Sie muss sich nicht beleidigen, provozieren und verhöhnen lassen. Mit Recht verlangt sie, dass Grenzen eingehalten werden.
Auch wenn keine Personen zu Schaden kamen: Wer das vogelfreie Gebaren der Jugendlichen beobachtet hat, bekommt Angst vor künftigen Begebenheiten im vermeintlich rechtsfreien Raum. Dabei mag dahin gestellt sein, ob sich das Quartier Friedrichstraße tatsächlich so negativ entwickelt hat.
Barbara Nehers Ausrufezeichen lenkt jedoch den Blick auf ein schwelendes Problem der Uhrenstadt: Das Jugendhaus entwickelt offenbar nur eine mäßige Attraktivität für verschiedene Jugendgruppen. Diese bleiben außen vor. In der Tiefgarage, im Stadtgarten oder eben in einer Clique in der Stadt gestalten sie ihre Freizeit. Und wo es laut, impulsiv, obszön und oft mit einem Bier in der Hand zugeht, fühlt sich die Bevölkerung bedroht. Auch ohne echten Anlass.
Eine der nächsten Baustellen für Bürgermeister Herdner muss sein, das 2009 umgestaltete Jugendzentrum endlich auch seiner Bestimmung zuzuführen. Damals hieß es, die Einrichtung soll verschiedenen Strömungen eine Heimat bieten. Um das zu gewährleisten, müssen aber auch die Öffnungszeiten jugendfreundlich gestaltet werden. Betreuung und „Streetworking“ am Abend: das wäre eine Methode, um die Jugend abzuholen.
