Mein
 

Linach Windmessturm: Auf dem Holzweg im Dienste der Erkenntnis

Die erste Etappe ist geschafft: Sechs der elf Elemente des im Endausbau hundert Meter hohen Windmessturms auf der Linacher Höhe sind montiert. Die Fertigstellung des Turms mit der Messeinrichtung ist direkt nach Pfingsten geplant.

Die erste Etappe ist geschafft: Sechs der elf Elemente des im Endausbau hundert Meter hohen Windmessturms auf der Linacher Höhe sind montiert. Die Fertigstellung des Turms mit der Messeinrichtung ist direkt nach Pfingsten geplant. Mittels Windmessturm sollen die optimalen Standorte der geplanten Windkraftanlagen gefunden werden.

Die Messergebnisse des Windturms gelten für einen Umkreis von neun Kilometern Radius. Damit werden auch Gebiete in den Nachbarkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen erreicht.



Beim bürgerschaftlichen Projekt Windmessturm waren die Gesellschafter der Projektgesellschaft Siventis von Anfang an in die Arbeiten eingebunden. Das Richten der hohen Belastungen ausgesetzten Zufahrt für Material und Autokran, Baggerarbeiten für die 13 Fundamente und Aufrichten des Messturms waren und sind Gemeinschaftsarbeit.

Wenn das unbehandelte Holz der Fachwerkgeschosse erst einmal vergraut ist, wird man den Windmessturm auf der Linacher Höhe nur noch sehen, wenn man bewusst nach ihm sucht.



Der Turm ist echtes Teamwork. Mitglieder der in der Siventis zusammengeschlossenen WiLi (Windenergie Linach), WiRa (Windenergie Rappeneck) und WiM (Windenergie Meisterberg) richteten, unter fachmännischer Anleitung von Zimmerermeister Benjamin Kienzler und seiner Mannschaft, in zwei Tagen sechs der elf Elemente auf.

Filigran sieht das Fachwerk des schlanken Turms von weitem aus, trotz der 1,8 Tonnen Holz in jedem Stockwerk. Ein Autokran mit über 60 Metern Hubhöhe, gesteuert von Wolfram Isele, schichtete Element auf Element. Verbunden mit vier Winkeln und zwölf soliden 12er-Schrauben, ist jede Ebene mit je vier Seilen an Bodenankern befestigt. Insgesamt halten 3500 Meter Seil mit 5,5 Tonnen Eigengewicht das Bauwerk in der Senkrechten. Beim Abwurf aus großer Höhe rauschen die dicken Stahltrossen wie starke Fichten, wenn sie fallen. Dass alle im Team Helm tragen, ist unabdingbare Pflicht.



Exakt diagonal ausgerichtet, verleihen die Seile mit je einer Tonne Zugkraft Standhaftigkeit auch bei stärkeren Winden. Immer wenn ein Element aufgesetzt war, spannten zwei Mannschaften, über Funk verbunden, die gegenüberliegenden Seile im Gleichtakt in den Bodenankern. Weil Holz zwar in der Dicke schrumpft, aber nicht in der Länge, muss erst in etwa einem halben Jahr nachgespannt werden.

Bis in die dritte Etage auf 28 Metern ist Höhenarbeit für einen Zimmermann Routine. Für die Montage der schon seit November 2012 fertigen Fachwerkelemente bis in 99 Meter Höhe brauchen die Handwerker eine Zusatzausbildung. Die Montage der Messgeräteträger vor allem ganz an der Spitze wird vor allem der Industriekletterer Peter Biegel durchführen.

Regionale Produkte von Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein auf SÜDKURIER Inspirationen. Gleich Newsletter abonnieren und sparen!
Mehr zum Thema
Windkraft in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg: Der Windenergie in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg steht ein starker Ausbau bevor. Geeignete Standorte werden gesucht, zahlreiche Wind-Anlagen sind in Planung, um die Energiewende voranzutreiben. Aber die Windkraft hat nicht nur Befürworter. Anlieger und Naturschützer haben Bedenken. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Artikel rund um das Thema Windkraft in der Region.
Erlesene Bodenseeweine jetzt bei SÜDKURIER Inspirationen!
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Vöhrenbach
Furtwangen
Furtwangen
Furtwangen
Schönenbach
Furtwangen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren