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Hüfingen Weniger anstrengend, mehr Genuss

13.02.2012
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– „Rund um de Narrebom“, so lautet in der Bregstadt das Fasnetmotto, und so hieß am Samstagabend auch der Leitspruch des Zunftballes, bei dem über 120 Akteure ein tolles Programmfeuerwerk zündeten. Die knapp 600 gutgelaunten Gäste in der voll besetzten Festhalle geizten nicht mit tosendem Applaus.Im Gegensatz zu den Vorjahren blieben Sprechnummern, die oftmals von den Ballgästen konzentriertes Zuhörern erfordern, eher in der Unterzahl.

Dafür gab es jede Menge leicht konsumierbare Tanz- und Musiknummern, die beim närrischen Publikum auf glänzende Resonanz stießen.

Höhepunkte war einmal mehr der Auftritt von Hansel Norbert Boos, der mit frechem Fingerzeig Hanselwahrheiten verschiedener kommunalpolitischer Ereignisse kundtat. Ungewohnt cool-fetzig-rockige Klänge, in die sie traditionelle Hüfinger Fasnetsprüchle einbetteten, schlugen die Stadtmusiker ein. Die Scheeremanne überraschten mit einer „audio-visuellen Performance“ mit Schwarzlicht und knallegrüner Vollkörperverkleidung nach Vorbild der Blue-Man-Group.

Ein beeindruckendes Bild des kunterbunt-spontan gelebten Hüfinger Fasnetbrauchtums gab gleich zu Beginn des Zunftballs der Einmarsch aller Gruppen und Figuren ab. Unter den Klängen des Narrenmarsches der Stadtmusik wuselte die gutgelaunte Narrenschar auf die Festhallenbühne.

Die Moderation des rund dreieinhalbstündigen Zunftballs lag in den bewährten Händen des Duos Ulrike Schorpp und Doris Schafbuch, die in verschiedenen szenischen Darstellungen kurzweilig durch den Abend führten. Den beiden gelang es sogar, den dauergrinsenden Barack Obama alias Udo Kramer in die Bregstadt zu locken, der sich offen gleich zu zweierlei überraschenden Bekenntnissen hinreißen ließ: „Yes we can“ und „Ich bin ein Hifinger“.

Wie der Kommandant der Hüfinger Bürgerwehr Helmut Vogel den Vogel beim diesjährigen Neujahrschießen abschoss, thematisierte eine Sprechnummer um Michael Bolli, der „Kuchichor“ trat in grünem Froschoutfit an und nahm die krötenwanderungsbedingte Geschwindigkeitsbegrenzung am Römerbad auf die närrische Schippe. Wie es zwei Vertreter der Narrenzunftspitze alkoholbedingt bei den dieses Jahr besuchten Narrentreffen erging, zeigten Akteure in der mit dem Titel „Zwei Kreise, eine Reise“ umschriebenen Nummer auf.

Besondere Hingucker: drei tolle Tanzauftritte. Nachwuchstänzerinnen der Black Diamonds zeigten „Avator“, die „Närrischen Frauen“ traten im schwarz-gelb-roten Rock'n'Roll-Outfit zum „Potpourri“ an, und die 14 Tänzerinnen des jungen Zunftballetts setzten als griechische Göttinnen in goldglänzenden Kostümen von Isolde Weber den krönenden Schlusspunkt unter das Ballprogramm.

Der Zunftball war auch stimmungsvoller Rahmen für die Ehrung langjähriger und verdienter Narrenräte und für die Vorstellung von neun neuen Hanselhäsern. Gleich über eine doppelte Auszeichnung durfte sich der ausscheidende Narrenrat Josef Kunz freuen, der für seine 16jährige Tätigkeit in der Zunftspitze von Zunftmeister Thomas Schmid zum Ehrennarrenrat ernannt wurde. Vom Vertreter der Schwäbisch-Alemannischen Narrenzünfte Rudolf Gwinner wurde Kunz mit der silbernen Ehrennadel der VSAN geehrt.

Zunftkassierer Richard Hofmeier durfte sich über die bronzene VSAN-Ehrennadel freuen, die er für seine Kämmerertätigkeit seit 2003 erhielt. Von Gwinner mit der goldenen Ehrennadel der VSAN wurde schließlich Norbert Huppert ausgezeichnet, der sich seit 1986 im Narrenrat engagiert.

Die Rekordzahl von gleich neun neu gemalten Hanselhäsern wurde dem närrischen Volk am Samstagabend ebenfalls auf der Festhallenbühne vorgestellt. So haben Joachim Hall und Sigrun Schaumburg jeweils einen neuen Zunfthansel gestaltet. Von Walter Fleischer wurde der neue Wiesenblumenhansel von Aime Benakli gemalt, Bettina Heinemann hat für ihren Sohn Emil einen neuen Kinderhansel gestaltet, Luzia Bolli ist die Malerin eines eigenen Hansels für ihren Mann und Ex-Baptistles Michael Bolli.

Manfred Lobe hat für seinen Sohn Stefan einen eigenen Hansel gemalt, der Bräunlinger Wolfgang Kropfreiter ist der Maler des neuen Hansels von Josef Kunz. Gleich zwei Hansel neu gestaltet hat Klaus Sigwart: den Heilblütenhansel von Sebastian Robl und eine Nachbildung eines Franz-Sepp-Moog Häses für Ralf Straub.

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