Zwei Zunftabende, je am Samstag und Sonntag mit einem begeisternden Programm, servierten die Geisinger Narren. Bis zur Aufführung steckt bekanntlich sehr viel Arbeit, Zeit und auch Geld drin, und klappt der Auftritt und sind die Besucher zufrieden, wie im Geisinger Fall sogar restlos, dann hat sich all die Mühe gelohnt.
Beim Programm war von jedem etwas dabei, das Motto knüpfte an das letztjährige an. War vor einem Jahr das Motto „der letzte Zunftball“, so galt es in diesem Jahr die Halle vor dem Abbruch zu entrümpeln: „Auktionshaus Grünwinkel, alles muss raus“, und da wurde so manches geboten. Da gehört schon einiges an Ideen dazu, die Programmpunkte in Aktion zu setzen. Dass das Hallenthema allgegenwärtig ist, wurde den Besuchern auch durch die vielen Bauzäune klar, es geht mit der Halle vorwärts, die Baugrube ist ausgehoben. Aber auch im nächsten Jahr treffen sich die Narren nochmals im alten Gemäuer.
Nach dem Einmarsch von Narrenrat, Hansele, Gretele und Hexen begrüßte in diesem Jahr Udo Heppler vom Führungsquartett der Zunft die Besucher aus nah und fern, die Riege der Ehrengäste wurde von Bürgermeister Walter Hengstler angeführt, der miterleben konnte, was nun alles in der Halle übrig ist. Nach dem Hanselsprung kam der Narrenrat als badischer Chor und sang ein Loblied auf die Geisinger Fasnet und deren Figuren. Der Postplatz hat als Marktplatz eine lange Tradition. Die Hanselegruppe präsentierte das Marktgeschehen, ein Hansele-Gutselestand, und ein solcher mit allerlei Fischen und Wassergetier, wobei sowohl Süßes wie Fischiges einen Tanz präsentierte, und natürlich der Drehorgelspieler, der Bürgermeister, der (Wahl)Prospekte verteilt oder die Putzfrau der alten Halle, die Übriges versteigerte. „Einbrecher im Auktionshaus“, die Jazztanzgruppe Taktlos als reine Tanzgruppe setzte sich dann gekonnt in Szene.
Norbert Stoffler als Josefle hatte als Vaterlandpatriot so manches Rezept und manchen Ratschlag dabei wie der demografische Wandel möglich ist. Die „Siitäriißer und ech“, ein Quartett das Lokalkolorit gekonnt musikalisch umsetzt, durfte nicht fehlen. Auch sie versteigerten zuerst alles möglich und unmögliche, ehe sie dann mit ihrem Auftritt, wobei jeder mit einem Instrument ausgestattet ist, Beifallstürme ernteten. Udo Heppler, Tobias Huber, Georg Maier und Ralf Tritschler sind das Quartett. Die Hexen entführten die Besucher in die Lagerhalle der Narrenzunft auf dem Espen. Auch dort gilt es so einiges auszusortieren. Zwei Narrenräte, die dort ausräumen, waren bei der Arbeit. Da stand einerseits eine alte Kiste herum, die aber zu schwer war. Warum, das stellte sich bald heraus, als dort die Jüngsten der Jazztanzgruppen als kleine Putzlappen heraus hüpften und tanzten. Die zweite große Herausforderung war ein altes Hexenhaus. Also Platz geschaffen, und weg damit, doch dort sprang Kunigunde heraus und ließ sich dies nicht gefallen. Jungnarrenrat Tobias Huber musste auf die Streckbank, und nach der Folter gab's den Hexentanz gratis dazu. Ein Plattenladen voller alter Platten war auch auf der Bühne, das alte Gerümpel musste entsorgt werden. Immer wieder legte die Putzfrau eine Platte auf und die Mädchen der Jazztanzgruppe KreAktiv tanzten zur fetzigen Musik, wobei das Publikum kräftig mitklatschte. Die Drum-Rums bildeten den Schluss, ohne Instrumente, besser gesagt ohne Blasinstrumente. Dass man Rhythmus und eine Bombenstimmung auch mit Drums, Leitern, Papiertüten, Barhockern, Rohren und Fässern erzeugen kann, bewiesen sie eindrucksvoll.
Die meist jugendlichen Akteure zeigten sich als wahre Meister auf ihren allen möglichen und unmöglichen Instrumenten. Tosender Beifall war ihnen sicher, und allen Akteuren beim Schlussfinale nochmals.