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Furtwangen Ungelöstes Rätsel: Bürgermeister erklärt Brummton zur Chefsache

Mysteriöses Phänomen raubt Bürgern den Schlaf. Sind bisher unentdeckte Schwingungen die Ursache? Ein Ingenieurbüro soll jetzt messen.

Fünf Frauen trafen sich aus gemeinsamem Leidensdruck bei Brigitte und Rudolf Rieber. Sie alle hören teils gleiche, teils auch andere Frequenzen, die ihnen den Schlaf rauben. „Und sicher noch einigen Furtwangern mehr“, glaubt Brigitte Rieber.

Sie sagt, dass bei ihr selbst Gehörpfropfen die Intensität nicht mindern. Anlass des Treffens war der Besuch eines Filmteams vom Südwestrundfunk (SWR). Das produziert einen Beitrag für die Sendung „Zur Sache Baden-Württemberg“, der am 5. Juni um 20.15 Uhr gesendet werden soll. Regisseur Alexander Stein stieß bei Recherchen zu dieser Sendung auf Berichte über das Phänomen in Furtwangen.

Zu möglichen Verursachern hat Rudolf Rieber akribisch auf einem Messtischblatt der Umgebung von Furtwangen alle Standorte von Funkmasten mit Nadeln gekennzeichnet. Sein Wohnort am Ufer der Breg liegt im Schnittpunkt gleich mehrerer dieser hochfrequenten Strahlungsquellen. Auch großtechnische elektrische Verbraucher wie Pumpen, Motoren und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit ihren Generatoren hat er auf einem Stadtplan gekennzeichnet. Außerdem führt seine Frau Buch über die Zeiten, zu denen sie die Geräusche besonders stark hört. Auffallend ist, dass sich diese Nachtzeiten mit denen einer andern Betroffenen am Hofrain decken.

Die wohnt jedoch etwa einen Kilometer weiter östlich. Dort hören auch andere ähnliche Geräusche. Die Schlafstörung fällt unterschiedlich aus. Manche wollen sogar festgestellt haben, dass sich Bilder an der Wand verschieben. Brigitte Rieber reichte Berichte einer Bayrischen Zeitung an Bürgermeister Herdner weiter. Darin heißt es, dass sich der dortige Landrat Robert Niedergesäß um die Beschwerden von Einwohnern einer Landgemeinde kümmern wolle. Auch dort hören dafür empfängliche Mitbürger Geräusche, deren Ursache der Bürgermeister mit Unterstützung „eines geeigneten Ingenieurbüros“ auf den Grund gehen will.

Bürgermeister Josef Herdner soll daraufhin die quälenden Geräusche in Furtwangen zur Chefsache erklärt haben, wie Brigitte Rieber berichtet.

„Das Thema wird von der Gemeinde sehr ernst genommen“, bestätigt Bürgermeister Herdner. Er wolle zum von Rieber vorgeschlagenen Ingenieurbüro, und auch zum Landesumweltamt (LUBW) Kontakt aufnehmen. Auch dort will man der Ursache durch Messungen auf den Grund gehen.

Brigitte Rieber regt an, dass Betroffene des mysteriösen Brummtons sich regelmäßig treffen sollten.

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