Wird ein buntes Eichhörnchen das neue Logo des Ferienland? Oder begleitet demnächst eine traditionelle Kuckucksuhr alle Schriftlichkeiten des Tourismusverbands? In der Hauptversammlung am Donnerstagabend im Deutschen Uhrenmuseum lagen Gestaltungsentwürfe vor, die Ulrich Nocke von der Furtwanger Agentur DesignConcepts mit seinem Team kreiert hatte. Nach ausführlicher Diskussion entschied sich eine große Mehrheit der Mitglieder mit dem konservativen Entwurf der Kuckucksuhr weiterzuarbeiten.
Der Einwand, die Kuckucksuhr wirke altbacken, statisch und stehe nicht für Erlebnis verfing letztendlich nicht. Gerade bei jungen Leuten sei „Retro“, die Rückbesinnung auf Vergangenes sehr angesagt, warf Geschäftsführer Stefan Schürlein ein. Die Unruhe durch die drei verschiedenen Schriftformen, eine kräftigere Farbgebung und weitere Details könnten am Entwurf Uhr noch verbessert werden.
Relativ leicht fallen soll die Abgrenzung zum Logo des konkurrierenden Hochschwarzwald Tourismus: eine stilisierte Uhr auf rotem Grund. Ohne zu viel Rot gebe es keine Verwechslungsgefahr, meinte Schürlein. Zuvor hatte Eva Renz vom Uhrenmuseum gewarnt, dass der Verband Hochschwarzwald Tourismus die Kuckucksuhr als Werbeträger „komplett durchdekliniert“ habe. Auch der Vermittlungsvorschlag des Vorsitzenden Jörg Frey aus Schonach, man könne sich auch ein anderes Tier als das Eichhörnchen vorstellen, griff nicht: die Kuckucksuhr ist Grundlage der nächsten Entwürfe, die das Ferienland mit den Zusätzen „Schwarzwald“, „Natur erleben“ und „Mittendrin“ konkreter verorten. Das entspricht dem Arbeitsauftrag. Eine Expertise hatte im vergangenen Herbst das Ferienland als austauschbare Marke ohne Zielgruppenfixierung taxiert.
Zu den Regularien der Versammlung gehörte der Geschäftsbericht des Vorsitzenden. Der Schonacher Bürgermeister Frey sprach von einem Jahr, auf das man auch ohne große Steigerungen der Übernachtungszahlen stolz sein könne. Ein guter Werbegag sei das Projekt „Zumo“ gewesen. Erdgasbetriebene Autos wurden den Gästen zur Verfügung gestellt. Auch die Auszeichnung als erste allergikerfreundliche Ferienregion Deutschlands brachte das Ferienland mit seinem chronisch kleinen Marektingbudget in die Medien. Den Gastgebern empfahl Frey, sich mit Internetbuchungen und der Anbindung an eine große Plattform anzufreunden. Die Provision sei bereits im Preis einkalkulierbar. Für die Gäste sei das Internet der wichtigste Buchungskanal – für die jüngere Generation weltweit ohnehin (wir berichten noch).
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