FurtwangenDie Stadt trauert um Rolf Balthasar [0]
Die traurige Nachricht verbreitete sich gestern schnell in der Stadt: Der langjährige Bürgermeisterstellvertreter Rolf Balthasar ist in der Nacht zum Freitag seiner schweren Erkrankung erlegen. Furtwangen trauert um einen seiner beliebtesten und profiliertesten Kommunalpolitiker.
Beliebt und geachtet war Rolf Balthasar auch als Kommunalpolitiker. Das Bild mit ihm zur Rechten des Ministerpräsidenten entstand im April beim letzten Besuch Erwin Teufels von Furtwangen in dieser Funktion. Archiv
Furtwangen (flu) Zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit beklagt die Stadt Furtwangen den Verlust eines überaus beliebten und geschätzten Mitbürgers. Anders als bei Stadtpfarrer Josef Beha kam das Sterben des gerade mal 60 Jahre alt gewordenen Kreisrats Rolf Balthasar für seine Angehörigen, Bekannten und Freunde nicht unerwartet: Eine heimtückische, schwere Krankheit raffte ihn binnen weniger Monate dahin. Rolf Balthasar war eine überaus geachtete Persönlichkeit im gesamten Oberen Bregtal. Der liebenswerte Polizist, passionierte Kommunalpolitiker und Träger der Bürgermedaille war bei ungezählten Gemeinderatswahlen zusammen mit Horst Siedle der beliebteste Stadtrat: Eine Tatsache, die sich klar und eindeutig in Traumergebnissen bei Wahlen ausdrückte. Genau 20 Jahre lang gehörte Rolf Balthasar dem Furtwanger Gemeinderat an. Dabei war er unangefochtener "Stimmenkönig" seiner CDU-Fraktion. Überraschend und auf eigenen Wunsch wollte Rolf Balthasar 2004 nicht mehr für den Furtwanger Gemeinderat und nur noch für den Kreistag kandidieren. Bei den parallel laufenden Kreistagswahlen erzielte er erneut ein Spitzenergebnis. Vorher hatte Rolf Balthasar als Bürgermeisterstellvertreter 15 Jahre lang die Stadt würdig repräsentiert. Wenn die Bürgermeister Adolf Herb und später Richard Krieg in Urlaub gingen oder verhindert waren, leitete der Polizeihauptkommissar ruhig und umsichtig die Geschicke der Stadt. Insbesondere Anfang der 90er Jahre hatte er hier manch wichtige Eilentscheidung zu fällen. Rolf Balthasar war als Kommunalpolitiker auch deshalb so beliebt, weil er bei für die Stadt wichtigen Entscheidungen den Mut hatte, kritisch abzuwägen und allein seiner eigenen, besseren Einsicht gehorchend nötigenfalls mit Nein zu stimmen. Als Bürgermeisterstellvertreter war seine letzte Amtshandlung die Begrüßungsrede bei der Feier zur 825-jährigen Geschichte Furtwangens. Aus der Nähe von Aachen stammend, war er 1954 nach Schönwald gezogen. An der Furtwanger Fachhochschule absolvierte er zunächst eine Ausbildung als Elektrofeinmechaniker, bis Rolf Balthasar 1963 zur Polizei wechselte. Tätig war er in der Folge unter anderem bei der Freiburger Autobahnpolizei und beim Polizeirevier in Waldkirch. Dem Wunsch seiner Frau Ursula folgend ließ er sich 1975 nach Furtwangen versetzen. Seit 1979 war er dort als Dienstgruppenführer eingesetzt, zusätzlich wurde er 1990 zum Stellvertreter des Polizeipostenleiters ernannt. 1994 besuchte er erfolgreich einen Lehrgang und wurde Polizeihauptkommissar. Der so früh Verstorbene war als Polizist geachtet und im gesamten oberen Bregtal bekannt. Liebevoll und mit viel Anerkennung gaben ihm viele den Übernamen: "Badischer Landgendarm". Zum 150. Geburtstag des Furtwanger Polizeipostens schrieb Rolf Balthasar in monatelanger, nebenberuflicher Fleißarbeit die viel beachtete Chronik dieser Einrichtung: "Räuber und Gendarm". Erst vor zwei Monaten, am 30. September, seinem 60. Geburtstag, wurde Rolf Balthasar von Polizeidirektor Roland Wößner in den Ruhestadt verabschiedet. Ein Wechsel, auf den sich der ebenso begeisterte wie umsichtige Motorradfahrer und überzeugte "Brettle"-Spieler mit viel Hoffnung gefreut hatte, den er aber auch schon nur noch von schwerer Krankheit gezeichnet erleben durfte. Weitere Artikel zu: Furtwangen, |


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