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Furtwangen Stoppuhrenhersteller Hanhart stellt Insolvenzantrag

Sport und Hanhart-Stoppuhren: Diese Traumkombination hat nun einen Kratzer. Die Zeitmesserfirma mit Sitz in Gütenbach hat für den Bereich Stoppuhren Insolvenzantrag gestellt.

Wer sich an den Schweiß treibenden Sportunterricht früherer Tage erinnert, dem kommt auch der Sportlehrer mit Stoppuhr in den Sinn. Ziemlich sicher steckte ein Präzisionsprodukt aus dem Hause Hanhart in der Hand unter dem gereckten Daumen. Heute kapituliert der einstige Weltmarktführer mechanischer Stoppuhren vor der Konkurrenz aus Fernost und rückläufiger Nachfrage. Zahlungsunfähigkeit führte den letzten europäischen Stoppuhrenhersteller vor das Amtsgericht Villingen-Schwenningen, wo am Montag Insolvenzantrag gestellt wurde. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Thorsten Schleich bestellt.

Am Hauptsitz Gütenbach sind, wenn Stoppuhren- und Chronographenfertigung insgesamt gesehen werden, derzeit 35 Menschen beschäftigt.

Vom Insolvenzantrag nicht betroffen sind der Bereich der Chrongraphen und die Marke Hanhart. „Chronographen wird es auch zukünftig unter der Marke Hanhart geben“, gab Felix Wallner am Dienstagabend eine verhalten zuversichtliche Zukunftsprognose. Über die zahlenmäßige Entwicklung der Stoppuhrenproduktion in den vergangenen Jahren wollte sich der Sprecher der Hanhart-Gruppe nicht äußern. Die Gesellschafter und die Geschäftsführung würden das Gespräch mit dem Insolvenzverwalter suchen, um Möglichkeiten für ein tragfähiges Konzept für die Zukunft der Stoppuhren zu prüfen.

Auch im Bereich Armbanduhren sind stützende Maßnahmen vorgesehen. Der Service werde aufrechterhalten, ein innovatives Vertriebskonzept soll unter Einbeziehung von Fachhändlern entstehen. Gezielte Marketingaktivitäten in den Heimatmärkten Deutschland und Schweiz sollen die Marke Hanhart wieder nachhaltig positionieren und aufbauen.

Der Schritt ans Insolvenzgericht steht in krassem Gegensatz zu optimistischen Nachrichten, die Hanhart-Geschäftsführer Klaus Eble im Februar des Jahres verbreitete. Ein Gesellschafterwechsel, so hieß es damals, werde den Standort Gütenbach stärken. So hatte der bisherige Besitzer, die Gaydoul Gruppe mit Sitz in Zürich und seit 2010 Mehrheitseigner, die deutsch-schweizerische Uhrengruppe Hanhart an die GCI Management Consulting in München verkauft. In der Folge sollte die Chronometermanufaktur in der Schweiz eingestellt und komplett nach Gütenbach verlegt werden.

Auch der Chronometer-Vertrieb, so Ebles damalige Prognose, sollte einen Schub erfahren. Stoppuhren wurden schon seit geraumer Zeit ohne Ausnahme in Gütenbach hergestellt.

Hanhart und GCI arbeiteten schon vor der Übernahme miteinander. In den vergangenen 20 Jahren war das GCI-Management bei unternehmensbezogenden Projekten des Öfteren im Haus. Die gegenseitige Wertschätzung war groß. „Wir freuen uns, dass wir unser Beteiligungsportfolio um den kleinen, aber feinen Hersteller von Präzisionszeitmessern erweitern können“, hieß es zur Begrüßung. Man freue sich auf eine zukunftsträchtige Partnerschaft. Hanhart weise eine große Tradition mechanischer Fertigung auf, GCI verfüge über Know-how und Markterfahrung, um das Potenzial der Qualitätsuhrenmarke optimal auszuschöpfen.

Die Uhrenmarke im Netz: www.hanhart.com

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