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Hüfingen Hüfingen wird „Wasserstadt“

Hüfingen – Rund eine Million Euro haben sich die Investoren die Bohrungen und Dauerpumpversuche aus den beiden neuen Hüfinger Brunnen bei der B 27 inzwischen kosten lassen. Und gestern Abend ging es, wie berichtet, um die wasserrechtliche Genehmigung, die Stadt und übergeordnete Behörden erteilen müssen, damit in Hüfingen in Zukunft Mineral- und Tafelwasser abgefüllt werden könnten.Gestern Abend wurde wegen des dicken Abendprogramms zwar weder abgestimmt, noch eine Stellungnahme formuliert, doch grundsätzlich stellte sich von den Gemeinderäten niemand gegen das Projekt.

Bild: Bilder: G. Vollmer

Eine Ablehnung könnte, laut Bürgermeister Anton Knapp, angesichts der hohen bisherigen Investitionssummen über Regressforderungen auch sehr teuer werden. Da hätte man früher Nein sagen sollen. So zweifelte gestern niemand im Saal, dass Hüfingen sich in die Schar der Mineralwasserstädte reihen wird.

Eugen Funk, der die Bohrungen und Pumpversuche für die Hüfinger Mineralwasserquellen GmbH & Co.KG, leitet, erläuterte den Räten auf Anfrage von Adolf Baumann (FDP/FW/UVW) genau, wie gut die Quellen sind und welche Auswirkungen sie auf das Wassersystem zwischen den Hüfinger Trinkwasser- und der Donaueschinger Gutterquelle haben. Es gebe zwar Grundwasserabsenkungen im Bereich der Quelle bis zur Breg, bei den Hüfinger Quellen, die Richtung Schellenberg liegen, seien aber keinerlei Einflüsse während der Pumpversuche gemessen worden, ebenso bei der noch weiter weg liegenden Gutterquelle.

Die beiden Quellen in 50 (Schützung drei Sekundenliter) und 130 Metern (45 Sekundenliter) Tiefe würden zusammengemixt zwar ein sehr gutes Mineralwasser geben, aber Mischen ist zur Erlangung des Mineralwasserprädikats nicht erlaubt. So dürfte es künftig ein sehr hoch mineralisiertes Mineralwasser aus der höher liegende Keuperquelle geben, das sogar durch die sehr starke Mineralisierung Heilwasserqualität erreicht.

Für die stärkere Quelle werde man, so Funk, kein Mineralwasser-Prädikat, sondern nur „Tafelwasser“ anstreben, das generell auch für die Mischgetränkezubereitung eingesetzt wird. Zwar sei die Mineralisierung hier auch sehr gut, allerdings fließe in diese Quelle mit dem mehrere tausend Jahre alten Wasser auch bis zu 20 Prozent „junges“ Wasser (etwa 25 bis 50 Jahren im Erdboden). Und dieses junge Wasser sei durch die Düngung der Felder leicht mit Nitrat belastet (8 mg/l). „Das ist zwar nitratarm, aber für die Mineralwasseranerkennung muss es mikrobiologisch einwandfrei sein“, meinte Funk.

Funk zerstreute in der Fragerunde Bedenken seitens Stadtrat Franz Albert (CDU), ob die Wasserentnahme, ähnlich wie in Staufen, Häuser zerstören könnte. Eine Bebauung im Neubaugebiet Auf Hohen sei durch die harten Gesteinsschichten im Untergrund kein Problem.

Kerstin Skodell (SPD) regte an, weniger Wasser aus dem großen Brunnen zu entnehmen, da, wie von Funk erläutert, mit der höheren Entnahme auch der Anteil von belastetem Jungwasser steige. Funk entgegnete, dass dies letztlich eine wirtschaftliche Entscheidung der Investoren sei. „Wichtig für das Image der Stadt ist, dass aus einem Brunnen einwandfreies Mineralwasser kommt. Das wertet auch das Tafelwasser auf.“

Bei derart guten Nachrichten dachte Joachim Seidel (FDP/FW/UVW) gleich an das „Böse“: „Wäre es möglich, dass dreihundert Meter weiter weg ein Anderer nun plötzlich auch bohrt?“ Das wäre möglich, entgegnete Funk, aber unwahrscheinlich, weil die Investitionen bis zur ersten abgefüllten Flasche sehr hoch seien.

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