– Auf die treue Zielgruppe der Modellbauer wie auch auf den potenziellen Nachwuchs richtet die Modellbaufirma Faller einige Anstrengungen. Auf technikinteressierte Schüler geht Faller mit einem Wettbewerb um die Teilnahme von 30 Schulen an der „Werkstatt Modelleisenbahn“ zu.
Marketingleiter Stefan Rude stellt den potenziellen Teilnehmern im Bewerbungsbogen ganz konkrete Fragen, etwa wie eine Modelleisenbahn in den Schulalltag integriert werden kann.
Beim Modell sollen auch engagierte Laien mitmachen können. Altgediente Modellbauer, wie auch interessierte Väter und Mütter können mit ihren praktischen Fähigkeiten dazu beitragen, Jungs und Mädels wieder ans Selbermachen heranzuführen. „Wir sind dabei für Anregungen von außen immer offen“, unterstützt Geschäftsführer Horst Neidhard seinen jungen Marktanalysten.
Aus dem Fundus der beteiligten Firmen, Faller, Märklin und Busch, können die Jugendlichen ihrer Fantasie freien Lauf lassen – zumindest soweit, wie die Spritz- und Presswerkzeuge der Spielzeughersteller das zulassen. Dem jugendlichen Bedürfnis nach virtueller Selbstverwirklichung dürfte da das Ziel Fallers der iPod-Steuerung digital geführter Auto- und sonstiger Mobile schon näher kommen, sieht man mal von den UFOs ab, die Busch in seinem Katalog hat.
In Karosserien anderer Hersteller integriert Faller eigene Fahrgestelle mit der Möglichkeit der drahtunabhängigen Fortbewegung in über ein Smartphone gesteuerte Richtungen. Keine Kollision, es sei denn, sie sei gewollt, soll es technisch mit bestehenden Systemen geben, bei denen ein in der Fahrbahn versteckter Draht die mögliche Strecke vorgibt.
Als Neuheit stellte Faller dazu vor wenigen Tagen auf der Spielwarenmesse in Nürnberg seine digital gesteuerte MBS Schwerlast-Zugmaschine vor. Neidhard meinte, „bei unseren Partnern im Handel und bei den Fachjournalisten war das Echo sehr positiv“. Als kommerziell nicht umsetzbar wurde eine Anregung eingestuft, Szenarien wie Stuttgart 21 oder Castor-Transporte mit sprachgesteuerten Wasserwerfern neben einem ruinösen Hauptbahnhof ins Programm aufzunehmen. „Wir hatten diese Idee durchaus auch schon erwogen, aber versetzen Sie sich doch einfach mal in die Denkweise eines Investors!“, meinte, diese Piste abschließend, Firmenchef Horst Neidhard. Außerdem sei das Bahnhofsareal für die Spur H0 einfach zu groß. Keine aktuellen Informationen hat er über das von Busch tatsächlich verwirklichte Projekt „Bauzaun S21“, wo in H0-Größe originale Abschnitte dieses Zeitdokuments aufgelegt wurden.