Donaueschingen Von Politikverdrossenheit keine Spur

1000 Bürger kommen zur Kandidatenvorstellung. Bewerber präsentieren sich und ihre Ideen.

Rund 1000 Bürger verfolgten gestern Abend die offizielle Kandidatenvorstellung der Stadt in den Donauhallen. Bürgermeister Bernhard Kaiser betonte bei seiner Begrüßung die Bedeutung des Wahlrechtes und wie wichtig es sei, dass möglichst viele der rund 17 200 Wahlberechtigten am Sonntag ihre Stimme abgeben. Schließlich hat ein OB ein großes Aufgabenfeld.




Björn Klotzbücher, Erik Pauly und Roland Wössner bekamen jeder 15 Minuten Zeit, um sich vorzustellen. Hauptamtsleiter Tobias Butschle – als einziger Volljurist im Donaueschinger Rathaus – wachte penibel auf die Einhaltung der Zeit.



Danach bot sich für die Bürger die Gelegenheit, die Kandidaten zu befragen. Abschließend erhielt jeder Kandidat nochmals drei Minuten Redezeit.

Wahlprogramm von Björn Klotzbücher
  • Björn Klotzbücher
    Björn Klotzbücher
    Die Eckpunkte: Auf drei Säulen baut Björn Klotzbücher sein Programm auf. Unter „Zukunft entlasten“ versteht er eine Politik, die den nachfolgenden Generationen auch noch einen Handlungsspielraum ermöglicht. So ist es sein Ziel, nicht nur den schuldenfreien Haushalt zu bewahren, sondern auch die Eigenbetriebe zu entschulden. Zweite Säule ist die Stadtpolitik, die in den kommenden Jahren durch den Abzug der Franzosen und die Innenstadtentwicklung geprägt würden. Und drittens: Die Zukunft sichern. Darunter versteht er eine gute Bildungspolitik, Stärkung der Unternehmen und somit auch die Sicherung der Arbeitsplätze.
  • Kasernenviertel: Wichtig ist hier für Klotzbücher, dass die Stadt die Bauleitung innehat. „Wir können die 15 Hektar nicht selbst erschließen, das wären rund 15 Millionen Kosten“, sagt er. Deshalb benötige es Investoren.
  • Innenstadtentwicklung: Björn Klotzbücher möchte ein Parkleit- und auch eine Verkehrskonzept erstellen lassen. Außerdem sollen das Brigachufer und auch der Bahnhofsvorplatz attraktiver gestaltet werden.
  • Ortsteile: Nicht nur die Kernstadt ist ihm wichtig: „Die Ortskerne dürfen nicht aussterben“, sagt Klotzbücher.
  • Umwelt: Einen sparsamen Umgang mit Ressourcen will Klotzbücher umsetzen. Davon ist sowohl der Umgang mit Flächen für Neubaugebiete und Gewerbe als auch für ökologische Rückzugsräume gemeint. (jak)
  • Video-Porträt:

Wahlprogramm von Erik Pauly
  • Erik Pauly
    Erik Pauly
    Das Persönliche: Sein Familienstand ist ledig und um mit gewissen Spekulationen auszuräumen, sagte es Erik Pauly deutlich: "Meine Lebensplanung beinhaltet Frau und Kinder. Und ich bin optimistisch, dass das auch bald was wird."
  • Das Wahlkonzept: Viel Zeit hat er sich gelassen, mit dem Wahlkonzept. Nun ist es fertig. „Ich wollte mir erst einmal die Sorgen und Nöte der Bürger anhören und es dann ausarbeiten.“
  • Bildung: Hier wünscht sich Pauly für Donaueschingen einen Spitzenplatz. Um diesen nicht nur beim Fürstenberg-Gymnasium beanspruchen zu können, bedarf es laut Pauly einen regionalen Schulentwicklungsplan.
  • Kasernenviertel: Hier müsste intelligent geplant werden. Nur wenn die Stadt die Grundstücke erwirbt, könnte sie auch entscheiden, was dort geschieht. Man müsste die Chance nutzen, ein Mustergebiet für Wohnen, Gewerbe und Bildung zu erschaffen.
  • Innenstadtenwicklung: „Diese sollte nicht gegen die Einzelhändler sondern mit ihnen geplant werden.“ Außerdem brauche Donaueschingen dringend ergänzende Verkehrsangebote wie einen City-Bus.
  • Ortsteile: Für die Infrastruktur in den Ortsteilen spricht er eine „Bestandsgarantie“ aus. Schulen, Kindergärten und auch die Feuerwehren seien wichtig. Aber auch dass es Gasthäuser gibt. Sollte dies nicht der Fall sein, könnte man über Genossenschaften nachdenken. (jak)
  • Video-Porträt:

Wahlprogramm von Roland Wössner
  • Roland Wössner
    Roland Wössner
    Die Stärken: Besonders zeichne Roland Wössner nach eigenen Angaben die Fähigkeit aus, Menschen zusammenzuführen und konsensfähige Lösungen mit Argumenten zu finden. Das Handicap: So nennt Roland Wössner die Tatsache, dass er noch sieben Jahre als OB tätig sein kann. Er könne aber den ICE von Thorsten Frei ohne großen Zeitverlust übernehmen.
  • Kasernenviertel: Hierfür gibt es viele Ideen. Ein Konzept lasse sich jedoch nur mit Hilfe der Bürger erarbeiten. Zuerst stehe aber der Kampf Bundesanstalt für Immobilienaufgaben über den Verkauf der Grundstücke an.
  • Innenstadtentwicklung: Die Max-Egon-Straße als Verbindung vom Bahnhof zum Zentrum müsste attraktiver gestaltet und der historische Flair erhalten werden.
  • Ortsteile: Hier will Wössner auf eine gesunde Balance zwischen der Kernstadt und den Ortsteilen setzten. „Die Ortsteile brauchen ihre eigene Identität, ihre eigene Kultur und auch ihre eigene Struktur.“ Einrichtungen wie Schulen müssten möglichst lange erhalten bleiben.
  • Umwelt: Projekte wie das Naturschutzprojekt Baar hält er für einen guten Ansatz. Eine gesunde Umwelt gehöre zu den Aufgaben des OB.
  • Bildung: Der demographische Wandel fordere kreative Möglichkeiten. Die Stadt müsste die regionale Schulentwicklung begleiten und ein Gesamtkonzept aufstellen. (jak)
  • Video-Porträt:

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