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Triberg Wird im Triberger Forst zu viel geholzt?

14.08.2008
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Die Holzfällaktion nach der am 11.Juli wütenden Windhose am Triberger Wasserfall wirkt seither in der Bevölkerung nach. Aus Sicherheitsgründen wurden im Nachgang dieses Unglücks mitbeschädigte Bäume entfernt. Danach entstand über die Notwendigkeit der Aktion. In Triberg würden zu viele Bäume gefällt, hieß es. Der SÜDKURIER fragte nach.

Triberg - Die Windhose hatte ganze Arbeit geleistet und rund 40 Bäume waren teilweise entwurzelt oder so geschädigt, dass diese entfernt wurden. Allerdings nicht aufs Geratewohl, sondern unter Aufsicht des Försters. Es galt abzuwägen wie weit die Verkehrssicherungspflicht greift und entsprechend sorgfältig wurden die Bäume ausgewählt. Gegner dieser Aktion brachten das Fällen mit der in Triberg entstehenden Erlebniswelt in Verbindung. Es hätte einfach nur Platz gemacht werden müssen, hieß es. Seither entwickelte sich in der Stadt reichlich Gesprächsstoff.

Bereits im Herbst 2007 wurden unterhalb der Hauptkasse zum Wasserfall bis zur B 500 vom Borkenkäfer befallene Bäume gefällt. Auch dieses geriet ins Blickfeld gestrenger Wächter um den heimischen Wald. Plötzlich präsentierte sich der Eingangsbereich zum Wasserfall in hellem Licht, war einsehbar und mindestens zwei benachbarte Gebäude lagen nicht mehr im Schattenbereich der hohen Fichten. Mehr noch, es wurde sichtbar, was zuvor über Jahre hinweg im Dunkel des Waldes und vor dessen Wipfel verborgen war: Der mächtige Fels auf der linken Wegseite und eine hoch am Berg stehende Villa. Dazu entstand am Bach eine Blumenwiese, die zum derzeitigen Zeitpunkt allerdings eher einer Wildnis gleicht.

Der SÜDKURIER fragte bei einigen Stadträten und Bürgern der Stadt nach, was aus ihrer Sicht hätte geschehen sollen. Von Klaus Wangler (CDU-Fraktionsvorsitzender) war keine Stellungnahme zu erfahren, da er sich als befangen in Bezug auf die Erlebniswelt erklärt. Anders Reinhard Storz, ebenfalls CDU Gemeinderat, nach eigenen Worten "selbst im Holz tätig". Er setzt großes Vertrauen in die Forstbehörden. Das Naturereignis habe stattgefunden und danach musste reagiert werden. So bezeichnete Storz das Wasserfallgebiet als "sensibles Gebiet". Jeder Baum "muss angeschaut werden, ob er raus muss". Zudem habe er Vertrauen in die Natur. Es wächst wieder nach, was entfernt wurde. Zudem können "Ersatzpflanzungen" vorgenommen werden. Was die Erlebniswelt betreffe, sei sich der Gemeinderat darin einig, dass die Natur erhalten bleiben soll.

Auch Otto Melcher (Freie Wähler) ist nichts bekannt, dass über die geschädigten Bäume hinaus die Situation genutzt wurde um noch mehr Holz zu entfernen. Die "große Säge" sei keinesfalls zum Einsatz gekommen. Seinem Kenntnistand nach wurden kranke Bäume vor allem im Eingangsbereich entfernt. Dieses nach einem "langen Denkprozess". So erinnert er sich noch an den ersten Aufschrei, nachdem das Blickfeld frei war. Doch, so berichtet Otto Melcher weiter, gäbe es eine Fotografie von 1882 vom Wasserfall herab über die Stadt mit freier Sicht. Den Hang am Bachbett fand Melcher allerdings "struppig".

An die erste Abholzung erinnert sich Hans-Peter Schondelmaier (Fraktionsvorsitzender SPD) noch genau. Vor allem an deren Nachwirkung im Städtle. Zum aktuellen Fall mit der Windhose sei ihm "aus informellen Kreisen" berichtet worden, dass "nur gefallenes Holz und vom Sturm angeschlagene Bäume" entfernt wurden. Zwar sehe es jetzt "blank aus" und zunächst solle die Information durch die Stadtverwaltung abgewartet werden, die infolge des Urlaubs noch ausstehe. Es werde "im Hintergrund teilweise sehr heiß gekocht", doch will Schondelmaier das Ergebnis nicht mit der Erlebniswelt in Verbindung bringen. Schon gar nicht, dass deswegen zusätzlich Bäume gefällt wurden. Immerhin habe es einen Sturm gegeben, der als Windhose gewütet habe und er betrachte dies "als Unfall".

Auch Werner Kuner stellt fest, dass als "eigentliche Ursache vor der Baumfällaktion die Windhose Schaden angerichtet" hat. Für die Einheimischen sei der freie Blick auf das Kassenhäuschen noch etwas ungewohnt, doch rechnet Kuner auch mit den Kräften der Natur, "welche sich bereits sichtbar" entfalten. "Die Sicht auf das Wasserfallgebiet ist auf jeden Fall besser als früher".

Mit kräftigen Handbewegungen unterstreicht Josef Smetanjuk vom Landgasthaus "Lilie" seine Meinung zu den gefällten Bäumen in unmittelbarer Nähe seines Anwesens. Früher habe er mit Schäden am Mauerwerk und den Folgeschäden, verursacht durch den anhaltenden Schatten zu kämpfen gehabt. Jeder Hauseigentümer sei doch froh, wenn Luft und Licht an sein Haus kommen. So findet Smetanjunk den Eingangsbereich zum Wasserfall persönlich "eine Aufwertung", was nicht gefällt, ist der momentane Zustand des Gutachufers gegenüber seinem Grundstück. So sei Josef Smetanjuk auch bereit, eine Patenschaft an der Gutach zu übernehmen, allerdings sind darüber erst noch Gespräche mit dem Stadtoberhaupt zu führen. Es sei richtig, einzelne kranke Bäume am Wasserfall zu entfernen, sagt Siggi Läufer. Triberg "lebt vom Tourismus" und schon deshalb sei es notwendig auch für Sicherheit im Wasserfallgebiet zu sorgen.

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