So etwa sah der Flüchtling aus: das Fahndungsmotiv von Kalb Marianne. Das Jungrind war über Monate auf der Baar unterwegs - den Fängern immer einen Schritt voraus. Jetzt wurde das Tier von Jägern erlegt.
Wie einst die Kuh Yvonne aus Bayern ist auch das entlaufene Kalb aus Sumpfohren seinen Jägern immer wieder entkommen. Mit Abstimmung!
Wer erinnert sich nicht an die bayerische Ausreißer-Kuh Yvonne, deren wochenlange Flucht durch die Wälder für internationalen Medienrummel gesorgt hatte. Yvonnes Starruhm hat Marianne zwar noch nicht erreicht , doch das vor zehn Tagen aus dem Stall der Sumpfohrener Landwirtsfamilie Bolli ausgebüxte Kalb (wir berichteten) hat bisher seinen Häschern immer wieder ein Schnippchen geschlagen und geistert durch die weite Landschaft der Baar.
Wie ein Phantom tauchte das acht Monate alte rotbraune Kalb an den verschiedenen Orten auf. So wurde Marianne in Hausen vor Wald, in Hüfingen und Wolterdingen gesichtet. Kürzlich schien sich jedoch das Lasso um Mariannes strammen Hals festzuziehen, denn Bauer Gerhard Bolli und sein Fangtrupp konnten sich am Wolterdinger Ortsrand der Ausreißerin bis auf wenige Meter nähern. Doch dann gab das freiheitsliebende Tier Gas und flüchtete in den nahen Wald.
Das Lachen ist vergangen
Jetzt haben Mariannes Besitzer von diesen Eskapaden die Nase aber gestrichen voll. „Berufskollegen sparen nicht an spöttischen Kommentaren“, berichtet Isabella Bolli. Ihr und ihrem Mann sei das Lachen inzwischen gründlich vergangen. So sei Marianne nicht mehr das einst so süße Kälbchen, sondern mit ihren 1,20 Meter schon ein ganz schöner Brocken.
„Wenn die plötzlich auf der Straße auftaucht und in ein Auto rennt, kann das böse ausgehen, befürchtet die Bauersfrau. Ihr Betrieb habe zwar eine landwirtschaftliche Versicherung, doch sie hoffe, diese im Fall des Kalbes nicht in Anspruch nehmen zu müssen.
Abschuss soll Unheil vermeiden
Es sei wohl das Beste, wenn das auf Rindfleisch und nicht auf Milchleistung gezüchtete Kalb so schnell wie möglich erschossen würde, um größeres Unheil zu vermeiden.
Jetzt setzen die „Jäger“ auf die Unterstützung von Frau Holle, denn im Schnee würden sich Mariannes Spuren viel besser verfolgen lassen.
Wer die Marianne entdeckt, sollte das Polizeirevier Donaueschingen (Ruf: 0771/837830) alarmieren.
Wir suchen Bilder von Marianne!
Haben Sie das Jungrind Marianne gesehen und pflichtbewusst die Polizei alarmiert? Dann knipsen Sie im Anschluß doch gleich noch ein paar Bilder vom flüchtigen Jungrind. Schicken Sie uns Ihre Bilder per Email an leserreporter@suedkurier.de. Wir veröffentlichen Ihre Einsendungen auf www.suedkurier.de!
"Es scheint, Sie können sich in die PRAGMATIK der Sache nicht hineindenken.