Süd: Die Daimler AG plant in Immendingen ihr neues Prüf- und Technologiezentrum. Zentrale Aufgabe soll sein, alternativer Antriebe weiterzuentwickeln. Das Daimler-Zentrum soll auf dem Kasernengelände entstehen. Das Verteidigungsministeriums hat die Schließung der Kaserne zugesagt. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Artikel und Bilder zum Thema.
Hervorragende Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Immendingen
Immendingen
Immendingen
Immendingen
Immendingen
Immendingen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren