FreiburgPolizei soll Schwarzen misshandelt haben [0]
Freiburg (kaz) Schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhebt das Freiburger Friedensforum. Nach seiner Darstellung sollen mehrere Beamte am 7. April einen Polizeihund auf einen 43-jährigen Mann aus Nigeria gehetzt haben, der bei dem Vorfall im Frühjahr zwölf Bisswunden erlitt. Die Universitätsklinik attestierte sieben Bisswunden am Arm, vier am Bauch und eine am Bein. Polizeisprecher Ulrich Brecht räumte bisher nur ein, dass der Einsatz "nicht rund" gelaufen sei. Die Staatsanwaltschaft Freiburg ermittelt aber nach eigenen Angaben gegen die beschuldigten Polizisten wegen Gewaltmissbrauchs und rassistischer Diskriminierung, aber auch gegen das Opfer, dem versuchte Körperverletzung vorgehalten wird. Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen, sagte Pressesprecher Wolfgang Maier. Für die Aufklärung des Vorfalls ist die Landespolizeidirektion zuständig. Mit dem Fall befasst sich zwischenzeitlich auch der SPD-Landtagsabgeordnete Gustav-Adolf Haas (Titisee-Neustadt). Bei einer Pressekonferenz des Friedensforums schilderte der Schwarzafrikaner gestern die Vorgänge. Gegen 22.30 Uhr habe ihn eine angetrunkene Frau vor einer Gastststätte im Stadtteil Stühlinger um Hilfe gebeten, weil dort nach ihrer Aussage auf ihren Freund geschossen und eine Person erhängt werde, schilderte er. Der 43-Jährige rief die Polizei, die Streifenbeamte schickte, aber keine Spuren eines Kapitalverbrechens vorfand. Was danach geschah, blieb bislang im Dunkeln. Nach Aussage des Opfers und von Beobachtern sollen Beamte der Polizeidirektion Freiburg einen Hund auf den am Boden liegenden Nigerianer mit den Worten "Friss den Neger" gehetzt haben. Diese Aussage wurde bisher weder bestätigt noch dementiert. Die Staatsanwaltschaft Freiburg teilte mit, die Polizisten hätten ausgesagt, dass der Nigerianer die Angabe seiner Personalien verweigert, sich losgerissen und mit seiner Faust um sich geschlagen habe. Daraufhin habe seine vorläufige Festnahme erfolgen sollen. Augenzeugen gaben zu Protokoll, der Afrikaner sei auf den Boden gedrückt und von zwei bis drei Beamten gesichert worden. In diesem Moment, so bestätigte Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier, hätten sich etwa 20 bis 30 Afrikaner in den Vorfall eingemischt und sich schützend vor ihren Landsmann gestellt. Freiburgs Strafverteidiger Jens Janssen berichtete, es gebe einen weiteren aktuellen Zwischenfall. Zwei Polizeibeamte sollen in ihrer Freizeit einen Mann aus Montenegro geschlagen haben. Auch in diesem Fall hat die Staatsanwalt Freiburg Ermittlungen aufgenommen. Anzeigen gegen die Ordnungshüter sind in Freiburg keine Seltenheit. Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier registriert monatlich 20 bis 30 Anzeigen gegen die Polizei. Der Strafverteidiger Janssen betonte, die Polizei bemühe sich sehr um einen guten Ruf. Das sei vor 20 Jahren noch etwas anders gewesen. Weitere Artikel zu: Freiburg, |


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