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Hüfingen Schauspielern für den Ernstfall

11.08.2012
Hüfingen -  Es ist eine grässliche Szenerie: Ein Mann krümmt sich am Boden, in seinem Unterschenkel klafft eine riesige Wunde, neben ihm liegt eine blutverschmierte Motorsäge. Ersthelfer des Roten Kreuzes eilen dem offensichtlich Verletzten zur Hilfe.

Brandopfer für eine Übung von Rettungskräften gefällig? Kein Problem, auch damit kann das Team „Realistische Unfalldarstellung“ dienen.  Bild: Ralph Portenhauser

Nichts passiert, keine Sorge, es ist alles nur geschminkt.  Bild: Ralph Portenhauser

Der Hüfinger Alexander Hermann hat sich der Notfallmedizin verschrieben.  Bild: Schröter

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Ein Unfall? Nicht ganz, auch wenn die Szene täuschend echt anmutet. „Alles nur geschminkt“, könnte man sagen. Denn der „Verletzte“ ist ein Verletztendarsteller des Teams „Realistische Unfalldarstellung“. Zu der Gruppe, die seit 2011 aktiv ist, zählt auch Alexander Hermann aus Hüfingen. Das 15-köpfige Team hat sich die möglichst realitätsnahe Darstellung von Unfall- und Notfallsituationen auf die Fahnen geschrieben. Einsatzkräfte wie Feuerwehren, Rettungsdienste, Zivil- und Katastrophenschutz oder die Polizei sollen damit möglichst lebensnah trainiert werden.

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„Ziel der Notfalldarstellung ist es, Einsatzkräfte im Rahmen ihrer Ausbildung und ihren regelmäßigen Übungen möglichst realitätsnah den Ernstfall ‚am Menschen' trainieren zu lassen“, erläutert Alexander Hermann. Das Spektrum reicht dabei vom Haushalts- über den Verkehrsunfall und eine Brandkatastrophe bis zur Großübung für den Katastrophenschutz. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist das realitätsnahe Schminken von Verletzungen, ein weiterer das Darstellen. „Verletzungen und Krankheiten werden geschauspielert. Dazu zählt insbesondere die Reaktion auf die Helfer. So muss ein Darsteller wissen, wie er auf eine bestimmte Aktion des Helfers zu reagieren hat. Darum ist es bei vielen Verletzungen unumgänglich erfahrene Darsteller und keine ‚Neulinge' einzusetzen. Liegt der Schwerpunkt einer Übung auf der medizinischen Versorgung der Darsteller, sind medizinische Kenntnisse eine wichtige Voraussetzung für den Darsteller. Aber auch das Spielen von Betroffenen, also nicht verletzten Personen, ist teil der Darstellung“, erläutert Hermann.

Einen ausgeprägten fachlichen Hintergrund bringt der 30-jährige Hüfinger mit. Der Medizinstudent ist ausgebildeter Rettungs- und Lehrrettungsassistent sowie Dozent für Notfallmedizin.

„Wir haben bislang durchweg positive Resonanz erhalten, sei es für die Qualität der Darsteller, das fundierte Fachwissen oder die realitätsnahe Umsetzung der Notfallsituation“, freut sich Alexander Hermann. Häufig seien die Teilnehmer an Schulungen zunächst richtiggehend sprachlos beim Betreten einer konstruierten Unfallszenerie. Dann verschwimmen die Grenzen zwischen Übung und Ernstfall, mithin eine optimale Trainingssituation.

Noch lebt das Team „Realistische Unfalldarstellung“ vor allem vom ideellen Einsatz der Gruppenmitglieder. „Wir befinden uns noch in der Gründungsphase und brüten gerade über einer geeigneten Rechtsform. Auf Dauer soll sich das Ganze natürlich auch finanziell tragen und zumindest die Kosten wieder einspielen“, erklärt Hermann. Dann befreit er seinen Unterschenkel und die Motorsäge vom Theaterblut.

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