Von Langenbach nach Australien - ein weiter Weg, auf den sich die 22-jährige Pferdewirtin Melanie Thoma da gemacht hat. Im Sommer ist sie aus dem Vöhrenbacher Ortsteil in Richtung Südhalbkugel aufgebrochen. Höhepunkt der dreiwöchigen Reise war der vom 15. bis 20. Juli stattfindende Weltjugendtag. Dabei trafen sich junge Katholiken aus allen Erdteilen, um gemeinsam ihr Christsein zu feiern.
Am 6. Juli machte sich Melanie Thoma mit 85 Anderen auf die vom Erzbistum Freiburg organisierte Reise. Nach einem 20-stündigen Flug von Frankfurt über Singapur nach Sydney stand als erstes Ziel Alice Springs, das geographische Zentrum Australiens, auf dem Programm. Dort hatte die Gruppe die Chance Aborigines zu besuchen und mit diesen einen gemeinsamen Gottesdienst zu feiern. Das ist alles andere als selbstverständlich, denn die Ureinwohner des australischen "Outback" (Hinterland) haben eine sehr reservierte Haltung gegenüber den Europäern. Schließlich haben die ihnen in der Vergangenheit ihr Land weggenommen, erläutert Melanie Thoma.
Ebenso auf dem Programm stand ein Besuch des Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark mit seinem weltberühmten Wahrzeichen, dem Ayers Rock. Der beeindruckt mit einmaligen Farbkontrasten zwischen rotem Sand und tiefblauem Himmel.
In der zweiten Woche ging es dann weiter zum Weltjugendtag in Sydney, wo am dritten Tag Papst Benedikt XVI. eintraf. "Bei seiner Ankunft war die Stadt durch die Menschenmassen und die Sicherheitsmaßnahmen wie lahm gelegt", berichtet Melanie Thoma.
Neben der morgendlichen Katechese (Vorbereitung) standen gemeinsame Begegnungen und Gespräche auf dem Programm. Traditionell wurde am Vortag des Abschlussgottesdienstes von den einzelnen Stadtteilen, in welchen die Pilger untergebracht waren, zu einem gemeinsamen Treffpunkt gepilgert. In Sydney war das Ziel die Pferderennbahn Royal Randwick Racecours im Stadtzentrum.
Nach einem gemeinsamen Gottesdienst mit dem Papst, der so genannten Vigil, wurde auf der Rennbahn im Schlafsack übernachtet. Bei sechs Grad Celsius im australischen Winter ein kühles Vergnügen. Am Sonntagmorgen fand schließlich der große Abschlussgottesdienst statt, an dem etwa 350000 Gläubige - davon 6000 Deutsche - teilnahmen.
In der dritten Woche führte die Reise schließlich nach Cairns, einer Stadt im Norden des Bundesstaates Queensland. Von dort startete die Gruppe unter anderem einen Ausflug mit einem Katamaran zum Great Barrier Reef. Hier erkundeten die Teilnehmer die Unterwasserwelt schnorchelnd und in einem Glasbodenschiff. "Die Korallen, die unzähligen Fische und die Farben waren ein gigantischer Anblick", erinnert sich Melanie Thoma gerne zurück.
Ebenso wurde ein Abstecher in den Regenwald unternommen, wo einige wildlebende Tiere wie beispielsweise Krokodile zu sehen waren. Außerdem erklärten Aborigines den Besuchern, wie man einen Bumerang oder einen Speer wirft und welche Pflanzen als Medizin verwendet werden.
Nach drei Wochen ging es dann zurück in den Schwarzwald. "Die Reise war richtig klasse", so Melanie Thomas begeistertes Resümee. "Die Gastfreundschaft und Höflichkeit der Menschen war unglaublich. Es geht alles viel ruhiger und lässiger als bei uns zu." Auch die landschaftliche Vielfalt Australiens sei sehr beeindruckend gewesen.
Melanie Thoma nahm bereits am vorigen Weltjugendtag im Jahr 2005 in Köln teil. Auch in drei Jahren, wenn sich die katholische Jugend in Madrid trifft, will sie wieder dabei sein.