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Furtwangen Gletschermann auf TV-Bühne

29.09.2012
Furtwangen -  Gletschermann Professor Eduard Heindl ist Kandidat beim Science Slam Deutschland. Vorentscheidung ist am 2. Oktober in Ulm.

Professor Eduard Heindl ist Physiker und lehrt an der Hochschule Wirtschaftsinformatik.

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Die ARD überträgt die Kurzvorträge, bei denen das Publikum mitentscheidet. Jeder Kandidat hat zehn Minuten lang Gelegenheit, die Vorzüge und die Umsetzbarkeit seiner Innovation möglichst eingängig darzulegen, Unterhaltungswert ist dabei durchaus willkommen. Heindls Thema ist der Massespeicher.

Bereits nach einer halben Stunde, so erklärt Heindl, würden bei einem Totalausfall aller konventionellen Kraftwerke derzeit in Deutschland die Lichter ausgehen. Montagebänder würden stillstehen, Ampeln erlöschen, Computer tote Schirme zeigen, wenn nicht mehr Energiereserve als die aktuell 40 Gigawatt Speicherkapazität zur Verfügung stünden. Gering sei der Anteil der dann noch produzierenden Windgeneratoren einzuschätzen.

Folgt man Professor Eduard Heindl, ist die Überkapazität an erneuerbarer Energie dank sich beschleunigender Verbreitung der Photovoltaik so groß, dass sich der teure Betrieb konventioneller Kraftwerke immer weniger rechnet, und sie auch an der Grundlastversorgung weiter schwindenden Anteil haben werden. Könnte man die Überkapazitäten mit vertretbarem Aufwand zwischenspeichern, und wäre der Landschaftsverbrauch gegenüber asphaltierten Bergkuppen noch wesentlich geringer, so komme nur noch der hydraulische Massespeicher in Betracht.

Hydraulisch angehobene, aus dem Urgestein geschnittene Zylinder geben die gespeicherte Energie verzögerungsfrei ab, wenn das Pumpmedium Wasser unter hohem Druck durch Generatoren strömt. Dezentral über die Republik verteilt, könnte der Wochenbedarf Deutschlands von sieben der größten Zylinder gedeckt werden.

Umgekehrt proportional zur Größe verhält sich der Gestehungspreis pro gespeichertem Watt. Der sinkt von 100 Euro bei der kleinsten Einheit auf einen Euro bei den 1600 Gigawatt des größten Steinzylinders.

Der Eindruck, dass Massespeicher sich ganz langsam über den Horizont erheben würden, trügt. Allein etwa 300 Meter tief ist in den meisten geeigneten Gebieten das Urgestein so stark mit Rissen durchsetzt, dass die nutzbare Steinqualität erst dort beginnt. Die beiden kleineren Einheiten würde man also nur als Loch in der Landschaft wahrnehmen, in Tallagen könnten die Speicher zur touristischen Attraktion mutieren.

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