Junge Informatiker aus Furtwangen helfen einheimischen Firmen mit ihren Semesterarbeiten bei technischen Problemen.
Furtwangen – Bachelor-Studenten verschiedener Semester der Studiengänge Computer Networking und Allgemeine Informatik haben im Foyer des C-Baus der Furtwanger Hochschule ihre Arbeiten vorgestellt. Die Technik dahinter ist für Laien kaum zu verstehen, der praktische Nutzen hingegen erklärt sich fast von allein. Mit Unterstützung von Firmen wie der Deutschen Telekom, IMS Gear in Donaueschingen oder Instituten wie dem Bundesamt für Strahlenschutz entwickelten sie im Team Lösungen von teilweise hochkomplexen Aufgabenstellungen.
Der Fachjargon, den die Studenten einem Besucher um die Ohren hauen, ist dabei eher verwirrend als erhellend: sie sprechen ganz selbstverständlich von Android, Apps, Clients, Clouds, Code Quality, Embedded Devices, Kryptographie, Protokolle, Quellcodes, Software Packets. Und doch entsteht mitunter ein Tool, früher auch Werkzeug genannt, das dem einheimischen Metallwerker durchaus geläufig ist.
Raphael Goj, Raphael Biewald und Ahmed Mliki brachten Fertigungsprogramme zur Zahnradherstellung aus den Kindertagen des Computers auf modernen Betriebssystemen zum Laufen. Betreut wurden die fortgeschrittenen Electrical Engineering Studenten von Dekan Mohsen Rezagholi.
Das Team musste für seine Arbeit sogar archivierte Rechner aus dem Keller holen. Schnell verworfen wurde das komplette Umschreiben der fehlerfrei laufenden Software auf eine moderne Programmiersprache. Bei ihrer Recherche fanden die drei eine Simulationsumgebung für einen neuen Rechner, zusätzlich kompatibel mit den Anwenderprogrammen von IMS Gear. Als optimale Lösung biete sich aber eine vollständige Neuentwicklung der Programme an, wofür der Zahnradhersteller schon die Bereitschaft zu weiterer Zusammenarbeit signalisiert habe.
Katharina Mollus, Daniel Neugart, Fabian Tanneberger, Kamill Zaborszyk und Nils Krause erarbeiteten eine Lösung für den Automobilsektor. Betreut von Professor Lothar Piepmeyer passten sie das Betriebssystem Android für die Villinger Firma XS Embedded an. Android treibt normalerweise Smartphones an, soll hier aber mit dem Betriebssystem eines Fahrzeug-Bordcomputers zusammenarbeiten. Als praktische Anwendung entstand eine App – also ein Zusatz-Programm – die dem Nutzer ein Fahrtenbuch und eine Navigations-Funktion bietet. Besonderheit: Neben Staumeldungen werden die aktiven Blitzampeln entlang der Strecke angezeigt. Fahrzeugdaten wie der Reifenzustand werden mit dem Servicenetz von Werkstätten verknüpft und bei entsprechender Abnutzung dem Fahrer mitgeteilt.