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Der Star mit Herz für SC-Fußballschule

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Der Star als Fan: Weil er einen Euro pro Karte an die SC-Fußballschule spendet, bekam Herbert Grönemeyer einen "Förderer-Schal".

Ein gut gelaunter Herbert Grönemeyer, 40000 fröhliche Fans, kaum Regen und sogar genügend Dixie-Toiletten: Entspannt und ohne Zwischenfälle ging am Samstagabend auf der Neuen Messe das größte Freiburger Open-Air-Konzert seit Grönemeyers letztem Auftritt vor vier Jahren über die Bühne. Damals hatten 53000 Fans mit ihm den 100. Geburtstag des SC Freiburg gefeiert.

Warum bewegen Grönemeyers Lieder so viele Menschen? Diese Frage interessiert Rita Werden, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Theologischen Fakultät der Uni Freiburg. Seit 16 Uhr steht sie vor dem Eingang zum Messegelände und interviewt Besucher. "Was ist Ihr Lieblingslied?" will sie wissen und "Welches Lied berührt Sie am meisten?" Grönemeyer beschäftige sich immer wieder mit existenziellen Fragen wie Tod, Liebe, Verlust und Glück. "Uns interessiert, was genau die Menschen daran bewegt - und inwieweit die Beschäftigung mit diesen Fragen auch als religiös empfunden wird", sagt Magnus Striet. Der Theologieprofessor interessiert sich schon länger für Grönemeyer und hat sich die Umfrage ausgedacht.

Ab 17 Uhr füllt sich das Messegelände. Die Autofahrer auf der Mooswaldallee stehen im Stau; staufrei strömen die Menschen zu Fuß und mit dem Rad über die Kaiserstuhlbrücke. Hier und da werden am Straßenrand noch Restkarten angeboten. Das Konzert ist nicht völlig ausverkauft, das drückt die Preise: Rund 30 Euro wollen die meisten Verkäufer haben, etwa 15 Euro weniger als der reguläre Preis. Vor den Eingängen bilden sich erste Schlangen, hier und da gibt es ein paar Diskussionen mit den Sicherheitsleuten, zum Beispiel, weil ältere Besucher Klappstühle mit aufs Gelände nehmen wollen.

Das Gedränge hält sich in Grenzen, und auch die 400 zusätzlichen Dixie-Klos erfüllen ihren Zweck: Bis zu einer Stunde warten wie vor vier Jahren muss dieses Mal niemand.

Bevor es richtig los geht, hat Grönemeyer noch einen wichtigen Termin hinter der Bühne: Er bekommt einen "Förderer-Schal" des SC Freiburg überreicht, denn er spendet 1 Euro pro verkaufter Karte seines Freiburger Konzerts an den Förderverein der Fußballschule - also immerhin rund 40000 Euro.

Gegen halb neun ist es dann endlich soweit: Die Sonne bricht aus den Gewitterwolken - und Herbert Grönemeyer steht auf der Bühne. Bei den Klassikern "Bochum", "Männer" und "Alkohol" wird vorne getanzt, hinten zugehört. Gegen halb elf sind die Zugaben an der Reihe, und dann kommt er doch noch, der Gewitterschauer, aber kaum jemand flieht ins Trockene. Grönemeyer sitzt im Regen am Keyboard und singt gemeinsam mit dem Publikum "Flugzeuge in meinem Bauch". Als das Lied vorbei ist, hat auch der Regen aufgehört, Grönemeyer singt noch ein Gutenachtlied, winkt ein letztes Mal und verlässt gegen elf die Bühne.

"Alles hat super geklappt", findet Barbara Grabbe vom Freiburger Veranstalter Koko, die jetzt Lust hat, künftig öfter solch große Konzerte in Freiburg zu organisieren. "Notfälle hatten wir keine", bestätigt Dieter Brodmann vom Deutschen Roten Kreuz, "nur ein paar kleinere Kreislaufprobleme und Schürfwunden".

Und auch Patrick Ries vom Polizeirevier Nord stimmt zu: "Alles war ruhig". Fast etwas zu ruhig, meint Martin Pfeffer aus der Nähe von Gutach: "Wir waren in unserer Ecke die einzigen, die mitgesungen haben". Bei Chiara aus Todtnauberg ganz vorne an der Bühne sah das anders aus. (goe)

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