Eine Hackschnitzelanlage ersetzt die Ölheizungen in den einzelnen Gebäuden. Auffallend und modern zeigt sich die Solarfassade am neuen Hauptgebäude, das derzeit im Bau ist. 92 Prozent der elektrischen Energie aus der Photovoltaik-Anlage werden direkt am Standort verbraucht und belasten so auch nicht die Verteilernetze der Energieunternehmen.
Der Stromverbrauch direkt in der Region war immer wieder Gesprächsthema bei der Wanderung, auch bei der nächsten Station. Konrad Hermann sprach aus praktischer Erfahrung, denn auf seinem Ettenberghof hat er vor zehn Jahren zwei Windkraftwerke installiert.
Damals waren Genehmigungsverfahren und Kreditbeschaffung ein mühsamer Hindernislauf. Viel Idealismus war im Spiel, als er zusammen mit Wolfgang Mahler die Pläne in Angriff nahm. Die Renditen sah er realistisch und warnte vor „utopischen Pachtpreisen“, die manche Investoren in Aussicht stellen.
Knapp ein Dutzend Windräder sind von der Kaiserebene aus zu sehen. Rolf Breisacher betonte, man wolle Windkraftwerke an günstigen Standorten konzentrieren. „Wir planen miteinander“, versicherte er unter der Zustimmung seiner beiden Bürgermeister-Kollegen.
Dem Thema Wasserkraft wandte man sich beim Bärenweiher zu. Die Stadt Vöhrenbach erzeugt an der Linachtalsperre mehr als eine Million Kilowattstunden Strom pro Jahr, ausreichend für 300 bis 400 Haushalte, berichtete Robert Strumberger. Man könnte die Strommenge steigern, indem die Restwassermenge im Bach verringert und in beschränktem Umfang Schwallbetrieb am Stausee zugelassen wird, doch eine Anfrage mit diesen Anregungen sei von den Behörden abgelehnt worden.
Die Wasserkraft hat Tradition im Schwarzwald, ein weiterer Ausbau ist aber nur begrenzt möglich. Dagegen könnte ein Vielfaches an Solarstrom gewonnen werden, so Wolfgang Mahler, nur durch Nutzung der vorhandenen Dächer. Zehn bis 20 Prozent Solarstrom nannte er „durchaus realistisch“.
