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Donaueschingen Stadtbibliothek bietet Bestseller und Klassiker

Auf einen Kaffee mit Christiane Lange, die seit sechs Jahren die Stadtbibliothek Donaueschingen erfolgreich leitet und nach wie vor von der Welt der Bücher begeistert ist.

Frau Lange, der Welttag des Buchs wird seit 1995 überall auf der Welt am 23. April als Feiertag für das Lesen, das Buch und die Kultur des geschriebenen Wortes gefeiert. In dieser Zeit finden zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen statt. Beteiligen sie sich ebenfalls an diesem Buchwelttag?

Ja, auch die Stadtbibliothek Donaueschingen bietet eine Sonderaktion an. Da dieser Tag in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, weichen wir auf die kommende Woche aus. Am Mittwoch, 26. April, um 10 Uhr veranstalten wir eine Lesung mit dem Jugendschriftsteller Ulrich Hub. Die zweite Klasse der Eichendorff-Schule hat ihr Kommen bereits angemeldet. Es wäre aber noch Platz für eine weitere Grundschulklasse.

Um welches Buch handelt es sich?

Der Titel lautet „Füchse lügen nicht“ und es handelt von einer lustigen und verrückten Geschichte einer Gruppe von Tieren. Sie hängen alle auf einem Flugplatz fest und erleben dabei eine Menge unglaubliche Dinge.

Wie aktuell sind Bücher heutzutage eigentlich?

Für die vielen Menschen, die zu uns kommen, hat das Buch nach wie vor einen hohen Wert. Lesen regt die Fantasie an und weckt eine Kreativität im Kopf, die wir in allen Lebensbereichen wie Schule, Studium, Ausbildung, Beruf und im täglichen Miteinander benötigen. Die Bibliothek hält stets eine große Auswahl an Büchern und anderen Medien bereit. Wir haben alle aktuellen Bestseller, die auch sofort ausgeliehen werden und sind mit unserem Bestand immer top aktuell. Auch in Sachen Neuerscheinungen und Sachbücher. Das Buch hat zudem den Vorteil, dass es Wissen überschaubar vermittelt. Es fängt vorne an und hört hinten auf.

Hat es neben den modernen Medien weiterhin Bestand?

Es geht nicht darum, wer an erster Stelle ist. Das Medium Buch ergänzt sich mit anderen Medien auf sinnvolle Weise. DVD’s, Hörbücher und auch das E-Book bilden zusammen eine sprudelnde Quelle an Informationen und Unterhaltung.

Welche Bedeutung hat das geschriebene Wort bei den Lesern?

Bei belletristischen Werken ist es so, dass man sich beim Lesen in fremde Leben, andere Denkweisen und auch Rollenmuster hineinversetzen kann. Dadurch kann man auf Reisen gehen, ohne einen Fuß vor die Tür zu setzen. Die Lektüre ermöglicht eine Reflektion, die keine sofortige Reaktion erfordert. Das bedeutet, man kann in Ruhe über das Gelesene nachdenken und auf sich wirken lassen.

Welche Art von Literatur wird bei Ihnen am häufigsten ausgeliehen?

Das erfolgt querbeet, wobei Kinder- und Jugendbücher den größten Anteil ausmachen, gefolgt von Romanen und Sachbüchern.

Wie kann man bei den Kindern die Lust am Lesen fördern?

Bibliotheken, Schulen sowie auch Kindergärten und die Leseförderung gehören eng zusammen und sind es in der Praxis auch. Dabei wird mit verschiedenen gemeinsamen Aktionen wie Vorlesewettbewerbe, Lesungen, Führungen durch die Bücherei mit Schulklassen sowie der Verleihung von Bücherkisten eng zusammengearbeitet. Immer mit dem gemeinsamen Ziel, die Lust am Lesen zu wecken und zu erhalten.

Lesen mehr Frauen als Männer?

Laut Statistik ja. Zu uns kommen mehr weibliche Leser, die aber durchaus ihren Männern Lesestoff mitnehmen.

Wer liest in Donaueschingen gerne?

Es verhält sich in der Altersstaffelung der jugendlichen Leser bis 18 Jahren und die der Erwachsenen fifty-fifty. Von unseren weit über 2000 Lesern ist die Hälfte unter 18 Jahren, das ist sehr erfreulich. Dennoch wird in allen Altersgruppen viel gelesen.

Wird neben der zeitgenössischen Literatur überhaupt noch nach den alten Klassikern gefragt?

Ja, die Nachfrage taucht immer wieder auf. Klassiker sind eben Klassiker. Auch deshalb, weil sie die großen Themen des Menschseins zeitlos formulieren und darstellen.

Zu Ihnen kommen viele Kinder und Jugendliche, um sich mit Buchmaterial zu versorgen. Was gilt derzeit als absoluter Renner in der Altersgruppe 10 plus?

Gregs Tagebuch von Jeff Kinney mit inzwischen elf Bänden ist so beliebt, dass obwohl die Bücher in vierfacher Ausfertigung bei uns vorliegen, diese ständig ausgeliehen sind. In den Weihnachtsferien war die aus Donaueschingen stammende Karin Schulze zu Besuch in ihrer Heimatstadt und bei uns in der Bibliothek. Sie lebt und arbeitet in New York beim Verlag Abrams, die Gregs Tagebuch und andere Bücher in den USA verlegt. Sie fragte, ob wir die Reihe auch hier haben.Aber natürlich waren alle Bände wie immer ausgeliehen. Ihr Versprechen, uns weitere Exemplare zu schenken, machte sie im März wahr, als eine riesige Kiste voll mit Gresgs Tagebuchausgaben und weitere Titel bei uns ankam. Darüber haben wir uns natürlich sehr gefreut. Im Sommer will sie uns wieder besuchen.

Wie lange gibt es die Bibliothek schon in Donaueschingen?

Die Ursprünge gehen sogar bis in 19. Jahrhundert zurück. Aber an diesem Standort feiern wir im Dezember dieses Jahr das 30-jährige Bestehen. Die helle und freundliche Atmosphäre wird von allen Besuchern sehr gelobt. Die Stadt Donaueschingen kann sehr stolz auf ihre Bibliothek sein.

Fragen: Gabi Lendle

Zur Person

Christiane Lange ist 57 Jahre alt, hat zwei erwachsene Söhne und ist diplomierte Bibliothekarin. Sie lebt in Immendingen und leitete 14 Jahre die Bibliothek in Blumberg, bevor sie im Jahr 2011 die Leitung der Stadtbibliothek in Donaueschingen übernahm.

Seither wurde die Einrichtung weiter modernisiert. Es wurde altes Material aussortiert, um für den neuen Eingangsbereich Platz zu schaffen, der Bücherkatalog wurde online ins Internet gestellt. Die Ausleiher der Bibliothek haben seither Einblick in ihr Lesekonto und können Bücher reservieren. Ihre Hobbys sind Radfahren, Wandern, Singen, Musik und natürlich Lesen. (gal)

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