Ab Montag gibt es zwischen Furtwangen und Neukirch auf der Bundesstraße 500 drei Tage kein Durchkommen. In dieser Zeit halten auch keine ÖPNV-Busse in Neukirch. Die offizielle Umleitung führt großräumig über die Kalte Herberge, Urach, Hammereisenbach, Vöhrenbach und Schönenbach, Einheimische dürften den Schleichweg über Schweizersgrund und Hohtal wählen: was bei Neukirchs Ortsvorsteher Rainer Jung unliebsame Erinnerungen auslöst: Als die B 500 zuletzt auf diesem Abschnitt saniert wurde, setzte der inoffizielle Schleichverkehr dem Schweizersgrund schwer zu. Im vergangenen Jahr wurde die Straße saniert. Wenn sich aber nächste Woche hier insbesondere„Brummis“ mittels Navi den kürzesten Weg nach Furtwangen suchen, wäre Jung das ein Graus. „Ich hoffe doch, dass der Schwerlastverkehr von dieser Strecke abgehalten wird“, sagte er gestern auf Anfrage. Problematisch wäre ohnehin das letzte Stück bis zur Kussenhof-Kreuzung in Furtwangen: Im Mäderstal und auf der Straße Hinterbreg werden die Fahrbahn saniert und die Randsteine gesetzt – mit den baustellenüblichen Behinderungen. Der größte Arbeitgeber in Nachbarschaft der Baustelle ist die Rena. Viele Mitarbeiter pendeln aus Furtwangen auf die Neueck. „Unsere Mitarbeiter wissen Bescheid, mancher wird wohl sein Rad nutzen“, so Michaela Schätzle aus dem Marketing. Zulieferer habe man über eine Rundmail informiert.
Von einer großen Herausforderung nächste Woche sprach Hartmut Trenz vom Straßenbauamt Donaueschingen. 1700 Tonnen Asphalt werden in drei Tagen aus- und ebenso viel Asphalt eingebaut, umschreibt er die Dimensionen, denen sich die Baufirma Kirchhoff in Villingen-Schwenningen stellt. Montag und Dienstag wird der Belag ausgebaut, die Fläche hochdruckabgestrahlt und ein Haftkleber aufgebracht. Mittwoch wird ein weicherer Bitumen eingebaut: vier Zentimeter stark, 100 Kilo schwer pro Quadratmeter.
200 000 Euro werden vom Bund aufgewendet, um den 2006 eingebrachten, spröden und nicht wintertauglichen Belag zu ersetzen. „Es handelt sich um eine Gewährleistung“, ergänzte Trenz. Die damals beauftragte Firma habe man wegen zwischenzeitlicher Insolvenz nicht in Regress nehmen können. Die von der Sperrung betroffenen Bürger bittet er um Geduld: Einen besseren Termin als den Beginn der Betriebsferien hätte das Regierungspräsidium für diese notwendige Maßnahme nicht wählen können.
