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Baar Sportschützen sauer auf Stadt

01.12.2009
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Spürbar war die konzentrierte Hochspannung, die am Samstag über dem Schießstand der Schützengesellschaft 1554 Hüfingen lag: Angetreten waren 30 Sportschützen des Sportschützenkreises II (Schwarzwald-Baar) und des Züricher Schießsportverbandes, um die besten Luftgewehrsportler zu ermitteln.

Baar – Doch neben dem sportlichen Aspekt bestimmte hinter den Kulissen der jüngste Donaueschinger Ratsbeschluss die Diskussion, nach dem jetzt die Schießsportler für die amtliche Kontrolle des vorgeschriebenen heimischen Waffenschranks zur Kasse gebeten werden.

Der Donaueschinger Jürgen Hall, seines Zeichens Kreissportleiter für Langwaffen, versteht nach eigenem Bekunden die Welt nicht mehr. Er und seine Sportfreunde hätten nichts gegen den Besuch vom Amt, der sich über die sichere Verwahrung der Pistolen und Gewehre vergewissern wolle. „Wir haben nichts zu verbergen, doch dass wir jetzt dafür in Donaueschingen mit 46 Euro zur Kasse gebeten werden, ist ein starkes Stück“, kritisiert der 49-Jährige. Der Schwarzwald-Baar-Kreis werde sich diesem unrühmlichen Beispiel sicher anschließen. Und auch von der Tuttlinger und Rottweiler Nachbarschaft habe er von ähnlichen Plänen gehört.

Leider hätte sein Sport bei den Verantwortlichen keine Lobby. Dies habe ein kürzlich geführtes Gespräch mit Oberbürgermeister Thorsten Frei bewiesen. Dabei habe dieser lapidar erklärt, dass die Kommune lediglich die jetzt vom Gesetzgeber verlangten Kontrollen kostenanteilig an die Betroffenen weitergeben müsse. Dabei dürfte so einiges in die Säckel der Kämmerer fließen, denn alleine der Hüfinger Verein zählt über 300 Mitglieder. Deren gewöhnlich sonst sehr auskunftsfreudige Schützenmeisterin Gerlinde Durler lässt sich zwar ihre Verärgerung über den Donaueschinger Einfallsreichtum bei der Erfindung neuer Gebühren anmerken, doch konkrete Stellung mag die Vorsitzende zu dieser Problematik nicht beziehen. 

Konkreter wird da Jürgen Hall. Ihm hätten bereits Sportschützen frustriert angekündigt, demnächst ihre Waffen an den berühmten Nagel zu hängen – sprich, auf ihren geliebten Leistungssport zu verzichten. Die nun verlangten 46 Euro seien zwar ein Betrag, der sich auf den ersten Blick nicht sonderlich hoch präsentiere, doch mit der Verteuerung bei den Gebühren für Waffenschein und anderen diversen Bescheinigungen summierten sich die Ausgaben in Höhen, die nicht mehr von jedem Vereinsmitglied aufgebracht werden könnten.

Für den engagierten Schießsportler schließt sich durch diese Spirale der Kreis: „Durch die Gebührenschraube soll unserem Sport das Wasser abgegraben werden.“ In diese Zielrichtung passe auch die Diskussion über die Beibehaltung der Schießwettbewerbe im olympischen Programm. Er verstehe zwar Befürchtungen, die nach dem Amoklauf in Winnenden die Öffentlichkeit alarmierten, doch bei sachlicher Diskussion müsse von einem tragischen Einzelfall gesprochen werden. Die ihm bekannten Sportschützen bewahrten ihre Waffen im vorgeschriebenen gesicherten Waffenschrank. Keiner lasse sie so herumliegen, dass sie in unbefugte Hände geraten könnten.

Viel leichter sei es, sich auf dem schwarzen Markt mit Waffen zu versorgen. Sein Züricher Kollege Freddy Kohler verfolgt die in der deutschen Nachbarschaft geführte Diskussion mit großem Interesse. Er erinnert an das „freiheitliche Waffengesetz“ der Schweiz. Danach nimmt jeder Soldat nach Wehrdienstbeendigung sein Gewehr mit nach Hause. Die dortige Lagerung werde nicht von den Behörden kontrolliert. Weil auch die Eidgenossen nicht von Amokläufen verschont geblieben sind, mag Kohler „gewisse Auflagen“ nicht ausschließen.

Von der trüben Untergangsstimmung der Verantwortlichen ließen sich die angetretenen 30 Luftgewehrsportler jedoch nicht anstecken. Auf der hochmodernen Hüfinger Anlage holte sich schließlich der Züricher Stephan Martz den Sieg. Über Silber freute sich Lokalmatador Andreas Kirner. Dritte wurde seine Schützenkreis-Kameradin Doreen Hoffmann.

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