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Hüfingen Vom Lastwagenfahrer zum katholischen Priester

Klaus Käfer wird zum Diakon geweiht. Seelsorgeeinheit plant Busfahrt zur Feier. 32-jähriger Hüfingerwill Priester werden. Spätberufener hat schon viele beruflichen Erfahrungen hinter sich

Hüfingen – Klaus Käfer aus Hüfingen hat mit 32 Jahren schon einige berufliche Erfahrungen gesammelt. Nach dem Abschluss der Werkrealschule hat er den Beruf des Maurers gelernt und hatte somit schon mal eine solide handwerkliche Ausbildung erworben. Anschließend drückte er doch nochmals die Schulbank und machte seine Fachhochschulreife. Doch über seine berufliche Zukunft war er sich dennoch nicht ganz schlüssig. Als Lastwagenfahrer wollte er etwas Zeit gewinnen und Geld verdienen. Die Erfahrung auf Deutschlands Straßen mit einem 40 Tonner, bei der er viele Menschen kennengelernt hat, möchte er nicht missen. Noch heute fährt er gerne in seiner freien Zeit für die Spedition Mayer und hat auch schon mehrfach Transporter im Rahmen der Rumänien-Hilfe sicher von Villingen nach Budapest gefahren.

Es folgte eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann und eine einjährige Berufszeit in Neustadt. Eine Antwort fand der innerlich Suchende beim Besuch des Weltjugendtages. Da wurde ihm klar, dass er in den Dienst der Kirche treten wollte. Er meldete sich in Freiburg zum Priesterseminar an. Es folgte eine mehrjährige Ausbildung, in der er seinen Wunsch überdenken konnte. An Christi Himmelfahrt, 25. Mai, wird Klaus Käfer nun in der Wallfahrtsbasilika zum Heiligen Blut in Walldürn von Erzbischof Stephan Burger zum Diakon geweiht. Die Seelsorgeeinheit auf der Baar hat eine Busfahrt und einen Besuch zu diesem Anlass organisiert.

Klaus Käfer wuchs mit sechs Geschwistern auf und fühlt sich schon daher als Familienmensch. An der Fasnet schlüpfte er in das Kostüm der Schächerkatzen, besuchte die Gottesdienste, diente als Ministrant, war in der katholischen jungen Gemeinde (KJG) und bis heute in der Kolpingfamilie aktiv. "Ich bin christlich sozialisiert, aber nicht mehr und nicht weniger als andere. Den Wunsch Priester zu werden, hatte ich früher nie. Doch dann ich habe gespürt, dass dieser Glaube der Welt was zu geben hat. Ich möchte zu den Menschen gehen, unter ihnen sein, ohne sie zu missionieren", sagt der junge Mann im Gespräch. Er wolle keine Kirchen füllen, sondern einfach für die Gemeinde da sein.

Nach mehreren Bewerbungsgesprächen absolviert er ein vierjähriges Theologiestudium im Studienhaus St. Lambert bei Bonn. Dort können spät berufene Männer ohne Abitur mit abgeschlossener Berufsausbildung ab 25 Jahren Theologie studieren. "Das Studium gilt für Männer mit einer gewissen Lebenserfahrung als Abitur des Lebens", beschreibt Klaus Käfer schmunzelnd den päpstlich anerkannten Studiengang. "Es ist kein einfacher Weg, Priester zu werden und ich muss mich nach ständigem Ringen immer wieder neu dazu entscheiden", gibt er zu. Die Frage nach dem Zölibat beschäftigt dabei natürlich die Männer, die trotz ihrer Vorlesungen, Seminare und Gottesdiensten in der Freizeit wie andere Studenten in Kneipen gehen, feiern und Partys besuchen.

"Ich war mit 42 Studenten im Alter bis 52 Jahre zusammen. Das Zusammenleben gestaltete sich mitunter kompliziert. Man könnte es als Subkultur mit eigener Dynamik bezeichnen, bei der aber stets der Glaube im Mittelpunkt steht", beschreibt Käfer dieses Studentenleben. "Wenn man ein Mädchen kennen lernt, das man mag, muss man alles wieder neu überdenken", sagt er und weiß, dass er viel Energie und Gottvertrauen für dieses Amt brauchen wird. Priester zu sein, sei heute nicht mehr sehr attraktiv. Es gebe immer weniger Gläubige und somit auch weniger Priester.

Klaus Käfer ist kritisch und bekennt, dass er nicht mit allen kirchlichen Bestimmungen einverstanden sei. Er ist der Meinung, dass die traditionelle Volkskirche überholt sei. "Doch solange der Chef da oben derselbe ist, braucht man keine Angst zu haben", ist Käfer zuversichtlich.

"Mein Vorbild ist Adolph Kolping, der sich nicht um die Etablierten kümmerte, sondern um diejenigen, die am Rande stehen." Er könne sich gut vorstellen, für Arbeitnehmer, Obdachlose, Flüchtlinge und andere Randgruppen da zu sein.

Im vergangenen Sommer hat er sein Studium abgeschlossen und besucht nun einen Pastoralkurs in Konstanz-Petershausen, wo er ein Pfarreipraktikum bis Januar 2018 absolviert. Nebenher bereitet er sich in Freiburg auf die Priesterweihe im kommenden Jahr vor. Anschließend beginnt eine fünfjährige Kaplanszeit, ehe er sich dann um eine eigene Seelsorgeeinheit bewerben kann.

Fahrt zur Diakonieweihe

Die Gläubigen der Seelsorgeeinheit auf der Baar sind zur Diakonieweihe von Klaus Käfer an Christi Himmelfahrt, 25. Mai, um 13.30 Uhr in der Wallfahrtsbasilika zum Heiligen Blut in Walldürn durch Erzbischof Stephan Burger eingeladen. Je nach Teilnehmerzahl wird eine Busfahrt organisiert. Abfahrt ist um 8.30 Uhr, Rückfahrt gegen 17.30 Uhr. Die Fahrzeit beträgt drei Stunden. Anmeldungen im Pfarramt unter Telefon 0771-61295 oder huefingen@kath-aufderbaar.de. (gal)

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