Das Projekt „Kinder, Natur, Abenteuer – Fideldidu“ von Maria del Carmen Limberger und Tobias Ackermann aus Donaueschingen hat den Aesculap-Umweltpreis 2009 gewonnen. Weitere Preisträger sind das Artenschutzprojekt von Karlheinz Sikinger, BUND Tuttlingen, sowie eine Umweltdokumentation von Siegfried Harr aus Zimmern.Vergeben wurde der mit 10 000 Euro dotierte Aesculap-Umweltpreis gestern zum 18. Mal.
Tuttlingen – Die Verleihung der Preise an die Sieger nahm Aesculap-Vorstandsvorsitzender Hanns-Peter Knaebel im Aesculapium in Tuttlingen vor. Knaebel wies in seiner Einführung darauf hin, dass sein Vorgänger, der bei der Feier ebenfalls anwesende Professor Michael Ungethüm, den Aesculap-Umweltpreis initiiert habe. Bei der diesjährigen Ausschreibung seien wieder viele gute Beiträge eingegangen und die Jury habe mit großem Engagement die Preisträger gekürt. Knaebel erklärte weiter, nach 18-jähriger Existenz des Aesculap-Umweltpreises habe sich die neue Führungsspitze des Unternehmens Gedanken gemacht, wie man dem Preis Innovationen hinzufügen und neue Wege beschreiten könnte. „Dabei ist uns deutlich geworden, dass das Umweltthema nichts von seiner Aktualität verloren hat“, so der Aesculapchef. Was die Teilnehmer am Wettbewerb um den Umweltpreis präsentieren, ist laut Knaebel „gelebter Umweltschutz“, der sich vom diskutierten Umweltschutz beim Klimagipfel klar unterscheide. „Es sind tolle Projekte, die sie mit uns teilen“, lobte er abschließend.
Eine Erläuterung zur Zusammensetzung und zum Vorgehen der Jury gab danach der Umweltbeauftragte der Stadt Tuttlingen, Michael Hensch, der schon von Beginn an in dem Fachgremium tätig ist. Danach berichtete er über die Entscheidung der Jury: Der „erste, erste Preis“ innerhalb des Gesamtpreises geht mit 3 500 Euro an Maria del Carmen Limberger und Tobias Ackermann aus Donaueschingen. Die 41-jährige, ehemalige Donaueschinger Kindergartenleiterin und heutige Kinderbuchautorin Maria del Carmen Limberger und ihr Bruder, der Marketingberater Tobias Ackermann (44), haben ein Multimediaprojekt für Kinder von drei bis zehn Jahren entwickelt.
Es trägt den Titel „Kinder, Natur, Abenteuer – Fideldidu“ und will den Mädchen und Jungen die Natur spielerisch näher bringen. Dazu nutzen sie das komplette Medienspektrum von der interaktiven „Fideldidu“-Website, über Bücher, CDs und kindgerechte Dokumentarfilme bis zu Workshops. Sie geben pädagogisches Lehrmaterial aus und bieten kostenlos soziale Kindergarten- und Schulprojekte, etwa zum Thema erneuerbare Energien. Bei „Fideldidu“ handelt es sich um einen Elfenjungen, der Kindern auf einfache Weise Naturelementarwissen und Umweltverantwortung vermittelt. Der „zweite, erste Preis“, der ebenfalls 3 500 Euro beinhaltet, wurde an Karlheinz Sikinger von der Tuttlinger Gruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland vergeben. Der 51-Jährige ist Leiter des Artenschutzprojekts für Mauersegler, das 2009 seit zehn Jahren besteht. Projektmotivation war die Gefährdung der Mauersegler durch moderne, tierfeindliche Bauweise. Bestandteile der Aktion sind der Erhalt vorhandener Brutplätzen, die Schaffung neuer Brutnischen, das Aufhängen von Nistkästen und mauerseglerfreundliche Baumaßnahmen. Ferner wird Öffentlichkeitsarbeit betrieben, es gibt Infostände und Vor-Ort-Beratungen.
Der zweite Preis im Rahmen des Aesculap-Umweltpreises 2009, der mit 2500 Euro dotiert ist, geht an Siegfried Harr aus Zimmern. Der pensionierte Biologielehrer ist seit 50 Jahren in und für Natur und Umwelt aktiv und mit viel Engagement als Umweltpädagoge tätig. Ausgezeichnet wurde sein Buch „Wunderwelt am Wanderweg – bezauberndes Eschachtal“. Die Dokumentation beschreibt die Besonderheiten des Eschachtals mit Nebenbächen von Fischbach bis Rottweil, geht auf Flora, Fauna, Geologie, Siedlungsgeschichte und Klima ein. Wie alle Preisträger stellte Harr nach der Preisvergabe sein Projekt vor und fand mit einem Foto der im Eschachtal vorkommenden „Aesculap-Natter“ einen passenden Abschluss, denn der „Schlangenstab“ bildet das Aesculap-Warenzeichen.