Mein
08.03.2013  |  von  |  0 Kommentare

Furtwangen / Schonach "The Biggest Loser": Ein Schonacher wirft Ballast ab

Furtwangen / Schonach -  Bernhard Seif aus Schonach nimmt bei der Sat1-Dokusoap "The Biggest Loser" an einer Abnehm-Kur teil. Der Privatsender macht ihn in einem andalusischen Camp fit.

Bernhard Seif am Anfang seiner Abnehm-Tortur. Hier trainiert er mit seinem Team-Partner Markus in „The Biggest Loser“ in Andalusien.  Bild: SAT.1/Richard HÜbner

Der Erfolg ist sichtbar: Bernhard Seif auf dem heimischen Crosstrainer.  Bild: Wursthorn

Autor

Redakteur Furtwangen / Redaktionsleiter

Pfeil Autor kontaktieren


Mit 157 Kilo Körpergewicht drängt es einen gemeinhin nicht ins Fernsehen. Doch ohne diesen Ballast hätte sich für den Schonacher Bernhard Seif die gegenwärtige TV-Präsenz nicht ergeben. Der 32-Jährige nimmt derzeit an der Doku-Show „The Biggest Loser“ auf Sat 1 teil. Sein Ehrgeiz, seine Botschaft und sein Umgang mit der Fernsehwelt faszinieren und berühren. Mindestens 50 Kilogramm möchte Seif in einem halben Jahr verlieren. Die Folgen im Camp in Andalusien sind abgedreht, demnächst steht die Schluss-Sendung mit dem finalen Wiegen an. Und Seif hält Kurs.

Den in Spanien erworbenen Trainingsfleiß setzt er in einem Furtwanger Fitnessstudio fort. Sechs Tage in der Woche, jeweils zwei Stunden. Erleichternd wirkt dabei der Umstand, dass der angestellte Konstrukteur das Trainingsgerät und den Arbeitsplatz binnen weniger Treppenstufen wechseln kann. Apropos Treppen. „Die laufe ich jetzt viel leichter und auch auf die Blutdrucktabletten kann ich verzichten“, zieht Seif für sich schon ein positives Zwischenergebnis.

Auch wenn im Vorstellungsvideo auf der Senderhomepage der gemeinsame Kinderwunsch von Ehepaar Seif publikumswirksam in den Vordergrund platziert wurde („das stimmt schon auch“), geht es dem Kandidaten doch einzig um die Gesundheit. „Auch die 50 000 Euro Preisgeld für den Sieger interessieren mich da nur am Rande.“

Mit sechs Jahren begann sein Leben als dicker Mensch. Gehänselter Außenseiter als Kind und Jugendlicher, buchstäblich „auf den Pfunden sitzend“ als berufstätiger Erwachsener. Im Sommer 2011 dann der Warnschuss. Beim Einkaufen erleidet Seif einen Blutdruckanfall.

Notarzt, Rettungswagen, Todesangst und die Erkenntnis, etwas ändern zu müssen. Doch erste Trainingseinheiten im Fitnessstudio blieben ohne größere Wirkung, den Wendepunkt brachte ein Familienfest. Markus, der ebenfalls stark übergewichtige Ehemann seiner Cousine überredete ihn zum Mitmachen: In der andalusischen Sonne bildeten die beiden, zwei von über 3000 Bewerbern, dann im vergangenen September eines von zehn Zweierteams im „Camp“.

„Mit meiner Teilnahme möchte ich zeigen, dass man was ändern kann“, sät Seif Hoffnung. Übergewicht sei ja für viele ein Thema. Mit dem TV-Format wie der Tatsache, dass ihn Sonntag für Sonntag Millionen von Menschen sehen, geht er entspannt um. „Nur anfangs habe ich gemerkt, dass ich gefilmt wurde.“. Hemmungen? „Auch nicht weniger als beim Schwimmbadbesuch in Schönwald.“

Gut betreut sah er sich vom Camp-Team und ehrlich dargestellt von den Fernsehschaffenden. SAT.1 bestätigt das. „Natürlich soll die Show unterhalten, aber in erster Linie geht es uns um nachhaltiges Abnehmen. Die Gewinner der vorherigen Staffeln und das sehr positive Feedback der Zuschauer über alle letzten Staffeln zeigen, dass es mit dieser Show möglich ist.

“ Gesunde Ernährung, tägliches Training unter Anleitung und die Ausscheidungswettbewerbe prägten das Camp-Leben ebenso wie der Begriff Heimweh. Denn Handy, Laptop oder Fernsehen waren tabu, nur der Sender hielt den Kontakt zu Ehefrau Anja. „Echt Entzug“, bilanziert Seif. Und den ermöglichte ein kulanter Arbeitgeber. „Aber mein Chef hat schon geschluckt, als ich mit zehn Wochen Freistellung kam“: dem Maximalzeitraum.

Wie lange Seif tatsächlich im Camp durchhielt und wie viel Gewicht er abnahm: Das bleibt ein Geheimnis. Hier verabreicht der Sender aus Spannungsgründen eine Nachrichtendiät. Bernhard Seif jedenfalls hat schon gewonnen. Im Sommer will er sich seit Langem wieder mal aufs Fahrrad schwingen. Das bewusste Essen will er ebenso beibehalten wie die Freiräume, wie den Sport. „Ich weiß ja jetzt, dass es in den Alltag passt.“

Korrektur-Hinweis Korrektur-Hinweis melden Korrektur-Hinweis
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
 Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln

Jetzt Newsletter anfordern:
© SÜDKURIER GmbH 2014