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28.08.2009  |  21 Kommentare

Gütenbach Modellbaufirma Gebrüder Faller stellt Insolvenzantrag

Gütenbach -  Die traditionsreiche Modellbaufirma Gebrüder Faller in Gütenbach hat Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen ist nicht nur in Modellbaukreisen weltweit bekannt. Der Name Faller-Häuschen wurde zum Synonym für Modellbauten.



Geschäftsführer Horst Neidhard.
Ganz überraschend kam das Ende des Modell- und Spielzeugwarenherstellers nicht, der nach dem Zweiten Weltkrieg von den Gebrüdern Edwin und Hermann Faller gegründet wurde. Drohende Zahlungsunfähigkeit nannte das Amtsgericht als Grund für den Insolvenzantrag, der heute dort eingegangen ist. Das Unternehmen beschäftigt rund 130 Mitarbeiter. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Volker Grub aus Stuttgart bestellt.

Finanzielle Probleme waren schon seit längerem offenkundig. Im Jahr 2007 trat das Unternehmen aus dem Arbeitgeberverband aus, um mit den Mitarbeitern individuelle Arbeitsverträge auszuhandeln. „Die Geschäfte laufen schlecht“, hieß es damals aus dem Unternehmen, das in dritter Generation von einem Familienbetrieb geführt wird. Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld wurden gestrichen, die 40-Stunden-Woche eingeführt. Kündigungen von Mitarbeitern waren im Gespräch.

In den Wirtschaftswunderzeiten hat sich der Betrieb hervorragend entwickelte. Das Unternehmen war bis vor wenigen Jahren noch der größte und mit Abstand dominierendste Betrieb der kleinen Schwarzwaldgemeinde. In Modellbaukreisen genoss das Unternehmen einen hervorragenden Ruf und wurde in einem Zug mit der renommierten Firma Märklin genannt. Ohne die Produkte der Firma kam keine Eisenbahnmodellanlage aus, die Firma war absoluter Marktführer bei den Modellhäuschen.

Mit dem nachlassenden Interesse der Kunden an Eisenbahnmodellanlagen wurde die Situation aber immer schwieriger. Die Modellbauer wurden älter, die Kinder bevorzugten Computerspiele. Mit immer aufwendigeren Neuheiten versuchte Faller dagegen zu setzen. Eine davon war das Faller-Car-System, das auch Autos und Lastwagen auf der Modellanlage in Bewegung versetzte und durchaus als Erfolg noch anzusehen war. Auch wurde die Modellpalette um Autos und Flugzeuge erweitert. Den schleichenden Untergang des einstigen Renommier-Unternehmens konnte dies alles offensichtlich nicht verhindern.

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21 Kommentare
Oh pogona...
Na, was macht er wohl da?

Herr Horst Neidhard, Rechtsanwalt,
Kreuzstraße 9 78148 Gütenbach.

Na, was macht er wohl in der Firma? Ist er zu 100% Geschäftsführer? Na klar, deshalb erhält er im Internet Rankingpunkte für seine Arbeit als Anwalt.

Und im Übrigen verkaufen die Vertreter von Faller keine Rolex sondern Modellhäuschen und Modelleisenbahnzubehör. Als ob man da nicht in einem Mondeo oder einem Passat vorfahren könnte.

Und welcher Händler sieht das Fahrzeug vom Vertreter? Natürlich nur die, bei denen nichts im Geschäft läuft, denn nur da ist ein Parkplatz direkt am Haupteingang frei.
Oder schon mal in Freiburg oder Elzach direkt vor dem Geschäft geparkt?!

Boooaaar echt
Himmele
Schauen Sie doch mal abends bei Faller vorbei, das Auto vom Geschäftsführer steht von 8 Uhr morgens bis spät abends auf dem Parkplatz. Was er wohl den ganzen Tag so macht in der Firma??Oder was macht er Samstag vormittag wenn das Auto wieder vor der Firma steht? schon komisch, bei so nem Nebenjob!
Und wegen den Autos, da werden die Vertreter ja ausgelacht, wenn die mit nem billigen Ford irgendwo Ihre Ware verkaufen sollen.
Märklin
Bei Märklin lief es leider wie in vielen anderen Betrieben. Man holt sich Externe Berater die durch die Firma stolzieren und die Mitarbeiter nach den Problemen befragen, diese teilen Sie dann dem Chef mit und kassieren eine fette Provision.
Die Chefs möchten die Probleme nun mal von einem "Berater" hören und nicht von einer Putzfrau oder einem kleinen Facharbeiter (der hat ja eh keine Ahnung)
Genau für sowas wird das Geld rausgeschmissen.

Und auch bei Faller, wenn es der Firma schlecht geht, rüstet man dann die ganze Fahrzeugflotte von Audi auf Mercedes? wohl eher auf Opel oder Ford, diese Leasingverträge sind nochmals um einiges günstiger.

Und wenn ein ´Geschäftsführer "nebenbei" auch noch Zeit hat als Rechtsberater tätig zu sein, naja die Geschäftsführer die Ich kenne haben eine 60 bis 80 Stunden Woche ohne Nebenjob.
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