Feierstunde zur Fertigstellung des neuen Lidl-Logistikzentrums. Ab März werden täglich 60 Lastzüge Waren an 70 Lidl-Filialen ausliefern.
Lidl hat mit seinem neuen Logistikzentrum vor den Toren Hüfingens ein neues Kapitel mit neuen Dimensionen aufgeschlagen. Mit einer Geschossfläche von nicht ganz 40.000 Quadratmetern ist das in einem schwarzgrauen Schachbrettmuster gestaltete mächtige Gebäude eine Auslieferungszentrale für rund 70 Lidl-Filialen in der Region. Gestern wurde das Gebäude nach einer Rekordbauzeit von neun Monaten feierlich seiner Bestimmung übergeben. Gäste in großer Zahl waren bei der Feier dabei, so dass gar der Mittags-Imbiss knapp wurde. Dafür gab es Glückwünsche und lobende Worte in großer Zahl.
Der Termin war gut gewählt. Fast auf den Tag genau 30 Jahre nachdem Lidl in Hüfingen eines seiner ersten Auslieferungslager mit gerade mal 6800 Quadratmetern in Betrieb genommen hatte, wird nun das neue Fortsetzungskapitel aufgeschlagen. Geschäftsführer Thomas Mattner strahlte vor Freude und man konnte den Eindruck bekommen, mit der Fertigstellung des Gebäudekomplexes sei eine Last von seinen Schultern genommen: Jahre der Planung, unzählige Gespräche, mutiges Ankämpfen gegen allerlei Widerstände, aber auch die Überzeugung, auf das richtige Pferd zu setzen und schließlich die Erfahrung, eine riesige Baustelle sicher über die Runden der letzten Monate gebracht zu haben, haben bei dem Manager Spuren hinterlassen.
Umso „glücklicher und stolz“ begrüßten Betriebsleiter Walter Rauh und Geschäftsführer Thomas Mattner gestern die Gäste. Unter ihnen Hüfingens Bürgermeister Anton Knapp mit dem fast kompletten Team des Hüfinger Gemeinderats, Landrat Karl Heim, der Landtagspräsident Guido Wolf und IHK-Geschäftsführer Thomas Albiez. Und mit ihm eine Reihe regionaler und überregionaler Vertreter aus Wirtschaft, Gesellschaft, Banken, Unternehmen, kaufmännischen Schulen, Bauexperten, Feuerwehrleuten aus Hüfingen und dem Kreis – und natürlich Lidl-Mitarbeitern.
Mattner lobte Hüfingens Bürgermeister Anton Knapp als unermüdlichen Kämpfer für das „Lidl-Logistikzentrum in Hüfingen“, das nun das dreimal durch Anbauten erweiterte alte Lager im „Stettenwinkel 2“ ersetzen wird. „Jetzt ist es endlich so weit“ freute sich Mattner auf den endgültigen Umzug in das neue Gebäude. Am Montag, 5. März, beginnt damit eine neue Ära, die Belieferung der Filialen erfolgt dann nur noch aus dem Logistikzentrum „Benediktholz“. Damit das reibungslos klappt, bleiben am Wochenende, 3. und 4. März, gerade mal 29 Stunden, um die restlichen 2500 Paletten aus dem Stettenwinkel ins neue Lager zu überführen: Sogenannte „Schnellläufer“, Gabelstapler und „Ameisen“ und gut 1000 Umzugskartons müssen umgesetzt und ins neue Lager verschoben werden. Dafür wartet dann aber ein hochmoderner Gebäudekomplex „in dem An- und Auslieferung der Waren erheblich beschleunigt werden können“, wie Mattner ausführte.
„Es gibt Tage, die sind nicht so, wie alle anderen“, freute sich Anton Knapp über die Fertigstellung des neuen Gebäudes. „Es ist nach vielen Jahren gelungen, in Hüfingen die modernste Lidl-Zentrale eröffnen zu können“. Knapp deutete an, dass eine Menge „Gegenwind“ für das Projekt von Naturschützern „auch auf persönlich motivierte Interessen zurückzuführen“ sei. Er betonte, dass „wir in Hüfingen eine sehr hohe Sensibilität haben, Ökologie hat bei uns einen besonderen Stellenwert“.
Aber es gebe nicht nur eine Seite der Medaille. Der Naturschutz werde durch zahlreiche Ausgleichsmaßnahmen nicht zu kurz kommen. „Das Gebäude passt gut in die Landschaft, es kann sich auch architektonisch sehen lassen“, sagte Anton Knapp. „Als Hüfinger Schachbrett“ taufte Landtagspräsident Guido Wolf das neue Logistikzentrum. Es sei ein Symbol für wirtschaftliche Entwicklung und Chancen. Wolf lobte den Mut, gegen Anfeindungen den großen Komplex hier zu bauen, denn es sei kein leichter Weg, wirtschaftliche Notwendigkeiten und die Belange des Naturschutzes unter einen Hut zu bringen. „Um den ländlichen Raum zu stärken, muss man auch bereit sein, mutige Entscheidungen zu treffen.“
Landrat Karl Heim würdigte die „gelungene Symbiose aus guter Architektur und Funktionalität“. Lidl setze Maßstäbe. Heim erinnerte an den langen Weg von der ersten Idee im Jahr 2003 bis heute. Denn damals seien die Konjunkturprognosen nicht so gut gewesen, innerhalb von acht Jahren hätten das Unternehmen und die Behörden „so manches Hindernis aus dem Weg räumen müssen,“ sagte der Landrat, „aber der Aufwand hat sich gelohnt“. Und im Blick auf die zentrale Logistikfunktion: „Die Baar ist unschlagbar, vor allem auch dann, wenn einmal die Zufahrten zur B 31 und B 27 fertig gestellt sind. Hüfingen ist um eine Attraktion reicher“.
Eröffnung Lidl-Logistikzentrum