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Gütenbach Modellbaufirma Gebrüder Faller stellt Insolvenzantrag

Die traditionsreiche Modellbaufirma Gebrüder Faller in Gütenbach hat Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen ist nicht nur in Modellbaukreisen weltweit bekannt. Der Name Faller-Häuschen wurde zum Synonym für Modellbauten.

Geschäftsführer Horst Neidhard.
Geschäftsführer Horst Neidhard. Bild: Christa Hajek
Ganz überraschend kam das Ende des Modell- und Spielzeugwarenherstellers nicht, der nach dem Zweiten Weltkrieg von den Gebrüdern Edwin und Hermann Faller gegründet wurde. Drohende Zahlungsunfähigkeit nannte das Amtsgericht als Grund für den Insolvenzantrag, der heute dort eingegangen ist. Das Unternehmen beschäftigt rund 130 Mitarbeiter. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Volker Grub aus Stuttgart bestellt.

Finanzielle Probleme waren schon seit längerem offenkundig. Im Jahr 2007 trat das Unternehmen aus dem Arbeitgeberverband aus, um mit den Mitarbeitern individuelle Arbeitsverträge auszuhandeln. „Die Geschäfte laufen schlecht“, hieß es damals aus dem Unternehmen, das in dritter Generation von einem Familienbetrieb geführt wird. Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld wurden gestrichen, die 40-Stunden-Woche eingeführt. Kündigungen von Mitarbeitern waren im Gespräch.

In den Wirtschaftswunderzeiten hat sich der Betrieb hervorragend entwickelte. Das Unternehmen war bis vor wenigen Jahren noch der größte und mit Abstand dominierendste Betrieb der kleinen Schwarzwaldgemeinde. In Modellbaukreisen genoss das Unternehmen einen hervorragenden Ruf und wurde in einem Zug mit der renommierten Firma Märklin genannt. Ohne die Produkte der Firma kam keine Eisenbahnmodellanlage aus, die Firma war absoluter Marktführer bei den Modellhäuschen.

Mit dem nachlassenden Interesse der Kunden an Eisenbahnmodellanlagen wurde die Situation aber immer schwieriger. Die Modellbauer wurden älter, die Kinder bevorzugten Computerspiele. Mit immer aufwendigeren Neuheiten versuchte Faller dagegen zu setzen. Eine davon war das Faller-Car-System, das auch Autos und Lastwagen auf der Modellanlage in Bewegung versetzte und durchaus als Erfolg noch anzusehen war. Auch wurde die Modellpalette um Autos und Flugzeuge erweitert. Den schleichenden Untergang des einstigen Renommier-Unternehmens konnte dies alles offensichtlich nicht verhindern.

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