Immendingen Auch Erlkönige wird es geben
Beim Ortschaftsrat Hintschingen informieren die Daimler-Projektleiter über das Prüf- und Testzentrum, das teilweise auf Hintschinger Gemarkung entstehen soll. Bild: Freudig
Zeitnah wird in Immendingen als erstes ein Informationszentrum für Bürger eingerichtet, wofür von Daimler-Seite bereits Mietverträge unterzeichnet sind und per Internet-Stellenanzeige eine Sekretärin gesucht wird. Auch auf Fragen zu Arbeitsplätzen, Sichtschutz, „Erlkönigen“ und Grundstücksverkauf wurde bei der Sitzung eingegangen.
Zu der Beratung, an der rund 30 Zuhörer teilnahmen, hatten die Projektleiter Lothar Ulsamer und Reiner Imdahl eine neue Karte mit einer aktuellen Übersicht über im Prüfzentrum geplante Module mitgebracht. Zunächst erläuterten beide noch einmal die Standortsuche, bei der rund 120 Flächen geprüft worden seien. „Unsere Suchkriterien passen sehr gut auf Immendingen“, hob Ulsamer erneut hervor.
Für Immendingen bedeute die Anlage Zukunftssicherung, angefangen von Arbeitsplätzen und dem Einsatz ortsansässiger Firmen bei Betrieb und Bau über weitere Betriebsansiedlungen in der Folge bis zu den Chancen für die Gastronomie. Bisherige Nutzer von land- und forstwirtschaftlichen Flächen würden künftig eingebunden. Weil diese aus Datenschutzgründen oft nicht bekannt seien, sollten sie sich bei Daimler melden. Im Fall Hintschingen werde der Zugang zu solchen Flächen verbessert und mit Nutzern besprochen.
Projektleiter Imdahl ging auf die geplante Entwicklung von Alternativantrieben (Hybrid, Batterie, Brennstoffzelle) und Assistenzsystemen (Tempolimit-, Totwinkel-, Spurhalte-, Abstand-Assistent, intelligentes Licht) ein. Er berichtete, wofür die im Prüfzentrum geplanten Module, das Oval, die Messgerade, Dauerlaufkurse und Simulationsstadt benötigt und wie sie angeordnet werden. Bei der Größe des Areals lasse sich der Naturschutz, etwa für Vögel am Höwenegg, ebenso mit der Nutzung vereinbaren wie die Ausgleichsflächen. Bis Oktober soll eine Kartierung Auskunft zu Details geben.
Was die Realisierung des Prüfzentrums angehe, seien die Gespräche mit allen Ebenen, mit Verteidigungsministerium und Landesregierung „auf gutem Weg“, so Lothar Ulsamer. „Lassen Sie sich nicht irritieren, wenn solche Themen wie der Schießplatz plötzlich hoch gehandelt werden“, meinte er. Klar sei, dass Daimler die dortige versiegelte Fläche in jedem Fall nutzen und nicht etwa „den Wald daneben abholzen“ werde. In fünf bis sechs Jahren rechnet Ulsamer mit den ersten Arbeitsplätzen im Prüfzentrum.
Den engen Kontakt mit Daimler bestätigten Bürgermeister Markus Hugger und Ortsvorsteher Kurt Metzger. Hugger betonte, dass in Gemeinderat und Verwaltungsverband Flächennutzungs- und Bebauungsplanverfahren in den nächsten Wochen vorangebracht werden. Alle, darunter auch Landesminister Bonde, achteten darauf „dass das Projekt nicht torpediert wird, schon gar nicht durch gewisse Nebelkerzen wie beim Schießplatz“, so Hugger.
