Furtwangen Hundefreunde-Jäger-Kontroverse: Das Schild ist weg
"Erschießungsgefahr! Hunde an der Leine führen!" - Mit diesem Schild drohte ein Jäger den Hundehaltern. Bild: Jens Wursthorn
Dem Jäger war am Ende „die Diskussion zu doof“. Er habe das Schild am Dienstagabend abgebaut, sagte er heute gegenüber dem SÜDKURIER. Seit 20 Jahren hat er das Jagdgebiet, vor 18 Jahren hat er das Schild angebracht. „Ohne Ärger seither“, wie er betonte.
Am Dienstag hatte der Hundehalter, der sich über das Hundeabschuss-Warnschild bei Schönenbach beschwerte, den Behördenweg beschritten. hat beim Kreisjagdamt beantragt, das Schild entfernen zu lassen und dem Jäger den Jagdschein zu entziehen.
Ob er weiter den Jagdscheinentzug fordern wird, werde er sich noch überlegen, sagte heute Reiner Langenbach-Zidar. Immerhin habe eine eindeutige Bedrohung vorgelegen.
In einem Schreiben ans Kreisjagdamt hatte sich Langenbach-Zidar beschwert über das Schild, das entgegen dem Jagdrecht die Erschießung nicht angeleinter Hunde androhe. Der betroffene Jäger sei nicht zuverlässig zum Führen und Besitzen von Waffen und überdies uneinsichtig. „Selbst nach den Zeitungsberichten und empörten Reaktionen aus der Bevölkerung erhält er seine Drohung mit dem Schild stur aufrecht.“
Unverständlich sei überdies, dass die Furtwanger Polizei das „rechtswidrige“ Schild seit 20 Jahren dulde. Die Ordnungsbehörde hätte von Amts wegen werden müssen, da es sich, so Langenbach-Zidar, um ein Offizialdelikt handle.
Heute morgen auf SÜDKURIER-Anfrage die offizielle Antwort des Forstamtes. Die Außenstelle Donaueschingen ist für das Jagdwesen zuständig. „Wir sehen aus dem Schild keine konkrete Androhung“, gibt Holger Binkert, den Sachstand wieder. Das Schild werde als Warnung im Zusammenhang mit der Jagdausübung gesehen. Wenn Jagdhunde bei der Drückjagd in der Dämmerung Rehe verfolgen, könne es – trotz Signalhalsband – zu gefährlichen Situationen kommen.
Der Entzug des Jagdscheins sei keine angemessene Sanktion. Immerhin habe der Mann sich nie etwas zuschulden kommen lassen. Ohnehin seien im oberen Bregtal seit vielen Jahren keine Hunde erschossen worden.
Aus persönlicher Sicht meint Binkert, der Schild-Aufsteller habe der Jägerschaft keinen Gefallen getan, aber die Behörde lasse sich mit Langenbach-Zidars Beschwerde nicht vor den Karren der konträren Lager spannen.
