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Furtwangen Referentin: Der ehrbare Manager ist gefragt

13.10.2012
Furtwangen -  Julie L. Edelmann-Veith erklärt in der Auftaktvorlesung zum Wintersemester an der Hochschule Furtwangen, wie sich Firmen und Politiker einen guten Ruf erarbeiten können.

Eine gut besuchte, unterhaltsame Auftaktlesung des Wintersemesters verzeichnet Eduard Heindl mit Referentin Julie L. Edelmann-Veith.  Bild: Wild

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Klaus Wild


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Mit einem wohlbekannten Zitat Wilhelm Buschs führte die charmante Referentin im eleganten Hosenanzug an das Thema heran, das in unserer von den Medien geprägten Gesellschaft Schicksal bestimmend sein kann. „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.“ Julie L. Edelmann-Veith hat Jahrzehnte lang die Frontmänner und -frauen großer Konzerne in Sachen „guter Ruf“ beraten.

Im 19. Jahrhundert versuchte England, den Ruf deutscher Schmiedeprodukte, die in geringer Qualität, aber billig, die Insel überschwemmten, mit dem Label Made in Germany zu brandmarken. Eine Qualitätsoffensive der deutschen Metallwerker drehte den Spieß um, das Label wurde zum Gütesiegel. Generationen haben seither daran gearbeitet. Und auch heute ist Made in Germany weltweit Garant für exzellente Industrieprodukte.

Ein Bild von sich, das Image, kann man aufpolieren, Ansehen und Wertschätzung erwirbt man aber nur langfristig durch dauerhaft ehrliche Äußerungen, die sich mit dem Handeln decken. Wie das gründlich in die Bux gehen kann, zeigte Edelmann-Veith an zahlreichen jüngeren Beispielen.

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Salamitaktik, wie sie vom vorigen Bundespräsidenten beim Eingestehen immer weiterer Unehrlichkeiten praktiziert wurde, ruiniere jegliche Reputation. Gerade eine Position, deren singuläre Aufgabe im weltweiten medialen Transport des Ansehens einer Nation besteht, müsse zwingend mit einer integren Persönlichkeit mit sozialer Intelligenz und Kompetenz besetzt werden.

An dieser Befähigung mangelte es auch dem BP-Krisenmanager Tony Hayward, der nach vielen Fehlversuchen öffentlich bekundete, dass er von der Ölpest im Golf von Mexico genug habe und jetzt erst mal einen Segeltörn mache. Mitten in der Legislaturperiode ohne Wahlstress, ging auch Präsident Barack Obama lieber Golfen, als am Unglücksort Präsenz zu zeigen.

Ganz anders verhielt sich Gerhard Schröder 2002 an der Elbe. Beim Hochwasser stand er, im angemessenen Outfit, auf den Deichen und redete mit den Leuten. Trotz schlechter Umfragewerte gewann er die nachfolgende Bundestagswahl mit großem Vertrauensvorschuss.

Eine mit weiteren treffenden Beispielen unterlegte Zeittafel der Entwicklung des Leitbilds vom ehrbaren Kaufmann aus dem Mittelalter führte die Hörer bis zur heute geltenden Corporate Social Responsibility (CSR), der gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmen. Als Gegenentwurf der herrschenden Ökonomie der Habgier sei heute der ehrbare Manager gefragt, der ehrlich kommuniziere, wie es ums Unternehmen steht.

Fragen zur Rolle der modernen Kommunikationsplattformen, wie etwa bei der Bewertung von Hotels, stellte die Referentin die vorrangige Gewichtung direkt kommunizierter, persönlicher Erfahrungen gegenüber. Auch die jungen Nutzer hätten das großenteils verinnerlicht.

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