Nadine Vögel sieht den Winter nicht mal als stärkste Bedrohung für die Streunerin. „Die stark und schnell befahrene Bräunlinger Straße, die der Hund öfters überquert, ist viel gefährlicher.“
Ladys ausgedehnte Streifzüge führen sie bis in die Innenstadt, und auf dem Weg dorthin macht sie auch öfter mal einen Stopp bei den Berufsschulen, um nachzusehen, was sie Schüler von ihrem Pausenbrot übrig gelassen haben. Bisher wurde die kleine Hündin von vielen Anwohnern liebevoll mit Futter und Wasser versorgt. Nicht nur bei ihrem „Nest“ im Gebüsch sondern auch in den Straßen, die sie häufiger entlang läuft werden Schalen rausgestellt. Jeder kümmert und sorgt sich um die unnahbare Streunerin, auch ein Spielzeugball wurde für sie aufgehängt.
„Damit muss jetzt Schluss sein“ appellieren Tierheim und Stadt an die Tierfreunde. Das Tierheim hat eine Lebendfalle aufgestellt. Doch die funktioniert nur, wenn es an keiner anderen Stelle Futter gibt. Im Gebüsch verteilt, finden sich aber immer noch viele Futterschalen. Deshalb hat Lady gar keinen Anlass, sich fangen zu lassen. Bisher hat es nur zwei Katzen erwischt, die sich am Futter in der Falle gütlich taten und – schnapp – gefangen waren.
Einige Polizisten der Hundestaffel Villingen versuchten ebenfalls ihr Glück, wurden aber von dem dichten Gestrüpp, in das Lady sich zurückzog, abgehalten. Die Bulldogge hat dort sogar unterirdische Höhlen gegraben. Deshalb ist es auch nicht möglich, Lady zu betäuben. Das Mittel wirkt nämlich nicht sofort, und Lady hat genug Zeit, sich in einer ihrer Bauten zu verschanzen. Dort kommt man dann nicht mehr an sie heran.
Die Hündin weigert sich standhaft, Menschen an sich heranzulassen. „Man muss immer einen Abstand von etwa vier bis fünf Metern halten“, erzählt Anwohnerin Annemarie Dilger. Von ihrem Garten aus hat sie direkten Blick auf die Falle und Ladys „Nest“ und beaufsichtigt auch die Falle. „Morgens sieht man sie immer auf der Wiese, wie sie sich sonnt“. Wenn man ihr zu nahe kommt, läuft sie weg oder plustert sich auf und fängt an zu knurren. „Das ist aber nur Angeberei“, ist sich Inge Späth sicher. „Die Kleine ist völlig harmlos und total verängstigt, sie würde niemanden angreifen.“
Viel Besorgnis rankt sich um die Lady. Sobald sie eingefangen ist, wird man sehen, ob sie gechipt ist, und darüber hoffentlich klären können, wem sie gehört.

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