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Furtwangen Bürger können Energiegenossen werden

21.08.2012
Furtwangen -  Noch ist es ruhig um das Projekt. Doch im Hintergrund wird die Idee Energiegenossenschaft mit Inhalt gefüllt.

Dem Thema Windkraft widmete sich vor knapp zwei Wochen eine Bürgermeisterwanderung. Auch die Bürgermeister Josef Herdner (rechts) und Rolf Breisacher (Dritter von rechts) beteiligen sich in der Stadtmarketing-Projektgruppe Energiegenossenschaft.  Bild: Hajek

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„Bloß nicht in Hektik verfallen“: Das ist Felix Duffners Devise bei der Energiegenossenschaft, die vermutlich noch im Spätsommer gegründet werden soll. Bisher gibt es zwar weder einen konkreten Termin noch konkrete Projekte, aber die Idee, die die bisherige Kerngruppe der Initiative zusammenhält: „Bisher ist Bürgerbeteiligung meist ein schönes Etikett. Bei uns hat jeder Anteilnehmer eine Stimme und kann die Geschäftspolitik mitentscheiden“, kündigt der 46-Jährige an.

Doch beworben werden kann derzeit nichts. Was Duffner, der selbst ein kleines Nahwärmenetz betreibt, nicht kümmert. „Die professionelle Unternehmensvorbereitung ist mir wichtiger als ein Schnellschuss“, sagt Duffner. Die Energiewende sei ein auf Jahrzehnte aufgelegtes Thema, die Projekte würden nicht ausgehen. Weder bräuchten sich die Genossen auf das nächstbeste Projekt stürzen, noch müsse man in Konkurrenzdenken verfallen.

Nach der Teilnahme an einem Regionalkongress der Energiegenossenschaften in Freiburg weiß Duffner, dass die Vernetzung der Genossenschaften von der Landesregierung unterstützt wird. Durch gegenseitige Mitgliedschaften wachsen gegenseitige Beteiligungen, was den Windkraftregionen Vorteile bringt: In der windkraftfreien Region Freiburg werde es allmählich schwierig, unterstützenswerte Projekte zu finden, sagt der Ingenieur.

Deshalb hat der Furtwanger keine Sorge, dass die ersten Projektgelder zusammenkommen. Zudem hat die Genossenschaft eine klassische Finanzierungsform im Auge: ein Drittel Eigenkapital, zwei Drittel von den Banken. Gleichzeitig ist er sich sicher, dass „Furtwangen das Potenzial für etwas Eigenes hat“. Eine Anlage vor Ort sei auch wichtig, um eine Möglichkeit für die Identifikation der Bürger mit dem eigenen Projekt zu schaffen. Das könnte auch eine wirtschaftliche Anlage sein, die nicht höchsten Renditeerwartungen entspräche, aber eine Bedeutung für Stadt oder Region besäße.

Bekannt, dass eine ergänzende Heizung am Otto-Hahn-Gymnasium ein mögliches Bürgerprojekt sein könnte. Eine Hackschnitzelanlage wäre ebenso vorstellbar wie ein Blockheizkraftwerk. Wind- und Sonnenenergie böten derzeit viel Hektik, weiß der private Energieunternehmer Duffner, dennoch lägen Investitionen in die relativ einfache Photovoltaiktechnik sowie die ohnehin anstehende Windenergie nahe. Persönlich ist Duffner Verfechter der „Kraft-Wärme-Kopplung“. Kleine Blockheizkraftwerke mit geringer Leistung und einem kleinen Versorgungsnetz ohne teures Leitungsnetz können seiner Auffassung nach mehrere Energieprobleme lösen: Sie liefern im Gegensatz zu Wind und Sonne auch eine Wärmeleistung und könnten dank Energiespeichermöglichkeiten die umstrittenen Hochspannungsleitungen vom Norden in Deutschlands Süden ersetzen.

Blockheizkraftwerke werden mit Gas betrieben: Ihr Energieausstoß gliedert sich in ein Drittel Strom und zwei Drittel Wärme. Die Energieeffizienz liegt bei 50 bis 60 Prozent. Das heißt, dass für zwei Kilowatt „investierten“ Strom ein Kilowatt Strom/Wärme entstehen.

Übergangsweise könne man Erdgas als saubersten fossilen Energieträger verwenden. Mittelfristig werde man „Bio- Wind- oder Solargas“ verwenden. Durch Sonnen- oder Windstrom könne man Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff spalten. Durch weitere Energiezufuhr bringt man den Wasserstoff dazu, sich mit Kohlenstoffteilchen zu Methan zu verbinden. Dieses Gas könnte als Energieträger gelagert und im bestehenden Gas-Leitungsnetz transportiert werden. Methan ist 70-Prozent-Bestandteil des in Biogasanlagen durch einen Gärprozess erzeugten Biogas. Vor der Verwendung des Biogases muss der 30-prozentige Kohlendioxid-Anteil entfernt werden.

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