BaarSportschützen sauer auf Stadt [36]
Spürbar war die konzentrierte Hochspannung, die am Samstag über dem Schießstand der Schützengesellschaft 1554 Hüfingen lag: Angetreten waren 30 Sportschützen des Sportschützenkreises II (Schwarzwald-Baar) und des Züricher Schießsportverbandes, um die besten Luftgewehrsportler zu ermitteln.
Das siegreiche Schützentrio strahlt, die Vereinsspitzen sehen derweil dunkle Wolken heraufziehen (von links): Andreas Kirner, Stephan Martz, Jürgen Hall, Doreen Hoffmann und Freddy Kohler.
Baar – Doch neben dem sportlichen Aspekt bestimmte hinter den Kulissen der jüngste Donaueschinger Ratsbeschluss die Diskussion, nach dem jetzt die Schießsportler für die amtliche Kontrolle des vorgeschriebenen heimischen Waffenschranks zur Kasse gebeten werden. Der Donaueschinger Jürgen Hall, seines Zeichens Kreissportleiter für Langwaffen, versteht nach eigenem Bekunden die Welt nicht mehr. Er und seine Sportfreunde hätten nichts gegen den Besuch vom Amt, der sich über die sichere Verwahrung der Pistolen und Gewehre vergewissern wolle. „Wir haben nichts zu verbergen, doch dass wir jetzt dafür in Donaueschingen mit 46 Euro zur Kasse gebeten werden, ist ein starkes Stück“, kritisiert der 49-Jährige. Der Schwarzwald-Baar-Kreis werde sich diesem unrühmlichen Beispiel sicher anschließen. Und auch von der Tuttlinger und Rottweiler Nachbarschaft habe er von ähnlichen Plänen gehört. Leider hätte sein Sport bei den Verantwortlichen keine Lobby. Dies habe ein kürzlich geführtes Gespräch mit Oberbürgermeister Thorsten Frei bewiesen. Dabei habe dieser lapidar erklärt, dass die Kommune lediglich die jetzt vom Gesetzgeber verlangten Kontrollen kostenanteilig an die Betroffenen weitergeben müsse. Dabei dürfte so einiges in die Säckel der Kämmerer fließen, denn alleine der Hüfinger Verein zählt über 300 Mitglieder. Deren gewöhnlich sonst sehr auskunftsfreudige Schützenmeisterin Gerlinde Durler lässt sich zwar ihre Verärgerung über den Donaueschinger Einfallsreichtum bei der Erfindung neuer Gebühren anmerken, doch konkrete Stellung mag die Vorsitzende zu dieser Problematik nicht beziehen. Konkreter wird da Jürgen Hall. Ihm hätten bereits Sportschützen frustriert angekündigt, demnächst ihre Waffen an den berühmten Nagel zu hängen – sprich, auf ihren geliebten Leistungssport zu verzichten. Die nun verlangten 46 Euro seien zwar ein Betrag, der sich auf den ersten Blick nicht sonderlich hoch präsentiere, doch mit der Verteuerung bei den Gebühren für Waffenschein und anderen diversen Bescheinigungen summierten sich die Ausgaben in Höhen, die nicht mehr von jedem Vereinsmitglied aufgebracht werden könnten. Für den engagierten Schießsportler schließt sich durch diese Spirale der Kreis: „Durch die Gebührenschraube soll unserem Sport das Wasser abgegraben werden.“ In diese Zielrichtung passe auch die Diskussion über die Beibehaltung der Schießwettbewerbe im olympischen Programm. Er verstehe zwar Befürchtungen, die nach dem Amoklauf in Winnenden die Öffentlichkeit alarmierten, doch bei sachlicher Diskussion müsse von einem tragischen Einzelfall gesprochen werden. Die ihm bekannten Sportschützen bewahrten ihre Waffen im vorgeschriebenen gesicherten Waffenschrank. Keiner lasse sie so herumliegen, dass sie in unbefugte Hände geraten könnten. Viel leichter sei es, sich auf dem schwarzen Markt mit Waffen zu versorgen. Sein Züricher Kollege Freddy Kohler verfolgt die in der deutschen Nachbarschaft geführte Diskussion mit großem Interesse. Er erinnert an das „freiheitliche Waffengesetz“ der Schweiz. Danach nimmt jeder Soldat nach Wehrdienstbeendigung sein Gewehr mit nach Hause. Die dortige Lagerung werde nicht von den Behörden kontrolliert. Weil auch die Eidgenossen nicht von Amokläufen verschont geblieben sind, mag Kohler „gewisse Auflagen“ nicht ausschließen. Von der trüben Untergangsstimmung der Verantwortlichen ließen sich die angetretenen 30 Luftgewehrsportler jedoch nicht anstecken. Auf der hochmodernen Hüfinger Anlage holte sich schließlich der Züricher Stephan Martz den Sieg. Über Silber freute sich Lokalmatador Andreas Kirner. Dritte wurde seine Schützenkreis-Kameradin Doreen Hoffmann. Weitere Artikel zu: |



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Man kann privaten Waffenbesitz noch so verteufeln, die Legalwaffenbesitzer diffamieren und schikanieren und über völlig überzogene Gebühren und Bürokratie ihr Hobby vermiesen. Sicherer wird unsere Gesellschaft dadurch nicht. Denn alle Maßnahmen gehen völlig am eigentlichen Problem vorbei, nämlich den Kriminellen und ihren illegal besessenen Waffen.
