Hüfingen Lidl weiht Logistikzentrum ein
Das Logistikzentrum des Discounters Lidl in Hüfingen wurde nach neun Monaten Bauzeit fertiggestellt. Von hier aus werden die Waren an 70 Filialen Südbadens und Südwürttembergs geliefert. Bild: Vollmer
Lidl hat mit seinem neuen Logistikzentrum vor den Toren Hüfingens ein neues Kapitel mit großen Dimensionen aufgeschlagen. Mit einer Geschossfläche von nicht ganz 40 000 Quadratmetern wurde gestern das in einem schwarzgrauen Schachbrettmuster gestaltete mächtige Gebäude nach einer Rekordbauzeit von neun Monaten seiner Bestimmung übergeben. Das Zentrum ist eines von fünf Lidl-Logistikzentren in Baden-Württemberg. 70 Filialen werden von Hüfingen aus beliefert: große Teile Südbadens und Südwürttembergs bis zum Bodensee und Balingen. Der Eröffnungstermin war gut gewählt. Exakt und fast auf den Tag genau 30 Jahre, nachdem Lidl in Hüfingen eines seiner ersten Auslieferungslager mit gerade mal 6800 Quadratmetern in Betrieb genommen hatte, wird nun das neue Logistikzentrum in Dienst gestellt. Geschäftsführer Thomas Mattner und Betriebsleiter Walter Rauh zeigten sich „glücklich und stolz“, als sie gestern Gäste in großer Zahl aus Politik und Wirtschaft begrüßten, unter ihnen neben Hüfingens Bürgermeister Anton Knapp, auch Landtagspräsident Guido Wolf.
Das neue Logistikzentrum hat eine längere Vorgeschichte, die auch eine Bürgerinitiative und Naturschützer auf den Plan riefen. Von der ersten Idee 2003 bis zur Eröffnung vergingen acht Jahre, bei der der Neubau auch auf der Kippe stand: Lidl suchte zeitweilig einen anderen Standort, baute ein großes Lager in Freiburg, bevor es dann doch noch zur Einigung kam.
Jetzt steht das Gebäude mit einer Länge von 307 mal 124 Metern und einer Höhe von 13 Metern auf der „grünen Wiese“ im Kreuzungsbereich zwischen B 27 und B 31. Insgesamt 160 Arbeitsplätze werden hier vorgehalten, gegenüber dem alten Lager in Hüfingen, das vor 30 Jahren eines der ersten Logistikzentren des Discounters Lidl war, wurden 20 neue Arbeitplätze geschaffen. Es sind vor allem Logistik-Arbeiter, Kaufleute und Verwaltungsexperten, die hier eine Stelle finden.
Der Bau hat einen zweistelligen Millionenbetrag verschlungen. „Es gibt Tage, die sind nicht so, wie alle anderen“, freute sich Hüfingens Bürgermeister Anton Knapp über die Fertigstellung des neuen Gebäudes. „Es ist nach vielen Jahren gelungen, in Hüfingen die modernste Lidl-Zentrale zu eröffnen“. Knapp betonte, dass „wir in Hüfingen eine sehr hohe Sensibilität haben, Ökologie hat bei uns einen besonderen Stellenwert“.
Landtagspräsident Guido Wolf taufte das neue Logistikzentrum „Hüfinger Schachbrett“. Es sei ein Symbol für wirtschaftliche Chancen. So sei es kein leichter Weg gewesen, wirtschaftliche Notwendigkeiten und die Belange des Naturschutzes unter einen Hut zu bringen, sagte Wolf, „aber um den ländlichen Raum zu stärken, muss man auch bereit sein, mutige Entscheidungen zu treffen“.
Bis zu 60 Lastzüge liefern täglich die Waren aus ganz Europa an. In dem Gebäudekomplex werden täglich 1300 Paletten mit Waren eingelagert, 1400 Paletten verlassen das Gebäude täglich: Von Brot und Backwaren über Fleisch- und Wurstwaren bis zur Tiefkühlkost und der Aktionsware aus dem Nicht-Lebensmittelbereich. Die Mitarbeiter übernehmen die Kommissionierung der bestellten Ware, die dann an 70 Filialen ausgeliefert werden. Für die Logistik stellt das große Herausforderungen, denn es soll möglichst wenig Zeit verloren werden. Das Gebäude ist mit modernster Kühl- und Wärmetechnik auf einem modernen Stand: Die in den Kühlräumen entstehende Abwärme wird genutzt zur Beheizung der Fußbodenschleifen in Lager und Verwaltung.
