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Furtwangen Weitere Brummton-Opfer melden sich

Tieffrequenter Lärm raubt vielen Leuten in Furtwangen und Umgebung den Schlaf. Schwerpunkte gibt es am Hofrain und in der Robert-Gerwig-Straße.

Brigitte Rieber ist nicht allein. Am 7. März berichteten wir, dass ihr ein mysteriöser Brummton den Schlaf raubt. Ursache unbekannt. Jetzt melden sich weitere von diesem Phänomen Geplagte. Auch an anderen Orten der Hochschulstadt brummt es, vor allem nachts.

Am Hofrain ist so ein Gebiet, dem westlichsten Teil von Schönenbach. Dort gibt es drei Meldungen, die beim SÜDKURIER eingingen. Vom Hofrain stammt auch die eindrückliche Schilderung einer Mitbürgerin, die sich durch den Ton an das Geräusch anfliegender Bombenflugzeuge im Zweiten Weltkrieg erinnert fühlt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Robert-Gerwig-Straße, wo gleich mehrere Personen durch einen mehr als lästigen Dauerton im Schlaf gestört werden. Auch am Marktplatz leidet eine Leserin seit Jahren unter diesen Geräuschen.

Wer nachts durch die Straßen des Städtchens geht, kann stellenweise so einen blubbernden, brummenden Dauerton in sonst tiefer Stille vernehmen. In ihrer Not greifen Betroffene zu allen Erfolg versprechenden Mitteln. Akupunktur und auch esoterische Methoden – zum Beispiel Kupfernetze gegen Erdstrahlen – kosten viel Geld, das keine Krankenkasse ersetzt.

Von durchschlagenden Änderungen zum Besseren berichtet keiner der Gepeinigten. Erst nach dem Verlassen der seit 40 Jahren gewohnten Umgebung und Umzug nach Vöhrenbach hörte das Brummen bei einer Nachbarin der Riebers schlagartig auf.

Von Hochspannungsleitungen mit 400 Kilovolt, sie lösen ein nervtötendes Knistern aus – sind Furtwangen und Umgebung bisher eher nicht tangiert. Aber auch geringere Spannungen können zu Störgeräuschen führen. Aus Schonach stammt die Meldung, dass ein nicht tief genug verlegtes Erdkabel mit zudem noch zu geringem Querschnitt solche Töne verursachte. Dort herrscht Ruhe, seit der Energieversorger den Missstand beseitigt hat.

Von Experten unbestritten, können die gepulsten Frequenzen der Funkmasten Brummtöne durch Überlagerungen im von hochsensiblen Menschen zu hörenden Frequenzbereich verursachen. Aber, wie es die Normierung so an sich hat, werden alle Menschen technisch über einen Kamm geschoren. Das mündet dann in Grenzwerte, die auch die Empfindlicheren unter uns zu akzeptieren haben.

In einem Fall klagte eine IGZAB (Interessengruppe zur Aufklärung des Brummtons) aus dem Raum Stuttgart. Zu einer Verfahrenseröffnung kam es jedoch gar nicht erst. Als Ergebnis aus 3000 Fallstudien und medizinischen Untersuchungen an 300 Betroffenen steht für das Landesamt für Umweltschutz mittlerweile nur fest, dass einige Probanden „extrem gut hören“.

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