Als Gefängnisausbrecher erhält man vom Personal sogar freundlicherweise gleich Dienstwaffen für eine erfolgreiche Flucht ausgehändigt, aber wenn Onkel Herberts verrosteter Flobert-Einzallader nicht im Panzerschrank steht, droht in Donaueschingen gleich der Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung? Politiker und Beamte leiden unter Realitätsverlust.
Hier hat sich der Gemeinderat zum X-ten mal als "Abnickverein" gezeigt.
Aber Sportschützen bringen ja nicht so viele €uros ins Dorf.
Ein Schelm, der böses dabei denkt!
"Ja, wer unbedingt Waffen im Haus haben muss, soll auch die Kosten der "Sicherheitsüberwachung" tragen."
gestimmt haben, sind dann auch sicher einverstanden, bei der nächsten polizeilichen Verkehrskontrolle, auch wenn alles in Ordnung ist, 46 Euro Kontrollgebühr zu zahlen.
Oder beim Zugfahren: Der Schaffner kommt und kontrolliert. Sie haben ein Ticket, alles ist ok, sollen aber 46 € Kontrollgebühr zahlen.
Oder eine Radarfalle misst sie, sie sind nicht zu schnell, bekommen aber eine Rechnung mit 46 € Kontrollgebühr...
Also ich finde ja, wer unbedingt Auto oder Zug fahren will, soll auch für die Kosten der Sicherheitsüberwachung tragen!
Ich vermute eine solche Abstimmung würde etwas anders aussehen.
Sie alleine bestimmen also welche Freizeitbeschäftigungen sinnvoll sind und welche nicht? Bekommen Sie Ihre Einfälle direkt aus einem brennenden Dornenbusch oder an wen erinnert mich Ihr Kommentar jetzt gleich???
Setzten Sie doch bitte unter Ihren nächsten Kommentar mal ein paar Beispiele, die Sie selber ausüben.
Vielen Dank.
Die Kosten zaheln ich übrigens auch, über den Umweg der Steuer. Praktischerweise macht das jeder uebder diesen Weg, denn es bezrifft ja auch jeden, man könnte das mit Minimierueng der Verwatungsgebühren bezeichnen, dies gebühr einzel einzuziehen macht ja wohl wenig Sinn, oder ?
Ganz anders bei den Waffen: Wieso soll ich mit steuermitteln diese Hobby einiger weniger mitfinanzieren ? Für meine Hobbies muss ich auch diverse Gebühren bezahlen, wieso sollte ich das der Gesellschaft aufpressen ? Ich fahre Motorrad. Zur Sicherheit aller wird dieses alle 2 Jahre überprüft. Zahlt ihr das dann auch aus dem Steuertopf ?
ich denke Sportschützen haben schon genug Auflagen, die sie aus der eigenen Tasche bezahlen müssen.
Gleichzeitig könnte ich für Sie höhere Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträge fordern. Wieso soll ich Ihr erhöhtes Unfallrisiko mitfinanzieren?
Wieso muss ich die Polizeieinsätze bei Fussballspielen mitfinanzieren?
Wieso muss ich die nächtlichen Polizeieinsätze wg. besoffener Jugendlicher mit meinen Steuergeldern mitfinanzieren?
Ich glaube auf diesem Weg kommen wir nicht weiter. Sie können dem Schießsport nichts positives abgewinnen - ok.
