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Furtwangen Skiinternat hat Aufgaben für die Politik

Die Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle besucht das Skiinternat Furtwangen. Die Sportpolitikerin lobt das dort praktizierte Tutoren-Modell und spricht mit den Athleten.

Sabine Wölfle hat das Furtwanger Skiinternat (Skif) besucht. Die sportpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion wollte sich einen Eindruck von dessen erfolgreicher Arbeit verschaffen. Vertreter der Furtwanger Schulen stellten dabei konkrete Forderungen an die Politik, wie man mit minimalen Mitteln die Arbeit des Skif wesentlich vereinfachen und verbessern könnte.
Es sei ideal, wenn sportliche Ausbildung und Schule vereinbar sind, sagte die Abgeordnete. Schwierig sei dies aber, wenn die Schulen nicht mitspielen. Der Erfolg der Sportler am Skif spreche für sich. Wölfle fragte zwei Skif-Sportler, wie aufgefangen werde, wenn es schulisch einmal nicht so gut laufe. Skispringer Oliver Kaminski und Biathletin Janina Hettich berichteten von den vielfältigen Möglichkeiten, von den Tutoren, Nachhilfeunterricht und speziellen Prüfungsterminen. Besonders beeindruckt zeigte sich Wölfle vom Modell der Tutoren, die hier eine enorme Verantwortung übernehmen.
Aber auch die Sportler selbst, erläuterte Verbindungslehrer Wolfgang Höre (Robert-Gerwig-Schule), seien in der Pflicht, sich selbstverantwortlich um ihren Stoff zu kümmern, die Schule biete hier jede mögliche Hilfe.
Ministerialrat Karl Weinmann vom Kultusministerium machte dabei deutlich, dass gerade diese Eliteschulen des Sports ihren Lehrerbedarf selbst ausschreiben sollten. Dann bekämen sie die Lehrer, die hinsichtlich Fächerkombination und Motivation in dieses Konzept passten.

Kosten verursache dies keine, denn die fehlenden Lehrer müssten sowieso eingestellt werden.
Probleme bedeute das achtjährige Gymnasium, so Martin Schartel vom Otto-Hahn-Gymnasium. Daher befürwortete er Überlegungen, zumindest in Einzelfällen die Schulzeit wieder auf neun Jahre zu strecken. Dies würde für die Sportler viele Freiräume schaffen.
Nicht zuletzt habe das achtjährige Gymnasium auch für die Sportförderung negative Folgen, wie Trainerin Ina Metzner ausführte: Janina Hettich beispielsweise wird ihr Abitur bereits mit 17 Jahren machen. Dann gibt es aber eine Lücke, weil sie nach der Sportförderung in der Schule erst wieder mit 18 Jahren in die reguläre Förderung kommen kann, erklärte Metzner.

Schülertutoren

Eine wichtige Rolle beim Furtwanger Skiinternat (Skif) spielen die Tutoren, das sind Mitschüler, die die Sportler mit Unterrichtsmaterial versorgen, wenn diese auf Training oder Wettkampf unterwegs sind. Entwickelt wurde dies von den Furtwanger Schulen gemeinsam mit Ministerialrat Karl Weinmann vom Kultusministerium.Jeder der Sportler des Skiinternats hat in seiner Klasse einen oder in der Kursstufe sogar mehrere Tutoren. Es ist die Aufgabe des Tutors, im Unterricht das ganze Material zu sammeln und den Skif-Sportler am Wettkampfort mit dem Material zu versorgen. Es muss also im Unterricht alles mitgeschrieben werden, Arbeitsblätter und Materialien müssen kopiert werden. Und möglichst am gleichen Tag noch geht das ganze Material in Kooperation mit dem jeweiligen Koordinationslehrer auf elektronischem Weg direkt zum Sportler. Wenig beachtet von der Öffentlichkeit tragen die Tutoren also dazu bei, dass am Skif Schule und Sport vereinbar bleiben. (hei)

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