Aber versuchen Sie sich mal in die Lage der Betroffenen zu versetzten. Ich kann z.B. auch nicht verstehen, warum ich als Steuerzahler und Bürger dieses Landes, für die mir vorgeschriebenen Ausweispapiere extra bezahlen muss. Diese neue Gebühr ist doch nur ein weiterer Versuch der Gemeinden ihre leeren Kassen zu füllen, weil unsere Steuergelder nicht wirklich sinnvoll eingesetzt werden.
"Ich denke Sportschützen haben schon genug Auflagen, die sie aus der eigenen Tasche bezahlen müssen."
Nunja, das ist aber nicht mein problem, oder ? Dann solen Sie sich halt ein billigeres Hobby suchen
Gleichzeitig könnte ich für Sie höhere Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträge fordern. Wieso soll ich Ihr erhöhtes Unfallrisiko mitfinanzieren?
Tuen Sie nicht. Statistisch sind Motorradunfääle bedeutungslos, weswegen die versicherungen auf nur Minimale Kosten verursachen, beimir zB 50.-/jahr Vollkasko.
Weiterhin kommt hinzu, das Krnaken/Pflegekosten selten auftreten, denn wenn es patscht sind wir normalerweise hinüber. Dann würde ich das Gelg eher bei
Wiederholungtätern beim Blinf üerholen, Rasen und Alkohol am Steuer holen, da würde es sinn machen.
Du gebe ich Ihnen absolut Recht, das gehört auf die Eintrittsgelder. Aber Sie weissen ja: Brot und Spiele.
"Wieso muss ich die nächtlichen Polizeieinsätze wg. besoffener Jugendlicher mit meinen Steuergeldern mitfinanzieren?"
Weil die ganze Gesellschaft die Aufgabe hat unsere Jugend zu erziehen, und es nur soweit kommen konnte weil jeder wegschaut. Da iast also ein gesellschaftliches Problem
von dem sich kein Bürger Deutschland freisprechen kann, und muss somit von allen auch getragen werden.
Allerdings wäre ich absolut dafür bei Koerperverletzungen und aehnlichen den Schuldigen die Einsatzkosten aufzudrücken, bzw. dessen Eltern, damm würden die sich vielceiht
auch einmal überlegen was ihre minderjährigen Kinder nachts besoffen zum schlägern auf der Strasse zu tuen haben.
Das ist so nicht Richtig: ich bin Bogenschütze, überrascht, was ?
"Aber versuchen Sie sich mal in die Lage der Betroffenen zu versetzten."
Tue ich, und mich würde es auch sakrisch ägern, so wie Beitragserhöhung meiner PKV letzte Woche. Aber was hat dasdamit zu tun ?
Statistisch gesehen ist Sportschießen eine der sichersten Sportarten überhaupt, sonst könnte kein Verein die Versicherungsbeiträge löhnen.
Statistisch gesehen sind Legalwaffenbesitzer im Vergleich zu Legalwaffenlosen auch in erhöhtem Maße rechtstreu.
Statistisch gesehen liegt der Missbrauch legal besessener Schusswaffen im homöopathischen Bereich.
Leider geht es in Deutschland beim Thema "Waffenrecht" bzw. "privatem Waffenbesitz" nicht um Statistiken, tatsächliche Fallzahlen, Deliktsrelevanz etc. Es geht nur um Ideologie und Emotionen und die Befriedigung von unsachlicher, aber seitens der Massenmedien geforderter Anlassgesetzgebung. Man braucht Sündenböcke.
Fragen Sie sich doch mal, wem eigentlich die Volksentwaffnung zu passe kommt. Dem Volk sicher nicht, der "Inneren Sicherheit" schon gar nicht.
Man fokusiert sich auf ein herbeifantasiertes Waffenproblem und ignoriert das eigentliche Kriminalitätsproblem.
Wieso muss ich meine Wohnung zu Fort Knox ausbauen und meine Zuverlässigkeit belegen und Sie nicht?
Nun ist es aber so für Feuerwaffen festgeschrieben, die Kosten enstehen. Die Frage ist doch hier nur: Gibt es eine Grundlage die entstehenden Kosten auf die Allgemeinheit umzulegen ? Das könnte ich für "Berufswaffen" noch so sehen, für Freizeitschützen aber keinesfalls.
Inwieweit die Gefährdung real und die Kontrollen nötig sind, ist eine ganz andere Diskussion, aber was könen Nicht-Schützen dafür das der gesetzgeber es so festlegt ? Wieso solen sie danndafür zaheln wenn sie als Nichtwaffenbesitzer damit absolut nichts am Hut haben ?
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